Lega Nord verlangt Nachrichten im Dialekt

24. August 2009, 14:13
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Die rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord setzt ihre Kampagne zur Wiederbelebung des Dialekts in den norditalienischen Regionen fort

Rom - Der italienische Landwirtschaftsminister und einer der Spitzenpolitiker der Lega Nord, Luca Zaia, verlangt die Einführung von Nachrichten im Dialekt. Neben den regionalen Nachrichten, die der öffentlich-rechtliche Sender RAI 3 ausstrahlt, sollte auch eine Tagesschau in regionalen Sprachen geplant werden. "Ich finde es kein Sakrileg, wenn Nachrichten im Dialekt gelesen werden", meinte der Minister.

Auch der Fußball sollte laut Zaia eine stärkere lokale Verankerung haben. Auf den Fußballer-Trikots sollten städtische oder regionale Wappen prangen. "Einige Fußballmannschaften wie Venedig, Perugia und Palermo tun das schon. Es wäre aber schön, wenn auch die Spieler größerer Fußballclubs auf den Trikots die Zeichen ihrer Stadt oder Region tragen würden. Das wäre ein Weg, um die lokale Kultur und Tradition zu fördern", meinte Zaia.

Die Lega Nord hatte kürzlich bereits gefordert, dass italienische TV-Serien im jeweiligen Dialekt gedreht werden sollen, um die regionale Kultur zu fördern und die lokale Tradition vor der Globalisierung zu retten. "Die lokalen Sprachen müssen geschützt werden. Man muss dafür sorgen, dass sie an die jüngeren Generationen weitergegeben werden, die sie durch die jetzigen TV-Kanäle nicht kennenlernen können", so Zaia.

Der Parteichef der Lega Nord und Reformenminister, Umberto Bossi, arbeitet an einem Gesetzentwurf, damit Dialektunterricht an den italienischen Schulen eingeführt wird. "Dialektunterricht muss in der italienischen Schule Pflicht sein. Dialekt könnte den Kindern auch mit Musik, zum Beispiel mit Volksliedern, gelehrt werden ", sagte Bossi. (APA)

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