Ehepaar starb bei Flugzeugunglück

23. August 2009, 12:44
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Das Wasserflugzeug überschlug sich bei dem Landeversuch im Hafen - Pilot konnte sich retten

Hamburg - Beim Absturz eines Wasserflugzeugs im Hamburger Hafen ist am Wochenende ein Ehepaar ums Leben gekommen. Die Maschine vom Typ Cessna 206 überschlug sich am Samstag bei einem Landemanöver. Der 42-jährige Pilot konnte sich retten. Die Ursache des Absturzes war auch am Sonntag noch unklar. Nach Polizeiangaben war das Fahrwerk des Flugzeugs beim Eintreffen der Einsatzkräfte ausgefahren. Es war das zweite schwere Unglück mit einem Wasserflugzeug in Hamburg binnen drei Jahren. 2006 waren fünf Menschen gestorben.

Ob die Cessna regulär im Baakenhafen landen sollte, oder ob es sich um eine Notlandung handelte, war zunächst unklar. Bei den Todesopfern handelte es sich um ein 52 und 57 Jahre altes Ehepaar aus der Nähe von Bremen. Sie waren zu Besuch in Hamburg und hatten den Rundflug gebucht. Der Pilot überstand das Unglück unversehrt, erlitt nach Polizeiangaben aber einen Schock. Er war zunächst nicht vernehmungsfähig, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Das Unglück ereignete sich gegen 12.55 Uhr. Als die Feuerwehr kurz nach 13.15 Uhr eintraf, trieb die Maschine kopfüber im Hafenbecken. Ein Sprecher sagte, der Pilot habe sich zu diesem Zeitpunkt bereits gerettet und die Einsatzkräfte darüber informiert, dass noch zwei Menschen in der Kabine unter Wasser eingeschlossen seien. Polizeibeamte, Augenzeugen und auch der Pilot selbst versuchten den Angaben zufolge vergeblich, das auf seinen Sitzen angeschnallte Ehepaar zu retten. Erst ausgebildete Taucher konnten die zwei schließlich herausholen; trotz Reanimation starben beide wenig später im Krankenhaus.

An der Unglücksstelle ist es nach Angaben der Polizei üblich, dass Wasserflugzeuge zur Landung ansetzen. Warum das Fahrwerk ausgefahren war, ob es sich möglicherweise um einen Pilotenfehler handelte, müssen die Ermittlungen ergeben. Das Flugzeugwrack wurde am Abend gehoben. Es soll in der kommenden Woche von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFA) untersucht werden.

Im Juli 2006 waren beim Absturz eines Wasserflugzeugs im Hamburger Hafengelände fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter ein zwölfjähriger Bub, der den Rundflug als Geburtstagsgeschenk bekommen hatte. Die Maschine stürzte damals im Bereich eines Rangierbahnhofs auf Gleise und ging in Flammen auf. Ursache war ein technischer Defekt. (APA/AP)

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    Bergungsarbeiten im Hamburger Hafen: rechts neben dem Feuerwehrboot ist ein Schwimmer des gekenterten Wasserflugzeugs zu sehen

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