Festnahmen bei Razzien gegen mutmaßliche Islamisten

24. August 2009, 14:44
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Polizei vereitelte nach eigenen Angaben mehrere Anschläge - Afghanischer Journalist in Grenzregion getötet

Islamabad/Jamrud - Die pakistanische Polizei hat am Montag bei Razzien 13 militante Islamisten festgenommen und damit nach eigenen Angaben mehrere größere Anschläge vereitelt. Bei eine der Razzien in der ostpakistanischen Stadt Sargodha sei einer der führenden Anwerber der Taliban gefasst worden, erklärte Polizeichef Usman Anwar. Die Festnahme der sechs Verdächtigen habe ein Chaos in der Stadt verhindert. Die Zelle habe in der kommenden Woche Anschläge auf ausländische Einrichtungen, Politiker und schiitische Moscheen verüben wollen.

Die Gruppe habe Verbindungen zu dem vermutlich bei einem US-Raketenangriff getöteten Talibanführer Baitullah Mehsud gehabt, sagte Anwar. Der als führender Anwerber geltende Zaid Mustafa habe potenzielle Selbstmordattentäter für die Ausbildung in Afghanistan rekrutiert. Er werde verdächtigt, Anschläge in Lahore, Karachi oder Rawalpindi logistisch unterstützt zu haben.

Razzia im Süden des Landes

Bei einer Razzia in Karachi im Süden des Landes wurden zuvor sieben mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Organisation Lashkar-e-Jhangvi festgenommen. Außerdem wurden zwei Kilogramm Heroin, drei Sprengstoffwesten und 15 Kilogramm Sprengstoff sichergestellt. Auch diese Aktion habe geplante Terroranschläge vereitelt, erklärte Polizeisprecher Fayyaz Khan am Montag.

Ziel seien Regierungsbeamte, Polizisten und Büros des Geheimdienstes gewesen. Heroin habe die Gruppe nach Singapur, Malaysia, China und in die Vereinigten Arabischen Emirate exportiert. Ein Teil der Gewinne sei an einen Talibankommandanten im pakistanischen Südwesten weitergeleitet worden, sagte Khan. Die verbotene Lashkar-e-Jhangvi soll Verbindungen zu Al-Kaida und den pakistanischen Taliban haben. Ihr werden zahlreiche Terroranschläge vorgeworfen.

Journalist erschossen

Bewaffnete erschossen unterdessen im Nordwesten Pakistans einen afghanischen Fernsehjournalisten und verletzten seinen Kollegen schwer. Janullah Hashimsada (Hashim Sada) wurde nach offiziellen Angaben am Montag in einem öffentlichen Kleinbus in der Khyber-Region niedergeschossen. Sein Kollege Ali Khan wurde am Hals von einem Schuss getroffen. Der Fahrer des Kleinbusses sagte, ein weißes Auto habe ihn in der Nähe der Stadt Jamrud zum Anhalten gezwungen. Drei Bewaffnete hätten dann das Feuer auf den Bus eröffnet.

Hashimsada war Bürochef in Pakistan für den afghanischen Fernsehsender Shamshad TV. Der Journalist lieferte auch Material an andere Medienorganisationen, darunter die Nachrichtenagentur AP. Als er umgebracht wurde, war er auf dem Rückweg aus Afghanistan. Kollegen sagten, der Afghane habe kritisch über den Aufstand der radikal-islamischen Taliban in seinem Heimatland berichtet.

Journalisten sind in Pakistan zuletzt immer häufiger Ziel von Einschüchterungsversuchen und Anschlägen geworden. Nach Einschätzung von Medienvertretern versuchen sowohl militante Kämpfer als auch Agenten der Regierung, Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen.

Die Gewalt in der Khyber-Region hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Über den strategisch wichtigen Pass wird ein Hauptteil des Nachschubs für die US-Truppen in Afghanistan geliefert. Die Stammesregion an der pakistanisch-afghanischen Grenze gilt als Hochburg radikal-islamischer Extremisten. (APA/AP/Reuters)

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    Bei einer Razzia in Karachi im Süden des Landes wurden zuvor sieben mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Organisation Lashkar-e-Jhangvi festgenommen.

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