Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft für entlarvten "Klon-Pionier"

24. August 2009, 13:35
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Hwang Woo Suk hatte 2005 für einen der größten Forschungsskandale der jüngeren Vergangenheit gesorgt

Seoul - 2005 tat er für die Bio-Wissenschaften das gleiche wie Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer im selben Jahr für den Fußball: Die Fälschungen des zuvor als "Klon-Pionier" gerühmten Hwang Woo Suk aus Südkorea sorgten für einen der aufsehenerregendsten Wissenschaftsskandale in den vergangenen Jahrzehnten. 

Das US-Fachjournal "Science" musste Anfang 2006 zwei nachweislich gefälschte Stammzellstudien Hwangs zurückziehen. Hwang und sein Team hatten behauptet, als weltweit erste Forscher menschliche Stammzellen aus geklonten Embryos gewonnen zu haben. Später wurde Hwang noch für seinen Artikel über das Klonen maßgeschneiderter Stammzellen für Patienten gefeiert. Nach Angaben der Ermittler haben die patientenspezifischen Stammzellen niemals existiert.

Der einst als "Volksheld" gefeierte Hwang wurde schließlich wegen Betrugs und der Veruntreuung von Forschungszuschüssen angeklagt. Mehr als drei Jahre nach Beginn des Prozesses hat die Staatsanwaltschaft nun vier Jahre Haft beantragt. Die Verhandlung habe gezeigt, dass eine fehlgeleitete Auffassung von Forschungsethik und übertriebener Ehrgeiz zur Fälschung von Labordaten und Studien geführt hätten, sagten die Anklagevertreter am Montag vor einem Gericht in Seoul. Zudem wird dem 56 Jahre alten Tiermediziner wegen illegaler Beschaffung von Eizellen für seine Experimente der Verstoß gegen das Bioethikgesetz vorgeworfen. Nach Auffassung der Verteidiger ist Hwang unschuldig - mit dem Urteil wird laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap im Oktober gerechnet. (APA/red)

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    Hwang Woo Suk ist zum Medienstar geworden ... in gewisser Weise

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