Strandparty endete in blutigem Chaos

23. August 2009, 13:32
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Bei einer Schießerei starb während der Gratis-Party "Sunset Grooves" in der Nacht zum Sonntag ein 19-Jähriger

Rotterdam - Mehr als 20.000 junge Menschen wollten die tollste Groove-Party des Jahres erleben, doch Hooligans stürzten die Show mit prominenten DJs am Nordsee-Strand bei Rotterdam in ein blutiges Chaos. Bei einer Schießerei starb während der Gratis-Party "Sunset Grooves" in der Nacht zum Sonntag ein 19-Jähriger. Sieben weitere junge Menschen wurden verletzt. "Plötzlich schossen Leute um sich", schilderte ein Augenzeuge, der vor der Bühne stand, die Ereignisse. Als Polizisten eingriffen, wurden sie von Betrunkenen attackiert. Einen der Angreifer schossen die Beamten kampfunfähig.

"Wir sind geschockt und wir entschuldigen uns", sagte ein Sprecher der Veranstalter. "Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen des Toten und den Verletzten." Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb kündigte eine umfangreiche Untersuchung des Geschehens am Strand der Ortschaft Hoek van Holland an. Er räumte ein, die Polizei habe Kenntnis davon gehabt, dass Fußball-Hooligans die Massenparty besuchen wollten.

Augenzeugen berichteten, es habe neben Massenschlägereien "mindestens zwei Schießereien gegeben, davon eine zwischen Besuchern und eine mit den Polizisten, die zunächst Warnschüsse abgaben". Ein Polizeisprecher sagte, die Beamten seien von einer größeren Menge tätlich angriffen worden und hätten sich bedroht gefühlt, ehe sie auf einen Mann schossen. Sein Zustand sei stabil, seine Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage zunächst nur beobachtet, dann aber sofort eingegriffen, als am Strand Schüsse zu hören waren. Mehrere Menschen wurden festgenommen.

Die Behörden warfen den Veranstaltern vor, viel zu viele Menschen an den Strand gelassen zu haben. Die Party sei für maximal 15.000 Besucher zugelassen gewesen, es seien jedoch etliche Tausend mehr gekommen. Unter ihnen waren viele Gäste aus Deutschland, Belgien und Großbritannien.

Die Show mit prominenten DJs - darunter Sunnery James & Ryan Marciano, Lucien Foort und Roog - wurde nach den ersten Schüssen sofort abgebrochen. Bei der teils panikartigen Abreise der Partygäste kam es zu Massenstaus auf umliegenden Straßen. Die nach Rotterdam führende Autobahn A20 wurde zeitweise von der Polizei geschlossen. Handy-Videos von dem Party-Chaos, auf denen Schüsse zu hören sind, tauchten kurz danach im Internet auf.

Besucher erhoben Vorwürfe gegen die Polizei und die Veranstalter wegen ihrer Meinung nach zu laxen Sicherheitsvorkehrungen. "Die Leute wurden nur kurz auf Alkohol kontrolliert, nicht aber auf Waffen", berichtete etwa der 27-jährige Danny aus London. (APA)

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