Bubacks Sohn fordert Aktenfreigabe zu Verena Becker

24. August 2009, 15:51
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Nur durch Innenminister möglich - Gutachten sieht DNA-Spuren von früherer Terroristin an Bekennerschreiben

Hamburg - Der Sohn des 1977 ermordeten deutschen Generalbundesanwaltes Siegfried Buback hat vom Innenministerium die Freigabe von Akten über die frühere RAF-Terroristin Verena Becker gefordert. Innenminister Wolfgang Schäuble solle die Verfassungsschutz-Akten endlich vollständig an die Bundesanwaltschaft herausgeben, sagte Michael Buback der "Bild"-Zeitung laut Vorabmeldung.

Hintergrund ist die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Becker in den 80er Jahren. Die Akten über diese Zusammenarbeit werden geheimgehalten und können nur vom Bundesinnenministerium freigegeben werden. Damit kann sie die Bundesanwaltschaft für das neue Ermittlungsverfahren gegen Becker nicht verwenden.

Verfahren eingestellt

Bereits nach dem Mordanschlag an Buback und seinen zwei Begleitern wurde gegen Becker ermittelt, das Verfahren aber eingestellt. Die Terroristin der Roten-Armee-Fraktion wurde wegen anderer Taten zu lebenslanger Haft verurteilt und 1989 begnadigt. Als Haupttäter galten lange Zeit Christian Klar, Knut Folkerts und Günther Sonnenberg.

Allerdings eröffnete die Bundesanwaltschaft nach Äußerungen RAF-Aussteigers Peter-Jürgen Boock das Ermittlungsverfahren gegen Becker erneut. Inzwischen wurde per Gutachten nachgewiesen, dass sich Beckers DNA-Spuren an Bekennerschreiben vom Buback-Mord finden. Michael Buback sagte jetzt deswegen im "Bild"-Interview, dass Becker "mit höchster Wahrscheinlichkeit" die Todesschützin von Karlsruhe gewesen sei.

Bei ihren Nachforschungen kam die Bundesanwaltschaft aber zu anderen Ergebnissen. So sagte Chefermittler Rainer Griesbaum im Dezember 2008, es gebe gewichtige Hinweise, die gegen Becker als Täterin sprächen. So Ermittler eine Mischspur von Haar auf einer Motorradjacke und analysierten sie. Diese Spur stammt nicht von Becker.

Zeugen machten der Behörde zufolge widersprüchliche Aussagen. Selbst wenn sich alle sicher wären, eine Frau als Schützin gesehen zu haben, würde dies laut Griesbaum nicht für eine Anklage Beckers reichen. Becker selbst machte nie Angaben zu ihren Taten bei der RAF. Sie lebt heute unerkannt unter neuem Namen.  (APA/AP)

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