Deutschland: HPV-Impfungen zu spät

24. August 2009, 15:24
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17- und 18-jährige Frauen haben laut Krankenkassen die höchste Impfquote - Am wirksamsten wäre die Impfung allerdings vor erstem Sexualkontakt

Berlin  - Die Impfungen HPV und somit gegen Gebärmutterhalskrebs werden vielen Mädchen in Deutschland möglicherweise zu spät verabreicht. Das legen neue Impfzahlen für 2008 des Verbands der Privaten Krankenversicherung in Deutschland nahe, welche die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) am Montag vorstellte. Danach haben in Deutschland die 17- und 18-jährigen Frauen die höchste Impfquote. "Das ist für eine vorbeugende Wirkung vielfach zu spät, Eltern und Ärzte sollten sich möglichst früher mit diesem Thema befassen", sagte der Leiter des wissenschaftlichen Instituts des Verbands, Christian Weber, der Zeitung.

Auslöser für Gebärmutterhalskrebs

Auslöser für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind meist Humane Papilloma-Viren (HPV), die in der Regel durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Deshalb sollte eine Impfung bereits vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen.

Bei den Privatversicherten in Deutschland waren 2008 rund zwei Drittel der geimpften Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahre alt. Die höchsten Quoten hatten die 17-Jährigen (15,9 Prozent) und 18-Jährigen (15,6 Prozent). Bei den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild: So wurden zwar insgesamt mehr als die Hälfte der HPV-Impfungen Mädchen vor dem 16. Geburtstag verabreicht. Dennoch waren die Quoten der 16- und 17-Jährigen mit fast 19 bzw. 20 Prozent am höchsten.

Impfschutz erst nach einem halben Jahr

"Optimalerweise sollte vorher geimpft werden, denn die Dreifach- Impfung braucht auch ein halbes Jahr, um langfristigen Schutz zu gewährleisten", sagte Yvonne Deleré von der Geschäftsstelle der deutschem Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut am Montag in Berlin. "Bei einer 17-jährigen, die schon ihren vierten Freund hat, kann der Nutzen einer Impfung schon fraglich sein." Umgekehrt hätte aber laut Statistik ein Viertel der Mädchen mit 17 Jahren noch gar keinen Sex.

Impfempfehlung in Deutschland erneuert

Die Impfung gegen HP-Viren ist in Deutschland unter anderem wegen fehlender Langzeitstudien zu Wirksamkeitsdauer und Nebenwirkungen sowie ihrer hohen Kosten immer wieder in der Kritik. Erst vor kurzem hatte die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut aber ihre Impfempfehlung für Zwölf- bis 17-jährige Mädchen erneuert. (APA/dpa)

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