Borissow bläst zur "Hexenjagd"

23. August 2009, 17:31
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Neue Regierung lässt in Korruptionsfällen ermitteln

Eine "Hexenjagd" hatte Bulgariens neuer Regierungschef Boiko Borissow noch in der Wahlnacht im vergangenen Juli angekündigt, und nun macht der Rechtspopulist ganz offenbar Ernst. Ehemalige hohe Beamte der Vorgängerregierung und deren nahestehende Geschäftsmänner geraten nacheinander ins Visier der Justiz.

Den Begriff der "Hexenjagd" hatte dabei zuerst Borissows Amtsvorgänger, der Sozialist Sergej Stanischew, fallengelassen. Er mahnte Borissow, nach der Regierungsübernahme nicht Revanche am politischen Gegner zu nehmen. "Stanischew bezeichnete mit dem Begriff "Hexenjagd" selbst, was seine Minister und sein Kabinett sind - Hexen. "Jawohl, wir werden die Hexen jagen und sie der Justiz übergeben, damit sie siegt" , sagte Borissow vergangene Woche.

Gegen Ivo Nikolow, Geschäftsführer der staatlichen Firma "Informationsservise" , der sich ein Jahresgehalt von etwa 53.000 Euro arrangierte, wird ermittelt - ebenso wie gegen den Ex-Chef der Staatsbehörde für die Wälder, Stefan Jurukow. Hristo Kowatschki, Chef der Leader-Partei, wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt. (Diljana Lambreva aus Sofia/DER STANDARD, Printausgabe, 24.8.2009)

 

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