Krise trifft Stein- und Keramikindustrie hart

24. August 2009, 12:05
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Im ersten Halbjahr 2009 brachen die Umsätze im Jahresabstand um 16,02 Prozent ein

Wien - Die Wirtschaftskrise trifft Österreichs Stein- und Keramikindustrie hart: Im ersten Halbjahr 2009 brachen die Umsätze im Jahresabstand um 16,02 Prozent ein und sanken auf 1,47 Mrd. Euro. Die Zahl der Mitarbeiter reduzierte sich im selben Zeitraum um 6,2 Prozent auf 15.221. Angesichts dieser Tatsachen fordert der Geschäftsführer des Fachverbandes Stein-Keramik, Carl Hennrich, am Montag in einer Aussendung eine "Weichenstellung für die Zeit nach der Krise".

Preisverfall und Wetter belasten

Der Umsatzeinbruch sei aber nicht nur auf die Konjunkturflaute zurückzuführen. Auch das schlechte Wetter und der Preisverfall von fünf bis zehn Prozent hätten zur aktuellen Situation beigetragen. Schnee und Regen von Jänner bis Juni sind laut Hennrich für "etwa die Hälfte des Umsatzrückganges" verantwortlich. Beim Tiefbau gab es ein Minus von 15 Prozent, beim Hochbau machte der Rückgang 14 Prozent aus.

Im Gesamtjahr könnte das Umsatzminus bei 10 Prozent liegen, sagte Hennrich. Dies sei aber nur dann zu erreichen, wenn das Wetter in der zweiten Jahreshälfte "halbwegs" mitspiele und die Kreditbremse für den Hochbau "endlich gelöst" wird. Für 2010 rechnet der Fachverbandsgeschäftsführer mit keiner Verbesserung. Es dauere "viel länger", die rasch zurückgestellten Projekte "wieder in Gang zu setzen".

Weichenstellung für die Zukunft

Aufgrund der Umsatzrückgänge fordert Hennrich die Politik auf, "die Weichen für die Zeit nach der Krise" zu stellen. Ansonsten lande nicht nur der Industriezweig, "sondern der Wirtschaftsstandort Österreich am Abstellgleis".

Ein Problem für die Stein- und Keramikindustrie sind nicht nur die sinkenden Umsätze, sondern auch die CO2-Ziele. Eine Erhöhung des Reduktionen von 20 auf 30 Prozent wäre ein "riesiges Schreckensszenario". Derzeit werde "intensiv daran gearbeitet" das 20-Prozent-Ziel zu erreichen und auch die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 34 Prozent umzusetzen. Für die Industrie sei "das Ende der Fahnenstange erreicht", sagte Hennrich. Er verlangt, dass in Zukunft auch die Sektoren Verkehr und Raumwärme für die Erfüllung zusätzlicher Klimaschutz-Verpflichtungen herangezogen werden.

Eine weitere Forderung ist ein dauerhafter Sanierungsscheck. Die Förderung der thermischen Sanierung mit 100 Mio. Euro habe ein Investitionsvolumen von 850 Mio. Euro ausgelöst, sagte Hennrich. (APA)

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