FPÖ hetzt zum Wahlauftakt gegen Türken und Juden
Bregenz - Sofortige Abschiebung straffälliger Ausländer,
Einbürgerungsstopp für türkische Staatsangehörige, Attacken gegen den
Direktor des Jüdischen Museums: Die Vorarlberger FPÖ wusste ihre
Anhänger bei ihrem Wahlkampfauftakt am Freitagabend in Hohenems
zu begeistern. Die rund 400 FPÖ-Fans dankten es dem Spitzenkandidaten
Dieter Egger mit Standing Ovations.
Aus den Boxen dröhnt das Lied vom "Final countdown", der Beamer
wirft in großen Lettern "Mut zur Heimat!" an die Wand. "Blau isch
Pflicht! Des züch ma durch z'dorabira" ("Blau ist Pflicht! Das ziehen
wir durch in Dornbirn") - solche und ähnliche Parolen sind auf den
Schildern zu lesen, die das FPÖ-Wahlkampfteam bei jedem
Zwischenapplaus hochhält. FPÖ-Landtagsabgeordnete Silvia Benzer
stellt in griffigen Slogans das FPÖ-Wahlkampfprogramm vor.
Kurzformel: "Mehr Heimat, Freiheit und Sicherheit!"
"Wir werden in diesem Wahlkampf nicht einen Funken an Deutlichkeit
vermissen lassen", droht Egger später in seiner Rede
vor den blauen Sympathisanten an. Was das bedeutet, macht er gleich selbst
deutlich: Der FPÖ-Landesparteichef warnt vor einer "muslimischen
Mehrheit" im Land "in 40, 50 Jahren". Es sei "fünf nach zwölf",
um "diese Entwicklung zu verhindern, damit sich "unsere Kinder" nicht "fremd fühlen im eigenen Land".
Egger fordert einen völligen Stopp der Einbürgerungen von
türkischen Staatsangehörigen, "bis die Türkei Österreich wieder über
Doppelstaatsbürgerschaften informieren" müsse. Islamlehrer müssten
sich zu den "demokratischen Grundwerten" bekennen, ansonsten müssten
sie nicht nur "raus aus der Schule", sondern auch "raus aus dem
Land". Gegen die Kritik des Direktors des Jüdischen Museums, Hanno
Loewy, an den FPÖ-Plakaten verwahrt sich der Vorarlberger FPÖ-Chef.
Den "Exil-Juden aus Amerika in seinem hochsubventionierten Museum"
gehe die Innenpolitik ebenso wenig etwas an wie den Intendanten der
Bregenzer Festspiele, David Pountney, der die FPÖ-Plakate am
Freitag als "Schande" bezeichnet hatte.
Alexander Segert, Geschäftsführer der Schweizer Agentur Goal, die
den FPÖ-Wahlkampf organisiert, zeigte sich in seiner Rede hoch
zufrieden mit dem bisherigen Verlauf: "Wenn alle anderen zwei Wochen
lang über unsere Themen, über unsere Plakate reden, haben wir schon
halb gewonnen." (APA)