Faymann will Fischer als SP-VP-Kandidaten

23. August 2009, 13:40
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Für Faymann ist Fischer das Idealbild eines Präsidenten - Kaltenegger erteilt Faymann Absage

Wien - Bundeskanzler Werner Faymann hat offenbar Hoffnung, dass die ÖVP doch noch auf einen eigenen Kandidaten für die Bundespräsidenten-Wahl 2010 verzichtet. Er wünsche sich Amtsinhaber Heinz Fischer als "gemeinsamen Kandidaten", sagte Faymann in der Ö3-Sendung "Frühstück bei mir" am Sonntag. Er sei auch fest davon überzeugt, dass die Menschen über die Parteigrenzen hinaus Fischer wählen würden, so der Kanzler.

Für ihn ist Fischer das "Idealbild" eines Bundespräsidenten, sagte Faymann, ohne die Leistungen des als ÖVP-Kandidaten gehandelten Landeshauptmanns Erwin Pröll "schlecht reden zu wollen". Fischer habe eine "verbindliche und verbindende" Art und wenn man so jemanden habe, "braucht man nicht weiter zu suchen".

In der Ortstafel-Frage bekräftigte Faymann, eine Lösung mit breitem Konsens in Kärnten anzustreben. Das sei vielleicht der landwierigere Weg, er wolle aber alle Seiten einbeziehen. Die Zahl der zweisprachigen Ortsschilder sei dabei nicht entscheidend.

Kaltenegger erteilt Faymann Absage

ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger hat dem Wunsch von Faymann jedoch eine klare Absage erteilt. "Heinz Fischer ist sicher kein ÖVP-Kandidat. Er kommt aus dem Herzen der SPÖ und hat sich immer wieder in den entscheidenden politischen Debatten durch die rote Brille geäußert", bekräftigte Kaltenegger in einer Aussendung am Sonntag seine Position. Gleichzeitig forderte er den Bundespräsidenten auf, die Bevölkerung nicht länger im Unklaren lassen, was seine Wiederkandidatur betrifft.

Eine einheitliche Meinung über einen eigenen Kandidaten für das höchste Amt im Staat gibt es in der ÖVP derzeit nicht. Erst heute sprach sich der frühere Tiroler Landeshauptmann und derzeitige Landtagspräsident Herwig van Staa für eine Wiederkandidatur Fischers aus. Fischer leiste "hervorragende Arbeit für Österreich, genießt ein Höchstmaß an Ansehen überall in der Welt", wurde er in der "Tiroler Tageszeitung" zitiert. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter wollte sich am Rande des Forum Alpbach auf APA-Anfrage hingegen nicht äußern. Das sollen die Gremien entscheiden, außerdem sei die Diskussion verfrüht.

Eine Entscheidung könnte schon am Mittwoch bei einem Abendessen in Wien fallen, zu dem sich ÖVP-Parteichef Josef Pröll mit den Landesparteiobleuten trifft.

Kritik übte Kaltenegger auch an Faymann. Er würde es begrüßen, "wenn sich der Bundeskanzler mehr den Problemen des Landes - etwa der Ortstafelfrage - als privaten Plaudereien in Frühstückssendungen widmen würde". Auch BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz kritisierte Faymanns Auftritt "zur besten Sendezeit" einen Monat vor den Landtagswahlen in Vorarlberg und Oberösterreich. (APA)

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