Jeder zweite Chef spioniert Arbeitnehmer online aus

22. August 2009, 12:16

Web 2.0 wird zur unangenehmen Fundgrube für Bewerber und Mitarbeiter

Zunehmend mehr Chefs spionieren Mitarbeiter und Jobanwärter über Social Networks aus. Im Zuge einer aktuellen Studie im Auftrag des US-Karriereportals CareerBuilder.com sagten 45 Prozent der befragten Arbeitgeber, sie würden soziale Netzwerke durchforsten, um Informationen zu Bewerbern zu erhalten. Das sind doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Damals hatte eine ähnliche Erhebung ergeben, dass 22 Prozent der Führungskräfte potenzielle Mitarbeiter vorab in Social Networks wie Facebook, MySpace oder LinkedIn auskundschaften.

Unachtsam

Die meisten Jobanwärter achten nach wie vor nicht darauf, was oder wie viel sie von sich auf den Networking-Seiten preisgeben und sind sich offenbar nicht darüber bewusst, dass heikle Informationen oder Inhalte sich negativ auf den Beruf auswirken können. "Jeder, der ins Internet Informationen einstellt, muss wissen, dass diese Daten global und zweckungebunden sowie weitgehend unbefristet abgerufen und genutzt werden können", mahnt Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Es gebe viele, die die nötige Vorsicht walten ließen. Aber genauso seien sich viele überhaupt nicht des gewaltigen Unterschieds im Klaren, der zwischen der analogen Welt mit seinen direkten sozialen Kontakten und der digitalen Welt des Internets bestehe.

Wesentlicher Faktor

Laut der Studie sagen inzwischen 35 Prozent der Chefs, sie hätten sich aufgrund des jeweiligen Contents auf den Profilseiten gegen einen bestimmten Kandidaten entschieden. Wie ebenfalls aus der Erhebung hervorgeht, ist Facebook derzeit das beliebteste Portal, auf dem die Chefs den Mitarbeitern oder künftigen Mitarbeitern hinterher schnüffeln. Dahinter folgen LinkedIn und MySpace. Auf Twitter recherchieren derzeit rund sieben Prozent der Arbeitgeber Informationen zu den Bewerbern bzw. folgen ihnen. Mehr als die Hälfte der befragten Arbeitgeber sagten, sie hätten ihre Entscheidungen zur Einstellung oder Nicht-Einstellung einer Person insbesondere auf Grundlage der online gestellten Fotos gefällt. 44 Prozent zeigten sich grundsätzlich abgeschreckt von Hinweisen auf Alkohol- oder Drogenkonsum.

Grenzen

Bleibt die Frage, wo die Nutzer die Grenze ziehen sollten bzw. was vom Arbeitgeber bereits als unpassend empfunden werden kann. Eine allgemein gültige Antwort wird sich darauf schwer finden lassen, dennoch empfiehlt es sich im Zweifelsfall, die Privateinstellungen zu nutzen und Profile auf Networkingseiten nicht frei zugänglich zu machen. "Im Netzt nichts verloren haben Partyfotos oder sonstige ungefilterte Sachen aus Freizeitaktivitäten. Umgekehrt sind Darstellungen von beruflichen Erfolgen oder von sozialem Engagement weniger ein Problem", meint Weichert auf Nachfrage von pressetext. Es beginne aber schon mit politischen Meinungsäußerungen, die man in späteren Jahren bereuen könne. "Aber auch kritische Äußerungen über aktuelle oder frühere Arbeitgeber oder bestimmte Unternehmen können einem gewaltig schaden."(pte)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 236
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sag mir alles
00
14.10.2009, 12:39
wahrscheinlich wäre es besser

man spioniert seinen chef mal aus...
wo wohnt die geliebte, wo sind die schwarzkonten...
was treibt er sonst noch so...
da gäbs sicher viel zu erledigen und aufzuschreiben

Andreas Haunholter
 
00
31.8.2009, 11:32

vielleicht sollten die Arbeitnehmer auch zuerst die Chefs googlen, die habn meisten mehr Dreck am stecken als jeder andere

m m 10
00
machen...

...sie das nicht? ich will schon wissen mit wem ich rede. hilft ja auch wenn man von gemeinsamen interessen bescheid weiß...
wer infos online stellt (egal ob bewerber oder manager) sollte wissen, dass man das öffentlich sehen kann, das ist ja auch er sinn der sache, man will etwas mitteilen. wenn man es nicht will, dann darf mein sein account nicht öffentlich zugänglich machen oder erst gar nicht eröffnen...

frangas, non flectes
00
27.8.2009, 17:42

Deshalb lieber von solchen networks fernbleiben.

Mad_Max86
 
01
24.8.2009, 16:38
Ich frag mich allerdings,

wie kommen die Chefs auf die richtigen Profile der Leute, die sie suchen? In meinem Fall müsste man (wäre ich auf Facebook angemeldet) wahrscheinlich 1000 Seiten oder mehr durchsehen, bis ich gefunden werden würde.

Und über Google hätte auch keiner Glück: Ergebnisse 1 - 10 von ungefähr 425.000

KamiKater
00
25.8.2009, 11:38

Kleiner Tipp: www.123people.com

knievel
01
24.8.2009, 15:24
ein gelungenes beispiel von facebook-stupidity :-)

http://emailsfromcrazypeople.com/2009/08/2... -the-book/

e g c
04
24.8.2009, 10:55

etwas für alle frei zugänglich ins internet stellen und dann privatsphäre fordern bzw. verlangen, dass bestimmte personen dies nicht lesen dürfen/sollten, ist ja wohl der gipfel an unsinn!
ein klein wenig logik würde so manchen raunzenden arbeitssuchenden/mitarbeitern das leben wesentlich erleichtern ...

oo_MONSTERKILL_oo
01
24.8.2009, 09:26
kann man ja auch anderst rum ausnutzen

einfach extrem positives und von mir aus erfundenes ins Facebook stellen.

Francois21
 
00
24.8.2009, 06:54

wer einfach zu dumm ist, die paar häkchen in den einstellungen zu machen, so dass nur freunde die seite ansehen können, ist man einfach selbst schuld,...

Irrtum sprach der Igel und stieg von der Bürste
01
23.8.2009, 21:38
Ehrlich gesagt, ich fürchte mich mittlerweile schon mehr davor...

...dass man deswegen keinen Job bekommt, weil man KEINEN wie immer gearteten Datenmüll von sich ins Netz gestellt hat. So nach dem Motto: aha, nicht sozial, Eigenbrötler, Spinner, Fortschrittsverweigerer sowieso...

Korgan1
01
24.8.2009, 00:26

Ja, das wird tatsächlich schon so gehandhabt - musste ich auch feststellen - bei uns wurde massiv xing und facebook gepusht und man wurde schief angeschaut, wenn man sagte, man habe dort keinen Account und wolle sich dort auch nicht registrieren. Genau das ist auch das tückische, denn immerhin schickt einem der Chef quasi eine "Einladung", dass man sein "Freund" werden soll...

das ist also in etwa so als würde Ihnen der Vorgesetzte die Hand reichen und sie sagen lehnen ab und betonen obendrein, dass sie ihm auch nie die Hand schütteln werden.

knievel
00
24.8.2009, 15:25
naja

zwischen xing und facebook liegen aber schon welten oder?

mikesh713
 
00
24.8.2009, 15:16

auf xing wuerde ich meinen chef als kontakt akzeptieren, auf facebook aber nicht.

Francois21
 
00
24.8.2009, 06:54

kann er bei mir ruhig machen,... ich würde nie annehmen,...

José Atento
00
23.8.2009, 16:29
<Damals hatte eine ähnliche Erhebung ergeben, dass 22 Prozent der Führungskräfte potenzielle Mitarbeiter vorab in Social Networks wie Facebook, MySpace oder LinkedIn auskundschaften.>

Ich frage mich schon lange, warum es Menschen gibt, die ihre persönlichen Daten ins Internet stellen. Und wenn es nur in ersten Moment unbedeutende Dinge zu sein scheinen. Für einen Personalmanager mit psychologisch geschultem Berater, ist jeder kleine Hinweis interessant.

Der Arbeitsmarkt ist eben härter geworden, da kommt es oft neben der bekannten Beziehung auch auf solche "Kleinigkeiten" an.

Jeder sollte einmal seinen vollen Namen ("vorname nachname") in Google eingeben und checken wieviele Ergebnisse er bekommt.

Unter meinem Namen gibt es ca. 100 Treffer, wobei davon 97 nicht meine Person betreffen. Die 3 Treffer betreffen Bildung, Sport und Beruf.
Zumindest findet man da ein wenig heraus! Wenn man die 3 richtig filtern kann

A Voice
00
24.8.2009, 15:10
bei mir 158.000

viel Spaß :-D

José Atento
00
24.8.2009, 20:21

Haben sie auch nach der Wortfolge gesucht?
D.h. Vorname und Nachname zwischen Anführungsstrichen!

Der Österreicher
15
23.8.2009, 15:16

Was hat das mit spionieren zu tun? Wenn sich jemand im Internet präsentiert, geht es ja darum das das gelesen wird.

Laughing Magician
00
24.8.2009, 13:02

genau...

als "spionieren" würde ich es bezeichnen, wenn sie in den firmen key-logger installieren würden...

José Atento
01
23.8.2009, 16:32
Die die jetzt raunzen sind doch diejenigen,

die hier immer behaupteten, dass sie doch nichts zu befürchten haben, da SIE doch nichts zu verbergen haben.

Sie hatten eben nicht verstanden was es zu verbergen gilt. Nämlich Privates sollte auch privat bleiben, denn sonst ist es nicht mehr privat.


Der Unkurze
00
24.8.2009, 13:20

wenn jemand, von sich aus frewillig, private informationen über sich und sein leben ins internet stellt, sollte die person sich nicht darüber wundern, wenn diese sachen auch gelesen werden.

es geht hier nicht um heimlich kopierte festplatten oder logs der internetverbindungen, sondern von daten, die die user selbst und freiwillig der allgemeinheit zur verfügung gestellt haben.

hier gilt zumindest für mich sskm

José Atento
00
24.8.2009, 19:45

Es gibt halt doch viele Naivlinge.
Aber junge Menschen tun eben oft Dinge, die sie später nicht mehr tun würden. Sie lernen erst. Wenn dann aber später jemand nachforscht, dann kann es schon unangenehm werden. Besonders in Zeiten wie diesen.

Letzten Endes kann man immer noch behaupten, dass das nur eine namensgleiche andere Person ist. Daher sollte man mit Fotos und Adresse noch viel vorsichtiger umgehen als mit irgendwelchen Texten.

Zuletzt kann man sich noch rausreden, indem man behauptet, das hat man nicht selbst veröffentlicht. Aber ob das glaubwürdig ist?

Es gibt auch die Möglichkeit eines Synonyms. Auch in der Email Adresse muss nicht der Namen stehen!
Die Freunde und Bekannten wissen schon wer dahintersteckt.

B.E.Ellis
 
00
23.8.2009, 15:01

Die 35% in denen die Absage dadurch entschieden wird, sind ziemlich sicher nur jene Fälle, in denen bei den vorhandenen Unterlagen gewisse Zweifel aufkamen, Unentschlossenheit vorhanden war. Die Suche nach weiteren Quellen hat hier für Klarheit gesorgt.

So in etwa könnte ich mir die Sache vorstellen, also klingt nur halb so schlimm wie es ist. In FB können die Dinge entsprechend eingestellt werden, dass Fotos nur Freunde bzw. nur bestimmte Freunde sehen dürfen, also ein potentieller Arbeitgeber wird wohl nicht in dieser Liste drinnen sein...
ansonsten: selbst Schuld...

Und Fotos die Fremde über einen ohne Einwilligung publiziert sind, können gemeldet werden...

José Atento
00
23.8.2009, 16:34

Jedenfalls kann es schon helfen einen Freund wo hineinzudrücken und einen ungeliebten Konkurrenten auszubooten.

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