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Radfahrer nehmen sich des öfteren von der StVo aus.
Nämlich zu normalen, sozial verträglichen Menschen, die Regeln zum Schutz von Allgemeinheit und Schwächeren beherzigen würden. Doch bevor wir ihn, N., nun würgen oder beschimpfen dürften, sagte N., bitte er um ein paar Sekunden Vorsprung. Um freies verbales Geleit: Er könne, sagte N., alles beweisen. An jedem von uns. Auch an sich selbst.
Er sei ja selbst intensiver Stadtradler. Aber eben auch Autofahrer: hin und wieder und Überland. Doch während da keiner auf die Idee käme, rote Ampeln zu ignorieren, nächtens lichtlos zu cruisen, Fußgängerzonen und Gehsteige zu befahren, Einbahnschilder zu missachten oder Fußgänger auf Zebrastreifen in voller Fahrt knapp zu verfehlen, sei das am Rad doch oft genau so. Oder? Schweigen.
Eben, triumphierte N. - und setzte fort: Da also viele Radfahrer vernünftige Autolenker seien, müsse die temporäre Idiotie wohl vom Vehikel ausgelöst werden. Doch damit nicht genug: Was ihn, N., darüber hinaus fasziniere, sei der parallel zum Fahrzeugwechsel einhergehende Perspektiven- und Rechtsbewusstseins-Switch: Im Auto verwünsche er viele Radler laut und heftig. Aber am Rad halte er das gerade noch Verfluchte dann für der Situation angepasst:
Die Regeln wären für Autofahrer gemacht - und die seien Mörder. Alle. Sein Fazit, sagte N., sei somit klar: Radfahren macht blöd. Wir pflichteten bei. Ach ja: Wir saßen im Auto. (Thomas Rottenberg/DER STANDARD/Automobil/21.8.2009)
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am schlimmsten sind diese traummännlein-fuffis, die konstant mit 16,5 km/h unterwegs sind - egal, ob ampeln rot, fußgänger auf dem zebrastreifen oder andere motorisierte und nicht motorisierte verkehrsteilnehmer vorrangberechtigt sind - mit entrücktem gesichtsausdruck fahren sie immer sturheil weiter... richtungswechsel anzeigen ist natürlich auch nicht.
kürzlich war ich nahe dran, eine davon von ihrem rad runterzutreten, als sie bei rot ohne einen blick links oder rechts einfach über den zebrastreifen weiterfuhr und dabei ein kind und meine zehen nur um cm verfehlte - einige meter weiter wäre sie dann beinahe noch von einem PKW (der ja grün hatte!) zusammengeschoben worden - und womit? mit recht!! ;oP
leider trifft das vor allem uns Ostösterreicher. Man vergleiche die Stadt Wien mit der Stadt Salzburg. Aber auch was der Glatzerte in seinem Gut Niederösterreich zulässt spottet jeder Beschreibung. Radwege im Industrieviertel sind einfach zum Kotzen. Gehsteigradwege entlang der B17, B18 eingezwängt zwischen Schaufenstern, Schanigärten und Autotüren... und die wundern sich, dass niemand ihre vertrottelten Radwege benützt.
Die Infrastruktur für Radfahrer ist eindeutig schlechter als für Autofahrer. Stimmt. Wien ist eine Katastrophe. Graz ist gottseidank wesentlich besser. Abgesehen vom Hindernis notorischer Radwegparker und ein paar Touristen, die Rad- von Gehweg nicht unterscheiden können, ist es hier gar nicht so schlecht; das Radwegenetz ist durchaus brauchbar.
Was mir aufgefallen ist: das Verhalten der Autofahrer Radfahrern (und auch Inlineskatern) gegenüber ist extrem vom Kennzeichen abhängig. Wenn man in Graz mit dem Rad auf der normalen Fahrbahn unterwegs ist und geschnitten wird, dann war es mit hoher Wahrscheinlichkeit entweder ein Fahrer aus dem Umland, der keinen Stadtverkehr gewohnt ist, oder ein Wiener.
Der Gürtel: Die Autos und Fahrräder bekommen gleichzeitig Grün. Wenn die Autos mit ihrer Beschleunigung die nächste Ampel erreicht haben könnten, wird diese Grün. Bis mensch als FahrradfahrerIn dort ankommt ist natürlich schon fast rot. Obwohl der Querverkehr erst gefühlte 10 Minuten später grün bekommt.
Abgesehen davon: Mal ist der Radweg auf der innerstädtischen Seite der U6, mal draußen. Mal muss man dann auch über die Autostreifen raus, um 50 Meter später wieder reinzukreuzen.
Motto der Stadtplanung: "Da passt irgendwie nix gscheid rein... naja, machma halt Radweg" ???
hatte ich aber in Paris. Ich bin vom Westen mit dem Taxi in die Innenstadt gefahren. Ein älterer Herr fuhr auf dem Fahrrad. Er ignorierte die roten Ampeln (natürlich hat er geschaut, bevor er in die Kreuzung fuhr) und war dann aber genau gleich schnell wie wir mit dem Taxi.
Für alle WienerInnen ein schönes Gebiet im 17. Bezirk ganz draußen.
Der Weg dorthin führt zuerst entlang eines schönen Radweges über die Alszeile. Plötzlich hört der Radweg auf, und man ist auf einer Straße, die links und rechts einen Parkstreifen(!!!) hat, und in der Mitte je eine Fahrbahn pro Richtung mit Straßenbahnschienen.
Ein Gräuel.
und zwar aus dem 14ten in den 2ten.
Es war eine Katastrophe. Teilweise extrem schlecht ausgeschildert, Fahrradwege dort, wo gleichzeitig Straßenbahnschienen sind (im 7ten, es war feucht, und ich bin sogar einmal hingefallen), jedenfalls war es furchtbar.
Ich gebe zu, ich bin nicht sehr geübt als Stadtfahrradfahrer, aber ich bin auch nicht grenzdebil. Aber um wirklich zu erkennen, wo es einen guten Fahrradweg gibt, dazu bedarf es offenbar wirklich ein Navi. Was mir aber sowieso nie auf den Lenker kommt.
... fährt ein LKW, ohne zu schauen, auf den Gehsteig, auf Geh- und Radweg.
Hätte ich nicht rechtzzeitig scharf gebremst hätte mich der LKW zwischen sich und der Wand eingequätscht - super!
Und auf mein - noch freundliches - Kommentar "Das haben sie aber jetzt ganz toll gemacht..." schaute er nur dämlich.
Was genau macht nochmal blöd?
vor allem der - vermeintliche !! - Wohlstand. Die Leute, die solche Radwege planen sind meistens irgendwelche Fünfzigjährige, für die das Auto einst der feuchte Traum war und die sich heute aufgehalten fühlen wenn sie ein Fahrrad sehen. Auf Gemeindeebene kommt dann noch dazu, dass man in sozialdemokratischen Kreisen notgedrungen unter sich ist (sprich: Fünfzigjährige und älter) ud kein frischer Wind von - jungen - Leuten kommt, für die nun ein edles Fahrrad (das sie auch benützen) das Statussymbol ist. Man muss der Fairness halber aber hinzufügen, dass Wien versucht, eine Gesetzesänderung durchzubringen in welcher die Fahrradbenützungspflicht abgeschafft würde.
War mal in Amsterdam und seitdem verstehe ich, wieso bei denen alle mit dem Rad fahren: Es gibt einfach überall Radwege. Man muss nichtmal ortskundig sein. Die Radwege sind breit genug, dass man bei entgegenkommenden Radfahrern zu zweit nebeneinander fahren kann und die Ampeln sind vernünftig geschalten.
Fährt man bei uns hingegen durch die Gegend fühlt man sich wie eine fahrende Straßenblockade - seien wir uns ehrlich, der autofahrer in uns weiß, wie nervig so ein Radfahrer sein kann, egal wie weit er am Straßenrand fährt.
Jeder redet von Helmen, das eigentliche Sicherheitsrisiko sind die fehlenden Radwege.
Ha, da muss ich auch meinen Senf dazugeben.
Ich war für 2 Tage in Groningen und war von der ungeheuren Menge an Radeln beeindruckt.
Die Fietsen sind überall.
Viele Holländer haben mehr als ein Rad. ZB eines am Wohnort für die Fahrt zum Bahnhof und eines am Bahnhof in der Stadt wo sie arbeiten in einer RADBOX (versperrbare Minigarage fürs Rad).
Lustiges am Rand:
Am Abend fahren die Leute schon rauschig herum und bei der Anzahl an Radlern krachts da schon häufig. Ich hab allein in den 2 Tagen 4 Unfälle gesehen, immer waren es "intoxicated bikers". Es hat sie bei den Crashes (Vorrangverletzung, usw.) aufgebirnt, dann sind sie aber weitergefahren.
Die Radln sind meist simpler, mit weniger Gängen als bei uns. Wohl auch wegen der Ebenheit.
Alt, rostig (das Fahrrad, nicht ich) ein Gang, Klingel, gute Bremsen (!) und 2 Schlösser (!) a 3kg - das perfekte Transportmittel!
Nur die vielen Radwege (Anm.: überall in NL) ermöglichen täglich einer halben Million Amsterdammer (2/3 der Einwohner) entspannt Fahrrad zu fahren.
Woher kommt's und warum ist's in Wien anders? 2 Ideen: Distanzen sind in Holland wesentlich geringer (Amsterdam ~ 30 Fahrradminuten Durchmesser) und das Land ist flach - bis auf die Brücken.
Es ist faszinierend, dass es die Stadtplaner von Amsterdam trotz enormen Platzmangel geschafft haben Radwege anzulegen. Es ist traurig, dass es in Wien - einer zigfach grösseren und weitläufigeren Stadt - nicht klappt.
die stvo behandelt sie mal als fahrzeuge - aber mit massiven ausnahmen wie "verlassen einer radfahranlage", welche regel sie aus dem gefüge der normalen vorrangregeln rausschmeisst, und mal wie fussgängerInnen - zB bei der dem schutzweg nachempfundenen radfahrerüberfahrt.
eine "radfahranlage" - wer kennt die 6 kategorien davon? - hat völlig andere vorrangsverhältnisse zu querstrassen und -wegen als die strasse, die sie begleitet.
viele geh/radwege sind physisch ident mit den gehsteigen, die sie mal waren und höchstens für schrittgeschwindigkeit geeignet, haben aber keine regel darüber; in der fuzo hingegen ist bedingungslos schrittgeschwindigkeit, auch dort wo die bim mit 20 durchbraust.
wer soll sich da noch auskennen?
Macht sie darauf aufmerksam wenn euch das Verhalten mancher Radfahrer nicht gefällt. Lautstark und wenn nötig handgreiflich.
Haltet ihn auf wenn einer auf dem Gehsteig fährt.
Als Stadtradler der ersten Stunde weiß ich: Wir mussten uns anfangs gegen die Autofahrer wehren bis die überhaupt kapiert haben dass es Radfahrer gibt. Es hat gewirkt.
wie es eben vorgesehen ist, und das aus einem ausreichenden abstand.
und ansonsten nicht gefährden, weil sie vom vertrauensgrundsatz genauso ausgenommen werden müssen wie wenn sie auf der fahrbahn herumspazieren.
gesetz und planung hetzen fussgängerInnen und radlerInnen aufeinander, solange sie aber nur ineinander den jeweiligen feind sehen, lachen die autolobbys.
Ich wiederhole mich.....
Die Fußgängerampel schaltet auf rot, lange bevor die "runde Ampel" überhaupt erst blinkt. Die Zeitdifferenz heißt Räumzeit. Eine sinnvolle Einrichtung.
Auch für Radfahrer ist eine Räumzeit vorgesehen. Der MA46 ist allerdings immer noch nicht bekannt dass Radfahrer schneller sind als Fußgänger, denn die Radampel schaltet ZUR SELBEN ZEIT auf rot wie die Fußgängerampel.
Hab ich vor Jahrzehnten dem Radverkehrskoordinator gesagt. Er meinte, Radfahrer bemerken das nicht.
Oft denkt man als Radfahrer: Für wie blöd halten die mich? Jetzt wissen wir: Für SO blöd.
DAS macht blöd!
Fazit: Ampel ignorieren. Wird zur Gewohnheit. Und wenn schon die Ampeln zu ignorieren sind, dann alles andere auch gleich....
Mobilitätsbedingt wie im obigen Bericht habe auch ich festgestellt, dass sich mein Fahrstil dem jeweiligen Fahrzeug anpasst.
Mit dem Rad ist man halt mal wegen der erhöhten Flexibilität und Dynamik - gerade in der Stadt, als auch des geringeren Strafausmaßes (Abmahnung bei artiger Beamtenkonversation) auf lange Sicht dazu verdammt diese auch h.u.w. auszunutzen.
ABER BLÖDE wird man dadurch noch lange NICHT!!!
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