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Als Alternative zum Massentourismus ...

... würden sich sanftere Varianten anbieten.
Der immens starke (Fernreise-)Tourismus der industrialisierten Welt ist ein sehr junges Phänomen. Er begann mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Industrieländer Mitte des 20. Jahrhunderts. Heute wird soviel gereist wie noch nie. Weltweit registriert die World Tourism Organisation WTO derzeit mehr als 900 Millionen grenzüberschreitende Urlaubs- und Geschäftsreisen mit jeweils mindestens einer Übernachtung. Diese Mobilität verursacht Emissionen: bis zu neun Prozent ist der Anteil des weltweiten Tourismus an den Treibhausgasemissionen. Der Schwerpunkt der international geführten Debatten rund um das Thema Tourismus und Nachhaltigkeit fokussiert daher auf die Zusammenhänge von Tourismus und Klimawandel.
Im internationalen Tourismus beträgt der Anteil des Flugverkehrs zum Inlandsverkehr bei den Emissionen mehr als 80 Prozent, bei Inlandstourismus (weltweit ermittelt) dagegen liegt der touristische Autoverkehr mit mehr als 50 Prozent Emissionsanteil vorne. Gerade für den österreichischen Inlandstourismus ist das relevant: Im Österreich Tourismus dominiert noch immer - und mehr denn je - der PKW. Wie aus einem Bericht des Umweltbundesamts hervorgeht, betrug der Anteil der PKWs am Personenverkehr im Jahr 2006 69,9 Prozent. Der VCÖ hat berechnet, dass der PKW -Verkehr von 2006 bis 2020 um 26 Prozent steigen wird, wenn keine Trendwende eintritt. Auch im Flugverkehr ist ein weiteres Wachstum zu erwarten. Fehlende Besteuerung des Treibstoffs Kerosin, fehlender Emissionshandel im Flugverkehr und die Ausklammerung im Kyoto-Protokoll schieben dieser dramatischen Tendenz keine Riegel vor.
Nachhaltiger Tourismus in der Praxis
Nach Wahrnehmung von ExpertInnen ist die Nachfrage auf KonsumentInnenseite nach alternativen, nachhaltigen Reiseformen zum Teil höher als das Angebot, das zur Zeit am Markt ist. Obwohl das Angebot von Reiseveranstaltern, die die Möglichkeit zu alternativen, nachhaltigen Tourismusformen anbieten in den letzten Jahren sehr wohl im Steigen begriffen ist.
Grundlegende Anforderungen an Reiseanbieter sind neben dem Erhalt von natürlichen Ressourcen insbesondere:
•die Sensibilisierung von TouristInnen für ein verantwortliches und begegnungsorientiertes Reisen
•das Engagement für Menschenrechte und soziale Standards
•der Dialog mit der Tourismusindustrie
Nachhaltiger Tourismus in der Praxis
Der Dachverband "Forum anders reisen" mit Sitz in Deutschland vereint unter sich alle Veranstalter im deutschsprachigen Raum, die im Bereich nachhaltiges Reisen aktiv sind. Auf deren Webseite können nachhaltige Urlaubsangebote direkt gebucht werden. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss von zur Zeit etwa 150 Reiseveranstaltern, die sich dem nachhaltigen Tourismus verpflichtet haben.
Der größte österreichische Anbieter (Mitglied im Verein Forum anders reisen) ist "Weltweit Wandern". Wie der Name schon sagt, steht bei Weltweit Wandern das Gehen im Mittelpunkt ihres Reiseangebotes, da Gehen eine besonders intensive Art ist Natur und Kultur kennenzulernen. Als einziges Unternehmen im Bereich der Reisebranche hat Weltweit Wandern den Trigos Preis 2008 verliehen bekommen.
Zertifizierungen und Initiativen zur Umsetzung für nachhaltigen Tourismus
Versuche, den Tourismus sichtbar nachhaltiger zu machen und die Verantwortung der Auswahl an den Kunden zu übermitteln gibt es insbesondere über die vielen Zertifizierungen in dem Bereich. Das Problem ist aber meist, dass nur ein Aspekt der Nachhaltigkeit bedacht wird; nämlich der ökologische. Zudem richtet sich die Zertifizierung zumeist an die Beherbergunsbetriebe, nicht aber an die Reiseveranstalter, da die Zuliefererkette und Anzahl an Verantwortungsträgern eine Zertifizierung über die Beherbungsbetriebe hinaus sehr komplex macht.
Die versteckte Dimension des Massentourismus: Sexuelle Ausbeutung von Kindern
Eine besonders dramatische negative Auswirkung des pauschalen (Fern-)Reisens ist die sexuelle Ausbeutung von Kindern in der Tourismusindustrie. Auch wenn dieses Thema als Tabuthema gewisse Schranken in der öffentlichen Diskussion erfährt. In Österreichischen Linienflügen sind zum Teil Inflight Spots zur Aufklärung der Reisenden auf Langstreckenflügen in asiatische Destinationen gezeigt worden.
Eine der Ursachen von Kinderprostitution liegt in den wirtschaftlichen und sozialen Problemen vieler Länder. Wer in wirtschaftlich armen Ländern Urlaub macht sollte die soziale Dimension daher unbedingt mitbedenken, wenn es um Auswahl und vor allem um die Art des Urlaubs geht. Bei der Annahme von Alternativangeboten (wie oben erwähnt) bleibt der finanzielle Mehrwert des Urlaubs tendenziell im Land selbst, während bei Massendestinationen oft der Reiseveranstalter, dem die Infrastruktur gehört, am meisten verdient und somit den Großteil der Gewinne von der Destination wegfließt.
Die sexuelle Ausbeutung von Kindern in fernen Ländern ist jedenfalls strafrechtlich ein Kapitalverbrechen, das bei entsprechenden Hinweisen ohne Anzeige von Staats wegen verfolgt werden muss. Und zwar auch in Österreich, sofern der Täter / die Täterin österreichische StaatsbürgerIn ist - selbst wenn die Tat im Ausland begangen worden ist.
Nachhaltiger Tourismus ist das Thema des Monats August 2009 im Internetportal
Autor: Christian Lechner, www.seri.at. Recherche und Aufbereitung im Auftrag des Lebensministeriums, Abteilung II/3 Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik
Direkt-Link zum Monatsthema 8/2009
(mit Text-Vollversion und weiterführenden Informationen)
Kommentare ausgewählter ExpertInnen rund um das Thema nachhaltiger Tourismus finden Sie hier.
Die Person des Monats, ein ausgewiesener Experte Österreichs und Inititator vieler nachhaltiger Tourismusintiativen kommentiert das Thema hier.
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Nachhaltig wäre es, wieder mit Bahn und Bus in die 'Sommerfrische' ins Waldviertel, an den Semmering, meinetwegen von Wien aus an den Balàton, etc. zu reisen; also im engeren Aktionsradius (nach heutigen Maßstäben) zu bleiben und das ohne Auto.
Ein Urlaub mit Flugreise kann nie und nimmer nachhaltig sein.
Wer also zum Trampen in die Anden fliegt, soll das meinetwegen tun, aber nicht glauben, er sei ein 'besserer' Tourist als einer im 'all inklusive'-Hotel.
Sobald ich in den Flieger/Auto steige ists vorbei mit der Nachhaltigkeit.
Und ich könnt mir vorstellen, dass der Weltweitwanderer mehr nachhaltige Probleme verursacht als ein Lignano-am-Strand-Lieger, der sich untertags nur vom Liegestuhl erhebt, um mit Bier den Flüßigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der braucht nicht viel Ressourcen (im Gegensatz zur Ausrüstung der Weltweitwanderers).
Ist zwar eine vollkommene andere Art des Tourismus, aber ich halte CouchSurfing fuer ein nachhaltige Art des Reisens.
Die Idee von CouchSurfing ist, kulturellen Austausch zu betreiben, indem man bei Leuten unterkommt, die am Zielort leben, das ganze freiwillig (fuer die "Hosts") und unentgeltlich (fuer die Gaeste). Dabei verbringt man zumindest einen Teil der Zeit mit den Hosts - wie das genau aussieht, ist sehr individuell.
Es ist eine sehr spezielle Art des Individualtourismus und entspricht sicher nicht den Praeferenzen jedermanns/fraus und funktioniert nur gut alleine oder in kleinen Gruppen.
Ich hab damit sehr positive Erfahrungen gemacht, und moechte es bei zukuenftigen Reisen nicht missen!
-> http://www.couchsurfing.org/
Stephan
Nachhaltiger Tourismus = Weniger Tourismus. Oder wie sonst können die Emissionen bei der Anreise gesenkt werden!? Zum Urlaubsort "wandern"?
Die Masse macht immer ein Problem: Tausche bei obigen beiden Bildern die Pferde mit Sonnenschirmen und plötzlich ist das Strandherumliegen "nachhaltig".
is ja lustig, unter 2000€ gibts ja fast nix, da wird ja für eine Kleinfamilie das 3000€ Landhaus in der Toskana zum Schnäppchen. also zu 90% ist das Angebot von denen nur für den infantilen DINC (vulgo Bobo) Konsumenten geeignet.
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