Mordversuch an Asylwerber: Verdächtiger festgenommen

24. August 2009, 16:38
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Wohnte ebenfalls im Heim der Diakonie

Wien - Neue Entwicklung nach dem Mordversuch an einem nigerianischen Asylwerber (39) am Mittwoch im Flüchtlingshaus Rossauerlände in Wien: Wie die Polizei erst heute, Montag, bekanntgab, war damals noch am selben Tag ein Verdächtiger vorübergehend fest- und mittlerweile in Untersuchungshaft genommen worden. Es handelt sich dabei um einen 30-jährigen Landsmann des Opfers, der aus dessen Umfeld stammt, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger im Gespräch mit der APA.

Der 30-Jährige war ebenfalls im Flüchtlingshaus untergebracht. Bei den Ermittlungen im Umfeld des Opfers habe einiges darauf hingedeutet, dass der 30-Jährige mit dem Mordversuch im Zusammenhang stehen könnte, erklärte der Sprecher. Zu den Einvernahmen des Mannes wollte der Beamte keine Stellungnahme abgeben. Auch zu einem möglichen Motiv gab es noch keine Erklärung. "Die Ermittlungen sind nach wie vor im Gange", so Hahslinger.

Tatwaffe konnte bisher noch keine sichergestellt werden. Dem Vernehmen nach soll der Verdächtige auch einmal mit dem Opfer in einem Zimmer zusammengewohnt haben.

Im Zimmer gefunden

Das seit rund fünf Jahren in Österreich aufhältige Opfer war vergangenen Mittwochnachmittag mit Kopfverletzungen in seinem Zimmer in der Glasergasse gefunden worden. Der 39-Jährige dürfte bereits einige Stunden dort am Boden gelegen haben, bevor man ihn entdeckt hatte. Er musste notoperiert werden und befand sich am Montag nach wie vor im Spital: Der Verletzte sei noch nicht einvernahmefähig, sein Gesundheitszustand aber stabil, so die Bundespolizeidirektion. Die Wunden dürften von Hieben mit einem scharfen, langen Gegenstand stammen.

Diakonie Flüchtlingsdienst-Geschäftsführer Christoph Riedl beschrieb das Opfer als einen "extrem ruhigen Menschen, der nie aufgefallen ist". Das Flüchtlingshaus Rossauerlände hat Kapazität für etwa 170 Flüchtlinge; großteils sind Familien untergebracht. "Es ist unser Vorzeigemodell. Wir versuchen viel, um den Alltag mit den Bewohnern zu gestalten", sagte der Geschäftsführer. Natürlich gebe es immer wieder einmal kleinere Vorfälle: "Aber es ist großteils recht harmonisch." (APA)

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