Merkel will Zahl der Schulabbrecher halbieren

24. August 2009, 13:59
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Auch Steinmeier drängt erneut auf mehr Investitionen für Bildung

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht auf verstärkte Anstrengungen im Bildungsbereich. "Das Thema Bildung ist ein zentrales Thema für das nächste Jahrzehnt", sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Ein konkretes Ziel sei es, die Zahl der Schulabbrecher zu halbieren. Merkel verwies auf die im vergangenen Jahr mit den Ministerpräsidenten getroffene Vereinbarung, den Anteil der Ausgaben für Bildung, Forschung und
Entwicklung bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. "Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe, und wir arbeiten gerade im Augenblick daran, wie wir das genau umsetzen."

Merkel dankte zugleich "allen Unternehmen, die jungen Menschen die Chance auf eine gute Berufsausbildung geben". Davon hänge die Zukunft des Landes ab. Sie sei "sehr dankbar, dass dies viele Unternehmen auch verstehen und insbesondere mittelständische Unternehmen ihren Beitrag zur Ausbildung von jungen Menschen leisten". Die duale Berufsausbildung nannte sie "eines der Markenzeichen der Sozialen Marktwirtschaft".

Die SPD dringt ebenfalls auf zusätzliche Investitionen im Bildungsbereich. Mehr Bildung sei entscheidend für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze, sagte ihr Kanzlerkandidat Frank-Walter
Steinmeier am Samstag im Deutschlandfunk. Nach dem am Donnerstag auf einem Kongress in Kiel beschlossenen bildungspolitischen Konzept der Sozialdemokraten sollen künftig sieben Prozent des
Bruttoinlandsprodukts allein in den Bildungssektor fließen, also ohne die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Die Zahl der Schulabbrecher soll nach dem Willen der SPD jährlich um zehn Prozent sinken.

Zweifel äußerten führende Sozialdemokraten in Kiel zugleich an den bildungspolitischen Zusagen der CDU. Diese seien mit dem Versprechen der Union für umfassende Steuersenkungen nicht
vereinbar, argumentierte Steinmeier. Er warnte vielmehr vor einem Kahlschlag im Bildungsbereich, sollten diese Steuersenkungen tatsächlich umgesetzt werden. (AFP)

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