Bleivergiftungen bei Kindern in Hunan und Shaanxi

23. August 2009, 19:24
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Bisher mehr als 2200 Fälle - Beamte festgenommen

Peking - Im Zusammenhang mit dem seit Wochen schwelenden Skandal um eine Massenbleivergiftung von Kindern in zwei chinesischen Provinzen sind nun zwei Regierungsbeamte verhaftet worden. Ihnen wird Nachlässigkeit vorgeworfen. Mehr als 1350 Kinder sind bisher in der südlichen Provinz Hunan erkrankt, wie Bluttests zeigten. 850 Bleivergiftungen wurden aus der weiter nördlich gelegenen Provinz Shaanxi gemeldet. Die Behörden gehen mittlerweile von mehr Fällen aus.

Die festgenommenen Beamten arbeiteten in der Umweltbehörde der Stadt Wugang (Hunan). Dort war vergangenen Mai in der nahe gelegenen Stadt Wenping ohne Erlaubnis der Behörde ein Hüttenwerk in Betrieb gegangen. Der Geschäftsführer ist auf der Flucht.

Als im Juli in Wenping viele Kinder erkrankten, wurden erstmals mögliche Vergiftungen durch Umweltverschmutzung vermutet. "Als ich meine Söhne zum Arzt brachte, fragte er, ob wir nahe einer Metallhütte leben", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua eine Mutter. "Wir hatten die Mangan-Schmelzerei im Verdacht." Ein anderer Bewohner sagte: "Wann immer das Werk in Betrieb ist, können wir dichten Rauch und Staub in der Luft sehen." Blei greift das Nervensystem an, beeinträchtigt die Blutbildung und löst andere Gesundheitsstörungen aus.

Bluttests ausgeweitet 

Nach heftigen Protesten empörter Eltern wurden die beiden Schmelzereien in den Provinzen Shaanxi und Hunan geschlossen. Die Gesundheitsbehörden in Shaanxi wollen ihre Bluttests nun auf sechs weitere Dörfer ausweiten. Beim Skandal mit verseuchtem Milchpulver waren 2008 fast 300.000 Kinder erkrankt. (red, dpa, DER STANDARD - Printausgabe, 24. August 2009)

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    Ein Kind mit Bleivergiftung wird in einem Kranken-haus in Changsha in der chi-nesischen Provinz Hunan behandelt.

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