Nikotinvergiftung durch Arbeit auf Tabakplantagen

24. August 2009, 10:15
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Kinder nehmen über ihre Haut bis zu 54 Milligramm Nikotin pro Tag auf - das entspricht dem Rauch von rund 50 Zigaretten

Blantyre  - In Malawi sind zehntausende Kinder, die als Tabakpflücker arbeiten müssen, einer gefährlich hohen Nikotinbelastung ausgesetzt. Die in London ansässige Kinderhilfsorganisation Plan International schätzt, dass in dem armen afrikanischen Land mehr als 78.000 Kinder - manche davon erst fünf Jahre alt - jeden Tag bis zu zwölf Stunden auf den Tabakplantagen arbeiten.

Aufnahme von Giftstoffen über die Haut

Weil entsprechende Schutzkleidung fehle, nähmen sie über ihre Haut bis zu 54 Milligramm Nikotin pro Tag auf - das entspricht dem Rauch von etwa 50 Zigaretten, wie es in dem am Montag veröffentlichten Bericht weiter heißt. Die betroffenen Kinder zeigen demnach typische Symptome einer Nikotinvergiftung, beispielsweise starke Kopf- und Bauchschmerzen, Muskelschwäche, Husten und Atemnot.

Ein Verbot der Kinderarbeit auf den Plantagen sei unrealistisch, räumte ein Sprecher von Plan International in Malawi ein. Die Armut zwinge schon die Jüngsten, dort Geld zu verdienen. Die Organisation appellierte deshalb an die Arbeitgeber, den Kindern die erforderliche Schutzkleidung zur Verfügung zu stellen. In Malawi verdienen vier Fünftel der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt in der Tabakindustrie. (APA/AP)

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    Oft müssen Kinder ohne Schutzkleidung Tabak pflücken und nehmen die Giftstoffe über die Haut auf

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