Faymann soll runden Tisch zu Ortstafeln einberufen

24. August 2009, 17:30
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Ortstafel-Konsensgruppe fordert Bundeskanzler auf, in der Ortstafelfrage tätig zu werden

Klagenfurt - Die Kärntner Ortstafel-Konsensgruppe fordert Bundeskanzler Werner Faymann auf, in der Ortstafelfrage tätig zu werden. Er solle rasch eine neue Verhandlungsrunde am runden Tisch einberufen, denn die Frage weiterer zweisprachiger Ortstafeln sei vorrangig eine Angelegenheit des Bundes und nicht Kärntens.

Der Kanzler verlangte allerdings von Kärnten einen politischen Konsens, der "so breit als möglich" sein müsse. Das Kärntner BZÖ bremst und will zuerst eine Minderheitenfeststellung abhalten. Faymann will das Kärntner Ortstafelproblem auch kommenden Mittwoch in Ljubljana anlässlich seines Besuchs beim slowenischen Premier Borut Pachor anschneiden. Man wolle Taten sehen, verlangt die Kärntner Konsensgruppe, in der sich zwei Slowenen-Organisationen und der (deutsch-orientierte) Kärntner Heimatdienst zusammengetan haben, um einen Kompromiss für das seit Jahrzehnten offene Ortstafelproblem zu finden. Bernard Sadovnig von der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen ärgert sich, dass der Kanzler die Ortstafelfrage wieder an Kärnten abschiebe: "Man kann keinen Konsens einfordern, wenn die Bundesregierung ihrerseits nicht zielorientiert diese Frage angeht." Denn die Verantwortung für die Aufstellung weiterer zweisprachiger Ortstafeln liege bei der Bundesregierung und beimNationalrat.

Marjan Sturm vom Zentralverband slowenischer Organisationen meint, die Politik solle handeln oder den "Mut haben einzugestehen, dass sie gar keine Lösung haben will" .

Der KärntnerHeimatdienst hatte vor Jahren eine totale Kehrtwendung von seiner ablehnenden Haltung gegenüber zweisprachigen Ortstafeln gemacht und unterstützt nun ebenfalls eine politische Lösung. Obmann Josef Feldner: "Das kleinliche Feilschen um mehr oder weniger Ortstafeln versteht außerhalb Kärntens ohnehin keiner mehr." (stein, DER STANDARD, Printausgabe, 25.8.2009)

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