WWF: Von 2007 nichts gelernt

24. August 2009, 10:37
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Fehler bei Bebauung und Brandbekämpfung

Athen/Frankfurt/Main - Die derzeitigen Waldbrände in Griechenland sind nach Auffassung der Umweltorganisation WWF Ausdruck eines fortlaufenden Versagens in der Brandprävention. "Griechenland hat nichts aus dem Katastrophensommer 2007 gelernt, und so sind die aktuellen Brände nur eine Frage der Zeit gewesen", meinte WWF-Mitarbeiter Nina Griesshammer am Montag.

Vor allem habe es die Regierung verpasst, ein Bebauungsverbot für Flächen zu erlassen, die durch Waldbrände frei geworden seien. Dies sei eine der zentralen Forderungen des WWF vor zwei Jahren gewesen. Ein für Griechenland spezielles Problem ist laut der Organisation außerdem, dass sich die ländlichen Regionen entvölkern. So werde die Pflege der Landschaft vernachlässigt, und es sammele sich immer mehr brennbares Holz und Gras an.

Dazu ist die Brandbekämpfung nach Einschätzung des WWF nach wie vor mangelhaft. "Die Löscharbeiten in Griechenland sind sehr schlecht organisiert, und es fehlt ein flächendeckendes Netz von Wasserzugängen", kritisierte Griesshammer. Dazu komme, dass die griechische Regierung zu wenig Prävention betrieben habe. "Es gibt beispielsweise keine Karten darüber, welche Gegenden besonders von Bränden bedroht sind - und deshalb wurden auch viel zu wenig Brandschutzschneisen geschlagen", sagte sie.

Nach einer aktuellen Waldbrandstudie des WWF haben nur etwa vier Prozent aller Waldbrände natürliche Ursachen, wie zum Beispiel Blitzeinschlag. "In allen anderen Fällen ist der Mensch, sei es direkt oder indirekt, sei es absichtlich oder versehentlich, verantwortlich für den Brand", sagte Griesshammer. Nach Angaben des WWF hat sich allein im Mittelmeerraum die durchschnittliche, jährliche Waldbrandfläche seit den 1960er Jahren vervierfacht. Für die kommenden Jahre prognostiziert der WWF in seiner Studie eine weitere Verschlimmerung der Situation. (APA)

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