Mitwirkung an Ermordung des Sohnes von Palästinenser-Führer Jibril
Beirut - In dem Spionageprozess gegen libanesische
Militärangehörige hat ein früherer Unteroffizier gestanden, mit dem
israelischen Geheimdienst kollaboriert zu haben. Der 62 Jahre alte
Mahmoud Kassem Rafeh gestand am Donnerstag vor dem Militärtribunal in
Beirut, dass er in der Zeit von 1993 bis 2006 für "mehrere Tausend
Dollar" mit dem israelischen Geheimdienst zusammengearbeitet habe.
Der Prozess wurde inzwischen auf den 15. Oktober vertagt.
Der Angeklagte wird insbesondere für die Mitwirkung an der
Ermordung von Jihad Jibril, dem Sohn des Chefs der radikalen
palästinensischen Splittergruppe "Volksfront für die Befreiung
Palästinas-Generalkommando", Ahmed Jibril verantwortlich gemacht.
Ebenso soll er in die Morde an zwei Funktionären der libanesischen
Schiitenorganisation Hisbollah verwickelt gewesen sein. Rafeh hat
zugegeben, im Mai 2006 an den Morden an den palästinensischen Brüdern
Mahmoud und Nidal Majzoub beteiligt gewesen zu sein, die der
Extremistengruppe "Jihad Islami" angehörten.
Die libanesische Armee hatte die Zerschlagung eines vom
israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad aufgezogenen Spionagerings
gemeldet. Die Gruppe habe den Auftrag gehabt, Anschläge auf Vertreter
der Hisbollah sowie pro-syrischer Palästinenserfraktionen
vorzubereiten und durchzuführen. Im Mai war ein Oberst des Heeres
unter dem Verdacht der Spionage für Israel festgenommen worden. Im
Zusammenhang mit der Aufdeckung des Spionagerings um den
pensionierten General Adib el-Alam ist gegen über dreißig Personen
Anklage wegen Hochverrats und Kollaboration mit dem Feind erhoben
worden. Zwei Verdächtige hatten sich mit ihren Familien nach Israel
abgesetzt. (APA)