VP will eigenen Kandidaten

24. August 2009, 17:22
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Schwarze Länder-Mehrheit gegen Heinz Fischer

Wien - Die Entscheidungsfindung in der Volkspartei ist offensichtlich noch nicht ganz abgeschlossen, derzeit scheint es aber eine Mehrheit für einen eigenen Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl zu geben. Der burgenländische VP-Chef Franz Steindl meint: "Eine Entscheidung soll noch heuer, im Spätherbst, getroffen werden." Falls die ÖVP einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt, stünden "mehrere geeignete zur Verfügung" . Unter diesen selbstverständlich auch Erwin Pröll, denn "der Erwin ist eine Persönlichkeit, die für jede Funktion geeignet wäre" .

Die steirischen Schwarzen waren nie große Freunde des amtierenden Bundespräsidenten. Als "staatstragende Partei" soll die ÖVP "um ihrer Selbstachtung willen" mit einem eigenen Kandidaten antreten, argumentiert der steirische ÖVP-Chef und Landeshauptmannvize Hermann Schützenhöfer. VP-Klubchef Christopher Drexler wird im Standard-Gespräch noch deutlicher: "Es ist eine Ehrensache für die ÖVP, einen eigenen Kandidaten zu nominieren. Selbstverständlich muss die Volkspartei einen Gegenkandidaten aufstellen, gar keine Frage." Für Erwin Pröll ist Drexler voll des Lobes. Der Landeshauptmann sei "eine der herausragendsten Persönlichkeiten der Republik" .

Der Kärntner VP-Landeschef Josef Martinz wünscht sich "grundsätzlich" einen eigenen VP-Kandidaten: "Das Präsidentenamt ist durch Fischer zu sehr SP-gefärbt. Er handelt nicht souverän überparteilich, wie es eigentlich seine Aufgabe wäre." Pröll wäre für Martinz ein "wunderbarer Kandidat" .

Die Salzburger ÖVP spreche sich "ganz klar für einen eigenen ÖVP-Kandidaten aus" , so Landesparteigeschäftsführer Anton Santner im Standard-Gespräch. Das Land benötige einen Präsidenten "mit Profil, Ecken und Kanten" so wie der deutsche Präsident Horst Köhler einer sei. Zu Fischer äußert sich Santner wenig freundlich: "Er fällt als Bundespräsident nicht auf, und das war's dann."

Für den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter ist die Diskussion um Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl schlicht "zu früh" . Zuvor hatte sich der ehemalige Landeshauptmann und jetzige Landtagspräsident Herwig van Staa für eine Wiederkandidatur von Heinz Fischer ausgesprochen - offenbar entgegen Parteilinie. (mro, mue, neu, stein, ver, weis, DER STANDARD, Printausgabe, 25.8.2009)

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