Alterssichtigkeit: Alternativen zur Lesebrille

24. August 2009, 15:38
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Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft präsentiert Fortschritte bei der operativen Korrektur der Alterssichtigkeit

Leipzig - Mit zunehmendem Alter geht die Fähigkeit verloren, Gegenstände in der Nähe scharf zu sehen. Bildschirmarbeit und Lesen bereiten Schwierigkeiten. Viele Menschen benötigen deshalb ab dem 45. Lebensjahr eine Lese- oder Gleitsichtbrille. Immer häufiger ersetzen aber auch Laserbehandlungen oder künstliche Linsen die Brille. Fortschritte bei der operativen Korrektur der Alterssichtigkeit sind laut einer Aussendung ein Schwerpunkt auf dem 107. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG).

Weniger Elastizität

Alterssichtigkeit stellt sich ein, wenn die Linse im Laufe der Jahre ihre Elastizität und damit die Fähigkeit zur Naheinstellung verliert. Abhilfe schafft hier eine zusätzliche Linse in Form einer Lesebrille. Stattdessen können Ärzte aber auch die Hornhaut des Auges mithilfe eines Lasers verändern. Ärzte tragen die Hornhaut so ab, dass ein Auge in der Ferne und das andere Auge in der Nähe scharf sieht bzw. der Patient mit dem gleichen Auge in der Nähe und Ferne scharf sehen kann. "Einige Patienten klagen in der Folge allerdings über Blendphänomene oder ein eingeschränktes Kontrastsehen", berichtet Thomas Kohnen von der Klinik für Augenheilkunde an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Multifokale Intraokularlinsen

Derartige Einschränkungen treten bei der neuesten Generation der sogenannten multifokalen Intraokularlinsen (IOL) nur in extrem seltenen Fällen noch auf. Diese Kunstlinsen projizieren wie die Lasertherapie gleichzeitig mehrere Brennpunkte ins Auge, um deutliches Sehen in verschiedenen Entfernungen zu ermöglichen. Der Vorteil der Kunstlinsen: "Viele Menschen benötigen im Alter wegen eines grauen Stars ohnehin eine IOL", erklärt Kohnen. "Wir können hier also in einem Eingriff zwei Sehstörungen beheben."

Linsen, die sich anpassen

Die neueste Entwicklung sind Linsen, die sich der Entfernung selbst anpassen. Im Gegensatz zu den multifokalen IOL haben solche Linsen nur einen Brennpunkt. Wie bei einer natürlichen Linse verschiebt sich dieser und ermöglicht es so, Gegenstände in verschiedenen Entfernungen deutlich zu sehen. Bisherige Ergebnisse, die auf dem DOG-Kongress vorgestellt und diskutiert werden, seien sehr vielversprechend. "Es zeigen sich lediglich leichte Einbußen bei der Nahsehschärfe. Probleme wie ein eingeschränktes Kontrastsehen gibt es hier nicht", so der Experte. (red, derStandard.at)

 

Infos

Der 107. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) findet vom 24. bis zum 27. September in Leipzig statt.

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    Viele Menschen benötigen ab Mitte 40 eine Lese- oder Gleitsichtbrille

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