"Kärntner haben einen Minderwertigkeitskomplex"

21. August 2009, 19:30

Ex-Justizministerin Karin Gastinger im Video-Interview zur aktuellen Justizaffäre, zweisprachige Ortstafeln, Dörflers Unwissen und den "fehlenden starken Mann" seit Haiders Tod

Ex-Justizministerin Karin Gastinger ist in Kärnten aufgewachsen und "sozialisiert" worden. Im Video-Interview mit Hans Rauscher erklärt sie, was sich hinter der "Kärntner Seele" verbirgt, warum die Kärntner "einen Minderwertigkeitskomplex" haben und seit dem Tod von Landeshauptmann Jörg Haider einen "starken Mann" vermissen.

Dörflers Unwissen

Gastinger stärkt ihrer Nachfolgerin Bandion-Ortner zur aktuellen Justizaffäre den Rücken: "Das Vertrauen in die Justiz ist für mich nach wie vor gegeben." Zu den vom Falter veröffentlichten Zitaten aus dem Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, die beim jetzigen Landeshauptmann Gerhard Dörfler keinen "wissentlichen" Amtsmissbrauch zu den zweisprachigen Ortstafeln erkannte, meint Gastinger: "Hier wurden auszugsweise Zitate heraus genommen, und daraus wurde versucht ein Gesamtbild zu konstruieren." Sie kenne selbst das 177-Seiten-Dokument nicht, und für juristisch Außenstehende sei es außerdem schwierig nachzuvollziehen, was die Tatbestände für einen Amtsmissbrauch seien. Das Verfahren sei jedenfalls noch nicht vorbei, und unabhängige Richter würden letztendlich entscheiden, ob es zu einer Anklage kommt. 

"Bundeskanzler Faymann gefordert"

Die Umsetzung der zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten ist für Gastinger grundsätzlich keine juristische Frage, sondern "ein politischer Entscheidungsprozess, den man angehen muss". Hier sei Bundeskanzler Faymann in Absprache mit den Kärntnern gefordert.

Gegen Bundesstaatsanwalt

Die Ex-Justizministerin spricht sich gegen eine Änderung des Weisungsrechts aus. Die jeweiligen Justizminister würden ohnehin laufend vom Parlament kontrolliert werden, weshalb Gastinger einen von der SPÖ geforderten Bundesstaatsanwalt für nicht notwendig erachtet.
(rasch, derStandard.at, 21.8.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 86
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spoiled ballot
00
küchenpsychologie ist schon gefährlich

angewendet auf ganze bevölkerungsgruppen einfach nur falsch.
der kampf gegen einen (konstruierten) außenfeind, ist die strategie schwacher, unfähiger machthaber und hat nichts kärnten spezifisches.

je schwächer die regierung, desto gefährlicher der phantomfeind.

und den kärntner gibt es nicht, und kärnten ist kein abgeschlossener raum.
das problem in kärnten ist, dass es wirtschaftlich sehr schwach ist, dass viele kluge, kreative köpfe das land verlassen, und bei der lokalpolitik verständlicher weise nicht mehr zurück kommen.

Dante Alighieri
00
15.9.2009, 13:24

Das allein kanns allerdings nicht sein. Im Burgenland, das dieselben Probleme teilt, gibts ja auch nicht so viele Fans der Braunen.

Marinos Yannikos
00
31.8.2009, 20:21
Armselig...

... Kärntner so über einen Kamm zu scheren und das öffentlich, also wirklich. Ziemlich bemitleidenswert.

pauljoe
00
31.8.2009, 17:41
unterschied ?

dann sind 'die' ja gar nicht so anders wie 'die wiener' zum beispiel..?!

ob sich 'gesamtgesellschaftliche' minderwertigkeitskomplexe in kärnten konzentrieren kann ich nicht beurteilen - auf kärnten zu beschränken scheinen sie sich allerdings nicht.

skip it
00
31.8.2009, 10:26
ceterum censeo:...

...kauft nicht bei kaerntnern.

skip it
14
31.8.2009, 10:22
"Kärntner haben einen Minderwertigkeitskomplex"...

...und dies voellig zu recht.

Kohlhaas1
00
29.8.2009, 17:31
Naja, da hätten ja die Ösis einen Komplex. Allerding ist eine Politikerin die das öffentlich herausposaunt und damit ihr Wahlvolk beleidigt untragbar.

Also sollte Sie nie wieder beachtet werden , weder von Wählern noch von der Journaille, Belustigungsgründe ausgenommen.

haudi
00
25.8.2009, 23:02
Die Wiener haben einen Riesenkomplex

Weil sie 2 Kärntner die sich im tiefsten Dialekt unterhalten eben nicht verstehen :)

zellu lloyd
00
27.8.2009, 08:44

ist umgekehrt aber auch so! (das mit dem Sprachverständnis!)

Der Blindphisch
00
23.8.2009, 20:05
Ja aber das Problem ist...

...dass sie ihren Minderwertigkeitskomplex völlig zu Recht haben.

radikal
00
24.8.2009, 11:47
zu recht

hat bitte sehr - nicht haben

nämlich die gastinger
sonst würde sie sich nämlich für so ein interview nicht hergeben

;)

Matthias Schindler
01
23.8.2009, 19:36

RAU ist ins Sommerloch geplumpst!
Es gibt keine andere Erklärung für dieses Interview.

Matthias Schindler
00
23.8.2009, 19:34

EIN DICKER FETTER PANZER?????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????

Urbin
21
23.8.2009, 19:11
Warum muss Kärnten bei Österreich bleiben?

Bei den Minderheitenrechten geht es um minimale Forderungen. Diese der Minderheit zuzugestehen, wäre für angstfreie und demokratische Bürger kein Problem. Warum das in Kärnten nicht so ist, hat mit dem Minderwertigkeitsgefühl der Kärntner und dem zur Kompensation desselben notwendigen Feindbild zu tun. Ohne Feindbild ist der Kärntner nichts, weil er sein Selbstbewusstsein nur in Abgrenzung zu anderen definiert. Haider hat das politisch höchst erfolgreich vorgezeigt, das BZÖ (siehe Dörfler), SPÖ und ÖVP haben diesen Reflex dogmatisiert. Vielleicht wäre die Abtrennung Kärntens eine Lösung des Problems, denn wozu braucht Österreich Kärnten? Übrigens: Man könnte diese Abtrennung auch "Autonomie" nennen.

StVO1
00
27.8.2009, 00:41
@ Urbin

die Idee finde ich gut. Rest-Österreich würde sich dadurch eine Menge Probleme ersparen und Viel Geld sparen um ein wirtschaftlich äußerst schwaches Bundesland auszuhalten. Ein selständiges Kärnten könnte sich Blödheiten, wie Ortstafelstreit und Haider Musem sicher nicht leisten.

radikal
13
24.8.2009, 11:44
ja ja

nur die kärntner haben feindbilder

deshalb wählen in wien zigtausende den strache
weil er so lieb spricht über die ausländer

aber hauptsache du selbst bist erhaben über das alles

wahrlich intelligent deine aussagen

alpentiger
03
23.8.2009, 20:11
So recht Du mit der Beschreibung der "Kärntner Seele" hast ...

so greifst Du mit der Abspaltungstheorie schließlich doch in den gleichen "Schmalztopf", nämlich Ausgrenzung.

Es ist eine historische Wahrheit, dass Kärnten zu Österreich gehört. Ebenso wie es die peinliche Definition des Landesverständnisses zu sein scheint, dass man den schon immer dümmlichen Ortstafelzirkus auch ins 21. Jahrhundert künstlich mitzerrt. Dabei spielen nicht nur die Politiker Kärntens sondern auch einzelne "Slowenen-Führer" auf der gleichen Tastatur des gemeinsamen Klaviers bewußt unterschiedliche Töne an. Eigentlich auch nur zur Selbstdarstellung und sinnlosem Fortpflanzen von eigenen Unzulänglichkeiten.

Der "Rote Heinzi" in der Hofburg müßte halt lauter werden und nicht wie schon so oft aus WC flüchten. Wie oft noch?

Mr. Bob Dubolino
00
23.8.2009, 16:00

bin schon wieder weg. dachte nach dem foto, es geht um hansi hinterseer.

weg
04
23.8.2009, 15:49
Hut ab..

vor jedem, der nicht einschlaeft oder in Gedanken abschweift, waehrend RAU seine Fragen.. ah.. uh.. formuliert. Ich waere nicht in der Lage, auch nur eine einzige seiner Fragen zu beantworten.

Googlehupf2
21
23.8.2009, 11:33
Ich wüsste gerne, wie es zugegangen ist .....

.... dass Frau Gastinger aus der Kärntner Wasserrechtsbehörde zur Justizministerin gemacht worden ist. Hängt das vielleicht damit zusammen, dass diese Behörde Jörg Haider aus den Verstrickungen seiner verlustreichen Beschäftigungs- & Industriepolitik, die 1 Mrd. S und 400 Arbeitsplätze sowie Eisenkappel 1000 Abwanderer kostete, befreite, indem sie auch Landes-Betrieben, die Wasserrechte entzog? Das Schurkenstück, das ein Jahr später oberstgerichtlich teilweise revidiert worden ist, hat dann ein Schau-Prozeß gegen den Zellstoff-Investor Wilhelm Papst (Villach St. Magdalen) ergänzt, der nicht einmal Mindeststandards eines fairen Verfahrens erfüllte, und von Papst, der Ehre, Freiheit & Millionen verlor, bis heute bekämpft wird. Kärnten=Sumpf

Kohlhaas1
00
29.8.2009, 17:33
War denn der st.Magdalen Skandal nicht ein roter Skandal ?

Wurde in diesem Verfahren nicht versucht Politiker , die solche Fehler machten persönlich zur Kasse zu bitten ?
Und wurde das nicht, aller Parteien sei Dank flugs verworfen ?

Oder lässt mich da mein Gedächtnis im Stich ?

Googlehupf2
00
29.8.2009, 18:10
Das war durch und durch ein "blauer Beschäftigungs-Politik-Skandal" ....

.. ein farbloser Investor gerät zwischen die Beine eines blauen Landeshauptmannes, der mal da und dann wieder weg ist, mal dafür und dann wieder dagegen ist und der, als 100 Mio S Prämie für eine Werksschliessung angeboten werden, allerorts blaue Wunder verspricht. Ein Richter soll Justizminister werden, wenn es ein Verfahren gegen den Investor gibt & wunschgemäß endet, ein blauer Rechnungshof gibt in Weltrekord-Tempo den blauen Senf dazu und ein blauer Justizminister sieht keinen Grund gegen den haarsträubenden Schauprozeß einzuschreiten. Schließlich wird eine Fachfrau aus der Wasserrechts-Abteilung, die 2 Werke per Bescheid schließt, Justizminister & Haiders "Boxenluder". 400 Arbeitsplätze weg, 1,4 Mrd.S auch, 7 Jahre Haft & Ehrverlust!

radikal
00
24.8.2009, 13:00
aha

großkopferte führen sich auf und dann wird gleich ein ganzes land pauschalierend verurteilt

der sumpf ist wohl eher in deinem kopf


radikal
00
24.8.2009, 12:21
Kärnten=Sumpf

Österreich=Morast
Googlehupf2=Kloake

http://de.wikipedia.org/wiki/Kloa... (Biologie)

Googlehupf2
02
24.8.2009, 14:22
Die Reaktion ist mehr radikal als zutreffend ...

... denn ich habe Sachverhalte aufgezeigt, die den meisten Kärntnern vermutlich gar nicht bekannt sind. Dabei lag es mir nicht daran, ganz Kärnten als Sumpf zu bezeichnen, dazu ist es mir viel zu lieb. Sumpfig geht´s in der Justiz zu, da ist ein brauner Morast. Zum Beispiel ist ein Mann, der sich zu gewissen Zeiten nicht national gebärdete und dafür im 3. Reich sogar eine Todesstrafe "ausgefasst" hatte, durch Schicksalsfügung aber doch freikam, der Klagenfurter Gerichtsbarkeit aber so verdächtig erschienen, dass er für "nichts" zweieinhalb Jahre Untersuchungshaft erdulden mußte. Im selben Gerichtsgebäude dürfen aber Sachverständige befangen sein, sie dürfen lügen und wenn der Beschuldigte einen SV-Betrug anzeigt, werden Beweise abgewiesen.

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