Neuer Terror und Kritik an Militärführung

21. August 2009, 23:22
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Zwei Tote durch Anschlag bei Bagdad - Sondersitzung des Parlaments zur Sicherheitslage

Bagdad - Auf einem Markt südlich von Bagdad sind am Freitag durch einen Bombenanschlag zwei Zivilisten ums Leben gekommen. 20 weitere Menschen wurden nach Angaben irakischer Nachrichtenagenturen verletzt, als der Sprengsatz im Al-Rashid-Markt explodierte. Nahe der nördlichen Stadt Kirkuk beschossen Unbekannte das Auto des kurdischen Parlamentariers Ahmed al-Saleh. Der Politiker, seine Ehefrau und ein Sohn wurden verletzt.

Unterdessen wurde Kritik an den irakischen Sicherheitskräften laut, denen es nicht gelungen war, die Terroranschläge zu verhindern, durch die in dieser Woche mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen waren. Der stellvertretende irakische Parlamentspräsident Khalid al-Attiya sagte am Freitag nach einer Sondersitzung des Parlaments: "Dies waren besorgniserregende Ereignisse, die Lücken im Konzept der Sicherheitskräfte offenbart haben." Die Militärführung müsse dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Verteidigungsminister Abdelkader al-Obeidi bestätigte derweil die Festnahme einer Reihe von Offizieren. Die gegen sie vorgebrachten Vorwürfe sollten von der Militärjustiz untersucht werden, sagte er.

Morde und Attentat

Die Agentur Al-Yaqen meldete, in der Provinz Diyala seien am Freitag vier Leichen von Mordopfern gefunden wurden. Westlich von Bagdad entkam ein Neffe des Vorsitzenden des sunnitischen Rates der Religionsgelehrten, Scheich Harith al-Dhari, einem Attentat. Ein Begleiter von Abdulrahman al-Dhari wurde verletzt, als die Angreifer vor einer Moschee in dem Vorort Abu Ghoreib aus einem fahrenden Auto auf ihn schossen. Sein Onkel, Harith al-Dhari, wird von einigen schiitischen Politikern als "Terrorist" verdächtigt.

Die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki steht unter Druck, weil sie nach dem Abzug der letzten US-Soldaten aus den Städten und Dörfern Ende Juni beteuert hatte, sie könne auch ohne die Amerikaner, mit Hilfe der irakischen Armee und der Polizei, für Sicherheit sorgen. Doch alleine in dieser Woche starben mehr als 100 Menschen durch den Bombenterror, für den die meisten irakischen Beobachter Al-Kaida-Terroristen verantwortlich machen. (APA/dpa)

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