Unteroffizier gestand Kollaboration mit Israels Geheimdienst

22. August 2009, 00:02
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Mitwirkung an Ermordung des Sohnes von Palästinenser-Führer Jibril

Beirut - In dem Spionageprozess gegen libanesische Militärangehörige hat ein früherer Unteroffizier gestanden, mit dem israelischen Geheimdienst kollaboriert zu haben. Der 62 Jahre alte Mahmoud Kassem Rafeh gestand am Donnerstag vor dem Militärtribunal in Beirut, dass er in der Zeit von 1993 bis 2006 für "mehrere Tausend Dollar" mit dem israelischen Geheimdienst zusammengearbeitet habe. Der Prozess wurde inzwischen auf den 15. Oktober vertagt.

Der Angeklagte wird insbesondere für die Mitwirkung an der Ermordung von Jihad Jibril, dem Sohn des Chefs der radikalen palästinensischen Splittergruppe "Volksfront für die Befreiung Palästinas-Generalkommando", Ahmed Jibril verantwortlich gemacht. Ebenso soll er in die Morde an zwei Funktionären der libanesischen Schiitenorganisation Hisbollah verwickelt gewesen sein. Rafeh hat zugegeben, im Mai 2006 an den Morden an den palästinensischen Brüdern Mahmoud und Nidal Majzoub beteiligt gewesen zu sein, die der Extremistengruppe "Jihad Islami" angehörten.

Die libanesische Armee hatte die Zerschlagung eines vom israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad aufgezogenen Spionagerings gemeldet. Die Gruppe habe den Auftrag gehabt, Anschläge auf Vertreter der Hisbollah sowie pro-syrischer Palästinenserfraktionen vorzubereiten und durchzuführen. Im Mai war ein Oberst des Heeres unter dem Verdacht der Spionage für Israel festgenommen worden. Im Zusammenhang mit der Aufdeckung des Spionagerings um den pensionierten General Adib el-Alam ist gegen über dreißig Personen Anklage wegen Hochverrats und Kollaboration mit dem Feind erhoben worden. Zwei Verdächtige hatten sich mit ihren Familien nach Israel abgesetzt. (APA)

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