Im Westen nichts Neues

21. August 2009, 23:55
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FPÖ hetzt zum Wahlauftakt gegen Türken und Juden

Bregenz - Sofortige Abschiebung straffälliger Ausländer, Einbürgerungsstopp für türkische Staatsangehörige, Attacken gegen den Direktor des Jüdischen Museums: Die Vorarlberger FPÖ wusste ihre Anhänger bei ihrem Wahlkampfauftakt am Freitagabend in Hohenems zu begeistern. Die rund 400 FPÖ-Fans dankten es dem Spitzenkandidaten Dieter Egger mit Standing Ovations.

Aus den Boxen dröhnt das Lied vom "Final countdown", der Beamer wirft in großen Lettern "Mut zur Heimat!" an die Wand. "Blau isch Pflicht! Des züch ma durch z'dorabira" ("Blau ist Pflicht! Das ziehen wir durch in Dornbirn") - solche und ähnliche Parolen sind auf den Schildern zu lesen, die das FPÖ-Wahlkampfteam bei jedem Zwischenapplaus hochhält. FPÖ-Landtagsabgeordnete Silvia Benzer stellt in griffigen Slogans das FPÖ-Wahlkampfprogramm vor. Kurzformel: "Mehr Heimat, Freiheit und Sicherheit!"

"Wir werden in diesem Wahlkampf nicht einen Funken an Deutlichkeit vermissen lassen", droht Egger später in seiner Rede vor den blauen Sympathisanten an. Was das bedeutet, macht er gleich selbst deutlich: Der FPÖ-Landesparteichef warnt vor einer "muslimischen Mehrheit" im Land "in 40, 50 Jahren". Es sei "fünf nach zwölf", um "diese Entwicklung zu verhindern, damit sich "unsere Kinder" nicht "fremd fühlen im eigenen Land".

Egger fordert einen völligen Stopp der Einbürgerungen von türkischen Staatsangehörigen, "bis die Türkei Österreich wieder über Doppelstaatsbürgerschaften informieren" müsse. Islamlehrer müssten sich zu den "demokratischen Grundwerten" bekennen, ansonsten müssten sie nicht nur "raus aus der Schule", sondern auch "raus aus dem Land". Gegen die Kritik des Direktors des Jüdischen Museums, Hanno Loewy, an den FPÖ-Plakaten verwahrt sich der Vorarlberger FPÖ-Chef. Den "Exil-Juden aus Amerika in seinem hochsubventionierten Museum" gehe die Innenpolitik ebenso wenig etwas an wie den Intendanten der Bregenzer Festspiele, David Pountney, der die FPÖ-Plakate am Freitag als "Schande" bezeichnet hatte.

Alexander Segert, Geschäftsführer der Schweizer Agentur Goal, die den FPÖ-Wahlkampf organisiert, zeigte sich in seiner Rede hoch zufrieden mit dem bisherigen Verlauf: "Wenn alle anderen zwei Wochen lang über unsere Themen, über unsere Plakate reden, haben wir schon halb gewonnen." (APA)

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