Lob von den zuständigen Ministern

24. August 2009, 16:26
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Auch positive Reaktionen von FFG und Grünen - Von Universitätenkonferenz "kein durchgängig positives Echo"

Wien - Als einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer Gesamtforschungsstrategie der Regierung bezeichneten am Montag die mit Forschungsagenden befassten Ressortchefs, Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ), Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), die vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) präsentierte "Strategie 2020". Auch die Grünen und die Forschungsförderungsgesellschaft FFG begrüßten das Papier, während die Reaktion der Universitätenkonferenz (uniko) verhalten ausfiel.

"Ziel ist es, in einer gemeinsamen Kraftanstrengung eine umfassende Forschungsstrategie zu entwickeln, um den Forschungsstandort Österreich weiter zu stärken", so Hahn. Mit der Strategie 2020 bekomme man "einen reichen Fundus, aus dem wir schöpfen können". Damit notwendige Maßnahmen gesetzt werden können, "müssen alle an einem Strang ziehen". Mit dem vom eigenen Ressort gestarteten Forschungsdialog, der vom Wirtschaftsforschungsinstitut (wifo) bereits präsentierten Systemevaluierung und der Strategie 2020 habe man "drei wesentliche Pfeiler" für die Gesamtstrategie. Zu jenen Punkten der RFT-Strategie, für deren Umsetzung sich Hahn einsetzen wird, zählen etwa die verstärkte Schwerpunktsetzung zu gesellschaftlich relevanten Themen und die stärkere Anbindung an die internationale Forschungsinfrastruktur.

Bures verwies auf Aktivitäten im eigenen Ressort: Die Arbeiten an der Umsetzung der Vorschläge aus der Systemevaluierung würden schon seit Monaten auf Hochtouren laufen, so etwa auch im Zusammenhang mit der Outputorientierung der Forschung. "Wir legen großen Wert darauf, dass jeder Euro, der eingesetzt wird, den größtmöglichen Nutzen bringt. Was heute geforscht wird, soll morgen auf dem Markt sein", so Bures.

Forschende KMU

Mitterlehner unterstrich die Bedeutung, den Anteil der forschenden Klein- und Mittelunternehmen (KMU) - wie vom RFT gefordert - zu erhöhen. Daher werde beispielsweise die Innovationsscheck-Initiative weiter ausgebaut. Dass die Betriebe weiter stark auf Forschung und Entwicklung setzen, zeige auch die aktuelle Antragsstatistik bei der Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Um KMU noch mehr für Innovationen zu begeistern, ist für Mitterlehner eine Vereinfachung der Förderabwicklung notwendig. Darüber hinaus werde u.a. ein neues FFG-Programm zur Förderung von Dienstleistungs-Innovationen ab Herbst speziell KMU adressieren.

Die Forschungssprecherin der Grünen, Ruperta Lichtenecker, begrüßte die vom Rat vorgeschlagenen Zukunftsfelder. Im Hinblick auf die Bewältigung von Zukunftsthemen wie Fragen der Energieversorgungssicherheit, des Klimawandels und der demografischen Entwicklung, "muss jetzt massiv in die Bereiche Bildung und Forschung investiert werden".

Auch die Geschäftsführer der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, begrüßten die RFT-Strategie "als wertvolles Grundsatzpapier für die künftige Entwicklung der österreichischen Forschungs- und Innovationspolitik". Erfreulich aus Sicht der FFG ist "der zentrale Stellenwert, der dem Bereich Humanressourcen eingeräumt wird", hieß es.

"Kein durchgängig positives Echo" kommt von der uniko: Eine Kürzung des Universitätsbudgets sei inakzeptabel, hieß es in einer Aussendung. Die neuerliche Forderung des Rates nach einer kontinuierlichen jährlichen Kürzung des Grundbudgets der Universitäten zum Nutzen des Wissenschaftsfonds FWF lehnte der Rektor der TU Graz und Mitglied des uniko-Präsidiums Hans Sünkel ab. Darüber hinaus enthalte das Papier "zahlreiche Empfehlungen, die tatsächlich als Road Map für die Entwicklung des Forschungsstandortes Österreich gelten können". (APA)

 

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