Als Zwinkern geholfen hat

23. August 2009, 19:35
23 Postings

Die "Bezaubernde Jeannie" grub sich jahrzehntelang in das kollektive Gedächtnis dies- und jenseits des Atlantiks

In einer wissenschaftsgläubigen Zeit, als sich eine ganze Nation dem Ziel verschworen hatte, den Mond zu erreichen, steuerte eine junge Dame das nötige wie effektvolle Augenzwinkern bei. Die Weltraumfahrer bekamen mächtige, aber konfuse Gesellschaft aus dem alten Pompeji. Denn da ist sie her, die Bezaubernde Jeannie, und sie grub sich jahrzehntelang in das kollektive Gedächtnis dies- und jenseits des Atlantiks.

Mit ihr wurde Barbara Eden, die am Sonntag ihren 75. Geburtstag feierte, zur Ikone harmloser, angepasster TV-Unterhaltung in einer recht prüden Zeit (Bauchnabel musste verdeckt sein, keine langen Kussszenen, Schlafzimmerverbot für Jeannie). In 139 Folgen machte die Flaschenbewohnerin den erwählten Raumfahrer zum Dauerkrisenmanager in Screwball-Manier. Ihm assistierten Major Healey und Dr. Bellows, beide mit der wunderbaren Gabe gesegnet, besonders dämlich aus der Wäsche schauen zu können. Die deutsche Version profitierte übrigens davon, dass das übliche Sitcom-Lachen herausgeschnitten wurde. Eine Maßnahme, die etwas für sich hatte.

Für Larry Hagman startete damit eine schöne Karriere, auch wenn man ihm nach ein paar Dallas-Folgen nicht mehr abnahm, dass er kein Ungustl sein könnte. Für Barbara Eden ging die Geschichte weniger gut weiter: nur kleinere Filmrollen, nichts, was an den überragenden Erfolg von Jeannie anschloss, depressive Phasen. 2001 erlag ihr einziger Sohn Matthew einer Drogensucht.

Wiederauflagen des Jeannie-Stoffs in den 80er- und 90er-Jahren scheiterten. Trotzdem ist die Idee nicht tot: Seit vielen Jahren überflutet harmlose Hexen-Fantasy die TV-Nachmittage. Und im ORF ist Jeannie momentan wochentags um 14.50 zu sehen. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 24.8.2009)

  • Barbara Eden einst ...
    foto: orf

    Barbara Eden einst ...

  • Bild nicht mehr verfügbar

    ... und jetzt.

Share if you care.