Ulrichsbergtreffen

Darabos erwägt Bundesheer-Absage

22. August 2009 10:51

Vorbereitungen für Teilnahme "gestoppt" - Grund: Internet-Handel eines Mitorganisators mit NS-Devotionalien

Wien - Die immer wieder umstrittene Beteiligung des Bundesheeres am Ulrichsberg-Treffen könnte heuer abgesagt werden. Verteidigungsminister Norbert Darabos sagte dem "profil" laut Vorabmeldung vom Samstag, die Teilnahme sei heuer "in Schwebe", die Vorbereitungen dafür seien "gestoppt". Grund seien die Medienberichte, wonach der Geschäftsführende Obmann der Ulrichsberggemeinschaft, Wolf Dieter Ressenig, NS-Devotionalien im Internet angeboten haben soll.

Daher werde nun "neu geprüft". Das diesjährige Ulrichsbergtreffen findet am 20. September statt. Das Bundesheer stellte bisher logistische Unterstützung, etwa in Form eines Shuttle-Services, zur Verfügung und war mit Militärmusik und Ehrenposten bei der kontroversiellen Gedenkfeier für die Opfer der Weltkriege vertreten.

"profil" zitiert aus einem internen Schreiben des Verteidigungsministeriums, wonach die Unterstützung des Bundesheeres am Ulrichsbergtreffen "grundsätzlich zu befürworten" sei, da bei der Feier "primär der Europagedanke transportiert" werde. Durch den aktuellen Vorfall bestehe aber die Gefahr, dass das Bundesheer "ins rechte Ecke" gedrängt werde.

Im Juli war bekanntgeworden, dass Ressenig auf einer Online-Börse Wehrmachtsgegenstände feilgeboten hatte, darunter ein Mutterkreuz und weitere NS-Orden. Er hatte dazu angegeben, die Artikel für seinen Sohn angeboten zu haben. Dieser wiederum habe sie von einem Verwandten erhalten und wissen wollen, "was das wert ist", so Ressenig. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 165
1 2 3 4
the photographer
26.08.2009 13:35
Das Bild

...spricht eine deutliche Sprache:
DAS IST WIEDERBETÄTIGUNG!
WO blieb das Justizministerium?
Warum hat der Verteidigungsminister nichts unternommen?
Wohin schauten die anwesenden Polizisten?
Was dachten sich dabei die Militärs?

Der Wählerwille
 
24.08.2009 14:40
recht so

niemand offizieller sollte dort teilnehmen

übrigens auch sonst niemand ..

verbieten und aus.

sleepersservice
 
24.08.2009 12:37
Mir wird richtig schlecht,

wenn hier immer noch so getan wird, als wäre die SS einbeliebiger Truppenteil gewesen und das alles ist nur ein Treffen harmloser, alter Veteranen, die in Erinnerungehn schwelgen.
Die SS (egal welcher "Nationalität") war eine der mörderischsten Soldateskas, die jemals auf europäischer Erde unterwegs waren. ( und ich beziehe die Hunnen und Vandalen da mit ein)
Um einen der größten Gegner Nazideutschlands etwas frei zu zitieren: "Niemlas zuvor haben so wenige, so vielen so viel Leid in so kurzer Zeit angetan"

Alles andere ist eine Verdrehung der Wahrheit.

sleepersservice
 
25.08.2009 09:28
Rote Stricherl auf dieses posting sind eigentlich extrem bedenklich.

Was ist schlecht daran, wenn man Dinge so darstellt, wie sie wirklich waren oder sind?

ich nenne das Realitätsverweigerung oder Vergangenheitsverdrängung.

Und wenn schon rote Stricherl, dann bitte mit Begründung warum. Alles andere ist Feigheit. Passt aber zur Gesinnung der Ulrichsbergfeiernden

Republikflucht !
25.08.2009 13:32

Die kommen wohl von den letzten Überlebenden der Totenkopfverbände.

Egon Echt
24.08.2009 10:22
Was hat Bundesheer bei einem Nazitreffen verloren?

Was muss man da noch grossartig erwägen? Es ist sowieso ein Skandal, dass das Treffen noch nicht offiziell von Republik Österreich verboten wurde.

silent_trust
 
24.08.2009 06:47
"grundsätzlich zu befürworten" sei, da bei der Feier "primär der Europagedanke transportiert" werde.

HÄ ???

Welcher Europagedanke ? Der Gedanke an das Europa, das fast unter dem Hakenkreuz vereinigt wurde? An das Europa, das vor 70 Jahren fast in Blut und Tränen ertrunken wäre? Der Gedanke an jene in Europa geborenen Ideologien, die 50 Millionen Menschen das Leben gekostet haben`?

Wenn es um DIESE Europagedanken geht, wird die oben angeführte Aussage wohl stimmen, aber mit dem modernen Europa hat das Ulrichsbergtreffen genau nichts zu tun!

potamu
25.08.2009 18:49
Weiss hier jemand, ...

... aus wessen Feder diese Einschätzung bzw. Feststellung ("grundsätzlich zu befürworten") stammt? Irgendwie müsste das doch herauszubekommen sein...

Michail Bakunin
 
24.08.2009 11:22

Der Europagedanke am Ulrichsberg bezieht sich auf die Freiwilligen-Waffen-SS, die sich ja aus nahezu allen europäischen Ländern rekrutierte - quasi als erste "Euro-Armee" gegen den Bolschewismus.

Das drückt sich dann dadurch aus, dass auf dem Ulrichsberg seit Ewigkeiten Gedenktafeln der lettischen Freiwilligen-SS, der dänischen SS usw. stehen. Daher ist das Ulrichsbergtreffen auch so beliebt bei alten und jungen Recken aus halb Europa. Dass zunehmend mehr militante Neonazis aus dem deutschsprachigen Raum beim Treffen anwesend sind, stört da höchstens wegen der möglicherweise unguten medialen Aufmerksamkeit.

http://www.u-berg.at/texte/ehrenhain.htm
http://www.u-berg.at/texte/foto09.htm
http://www.u-berg.at/texte/foto18.htm

sleepersservice
 
25.08.2009 10:46
BÖSE NAZIS !!!!!!

Das die auch die harmlosen Ex SS'ler so belästigen müssen !!!!

Ich frag mich nur, wie man die auseinander halten will - an der Gesinnung wohl kaum, bestenfalls am Alter.
Altnazis versus Jungnazis. Wobei die Jungnazis wenigstens die Ausrede haben nicht dabeigewesen zu sein, während die anderen genau wissen, welche Katastrophe diese Gesinnung ausgelöst hat. Nicht wenige haben ja fröhlich dabei mitgeholfen ganze Landstriche zu entvölkern.

Urbin
23.08.2009 19:35
Hr. Minister Darabos

Solange am Ulrichsbergtreffen keine offiziellen Vertreter der Alliierten bzw. der Gegner und Opfer des NS-Regimes teilnehmen, ist diese Veranstaltung objektiv ein Versuch, die Geschichte umzudeuten. Dabei hat das Bundesheer wirklich nichts verloren. Ich bitte Sie als Kärntner: Haben Sie den Mut, diesen entscheidenden Schritt der Nichtteilnahme des Bundesheeres zu wagen!

Schweinebärmensch
23.08.2009 18:27
opti
23.08.2009 17:35
wir haben ein verbotsgesetz - danke

es gibt einen dringenden bedarf für österreicher und -innen auf allen gesellschaftlichen und sozialen ebenen, bis zum 3. präsidenten des nationalrates

wer auch immer es geschafft hat, dieses gesetz durchzubringen - es muss einer der lichten augenblicke der jüngsten geschichte gewesen sein - ich befürchte wir hätten seit haider-schüssel keine chance mehr für ein solches gesetz

wenn ich mir dieses bild mit der schwarzen fahne und die postings bis in den tiefsten sumpf des fast (oder wirklich) auf der ebene der karrikatur agierenden falken ansehe - läuft mir ein kalter schauer über den rücken - ähnlich wie beim ersten frankenstein film - als ich 12 war ..

hamstertier
23.08.2009 20:22
an opti, da haben sie schon recht,

nur sie wußten auch schon mit 12, dass frankenstein nicht echt ist. das ist der unterschied zur derzeitigen politik in Ö, die ist real, leider.

ceiberweiber.at
23.08.2009 21:10
Es ist kein so schlechter vergleich......

so ungefähr in dem alter wissen kids über geschichte bescheid....es gibt allerdings welche, bei denen da schon einfluss in die falsche richtung genommen wird. es war früher vielleicht der turnerbund, bei dessen veranstaltungen der nachwuchs sondiert wurde, heute ist es das internet. es ist jedoch auch leichter, kritische infos zu bekommen - obwohl das für die elterngeneration der heutigen jugend auch kein problem war, man musste es nur wollen. das war ein bisschen anders damals, man ging halt in die bücherei statt ins web.

opti
23.08.2009 22:57
der turnerbund und das internet sind kein guter vergleich

im internet kann sich jeder jede meinung zusammensuchen und/oder bestätigen lassen - wie in der bücherei - auch die diversen "schundhefterln" gab es für jede geschmacksrichtung

die auswahl wurde möglicherweise vom turnerbund und den alten herrn beeinflußt - die alten herrn gibts noch immer und für den turnerbund springt die wehrsportgruppe ein - und was es sonst so alles gibt

hamstertier
23.08.2009 21:23
an ceiberweiber

so wie sie das auslegen, war es aber nicht gemeint.

Mr. Bob Dubolino
23.08.2009 16:07

also das finde ich schon etwas peinlich. darabosch sucht sich ein hintertürl und findet was wegen devotionalienhandel. klar, würde er meinen, dass man bei dem treffen aus ethischen überlegungen nicht dabei sein wolle, hätte dies ja auch auf die vergangenen Jahre zutreffen müssen. wie wäre es mit mehr mut zur ehrlichkeit, nämlich dass das bundesheer unter den jetzigen bedingungen dort nichts zu suchen hat?

milchmann
24.08.2009 10:07
Unter welchen Bedingungen

hatte es denn je was am Ullrichsberg zu suchen?

Gerhard Rot
23.08.2009 14:46
BRAVO DARABOS !


Bemerkenswert, wieviele Braune sich im rosa Forum tummeln ...

hamstertier
23.08.2009 20:23
an gerhard rot

rufen's erst "bravo", wenn er wirklich keinen hinschickt.

-joB
24.08.2009 02:43

genau - solange er es nur "erwägt" ist skepsis angebracht...

kiva
23.08.2009 13:14
Europagedanke?

Dem einzigen Europagedanken, dem dort gefrönt wird, ist aus ganz Europa ein Reich für 1000 Jahre zu machen.

Wenns wirklich nur um den Abwehrkampf 1919 ginge, wozu ist dann der Organisator mit NS-Zeugs in Kontakt?

Sogar seinen Sohn zieht er in diesen Mist rein.

PFUI!

Freigeist78
23.08.2009 11:20
Was gibt es da zu Erwägen?

Das Bundesheer ist dazu bestimmt die verfassungsmäßigen demokratischen Institutionen zu verteidigen und sollte daher höchstens gegen diese Veranstaltung eingesetzt werden.

silent_trust
 
24.08.2009 06:50
Laut Verfassung darf das öst. BH NIEMALS !!!

im eigenen Land mit der Waffe in der Hand zur Aurechterhaltung der Ordnung eingesetzt werden. (Eine Folge von 1933/34).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 165
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.