Czech Airlines mit 70 Millionen Euro Verlust

24. August 2009, 14:57
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Drastische Sanierungsmaßnahmen sind geplant

Prag - Die tschechische staatliche Fluglinie Czech Airlines (CSA - Ceske aerolinie a.s.) hat im 1. Halbjahr 2009 einen Verlust in der Höhe von 1,8 Mrd. Kronen (70 Mio. Euro) erlitten - deutlich stärker als erwartet. Es sollen nun drastische Sanierungsmaßnahmen vorbereitet werden, berichtete die tschechische Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" am Montag unter Berufung auf interne Dokumente der Fluglinie. Im ersten Halbjahr 2008 hatte die vor der Privatisierung stehende Airline einen Verlust von 178 Mio. Kronen eingeflogen, im Gesamtjahr 2008 wurde dann aber ein Vorsteuergewinn in der Höhe 500 Mio. Kronen erwirtschaftet. Offiziell sollen die Halbjahreszahlen am Mittwoch veröffentlicht werden.

Auch die Passagierzahl sank im 1. Halbjahr 2009 im Jahresvergleich um fast 10 Prozent auf 2,08 Millionen Fluggäste. Die Auslastungsrate der CSA-Flugzeuge fiel damit auf unter 60 Prozent.

Flüge werden gestrichen

Neben dem bereits früher angekündigten Abbau von 860 Mitarbeitern von insgesamt 4.600 Beschäftigten plant die Fluggesellschaft nun weitere Sparmaßnahmen. So drohen der verbliebenen Belegschaft Lohnsenkungen und die Streichung der freiwilligen Beiträge zur Pensionsversicherung. Weiters will die CSA fünf Maschinen sowie ihr zollfreies Geschäft verkaufen bzw. einige Flüge streichen. Eine Verbesserung der Bilanz verspricht sich CSA vom 2. Halbjahr 2009, dass nach Auffassung der Fluglinie besser als das 1. Halbjahr werden soll, hieß es.

Die zu 91,5 Prozent staatliche Airline kommentierte die Informationen des Blattes bisher nicht. Nach früheren Angaben des Chefs des CSA-Aufsichtsrates, Ivan Kocarnik, müssten die Ausgaben den "dramatisch sinkenden" Erlösen angepasst werden, denn sonst würde das Unternehmen Pleite gehen.

Die deutlich schlechteren Wirtschaftsdaten der CSA könnten sich als Gefahr für den ohnehin schleppend laufenden Privatisierungsprozess herausstellen. Von den ursprünglich vier Bewerbern ist nur einer übrig geblieben - das Konsortium des tschechischen Tourismus-Mischkonzerns Unimex und der mehrheitlich isländischen Travel Service. In vergangener Woche zog sich KLM-Air France von dem Wettbewerb zurück. Der künftige CSA-Eigentümer soll nach dem Fahrplan bis Ende September feststehen. (APA)

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