Roma-Mordserie: DNA-Probe bringt Übereinstimmung

25. August 2009, 17:08

Einer der Verdächtigen war bei Kosovo-Truppe Kfor - Hunderte Roma wollen wegen rechter Gewalt auswandern

In Ungarn verdichtet sich die Beweislage gegen vier Männer, die seit voriger Woche als mutmaßliche Verantwortliche für eine beispiellose Serie von Morden an Roma in Untersuchungshaft sitzen. Bei zwei dieser Männer stimmen die DNA-Proben mit jenen überein, die an Tatorten sichergestellt worden waren, teilte der ungarische Polizeichef István Házi am Dienstag in Budapest mit.

Die Männer waren vergangenen Freitag in einem Debrecener Nachtklub verhaftet worden. Bei den Hausdurchsuchungen wurden von der Polizei sechs Gewehre gefunden, darunter auch Schrotflinten. Sichergestellt wurden zudem Geländewagen und detaillierte Landkarten, auf denen die Orte der Anschläge markiert waren.

Ungarische Medien enthüllten zudem immer neue Details aus demLeben der Tatverdächtigen: Einer der Männer soll früher als Kfor-Soldat im Kosovo gedient haben. Außerdem ist sein Schwager Polizist. Er soll die Tatwaffen beschafft haben. Die Ermittler untersuchen auch die mögliche Rolle dieses Schwagers in Polizeidiensten bei der Mordserie.

Bei der Serie von Anschlägen auf Roma, die vor einem Jahr begann, wurden insgesamt mindestens sechs Roma getötet und 55 verletzt. Einen weiteren Doppelmord zählt die Polizei nicht zu dieser Serie. Mit den Ermittlungen befasst sich eine 120-köpfige Sondereinheit.

Auswanderungswelle der Roma droht

Angesichts der wiederholten Übergriffe auf Angehörige der Roma-Minderheit in Ungarn wollen offenbar Hunderte Roma das Land verlassen. Mehrere hundert Roma haben sich aus diesem Grund mit Ansuchen um Unterstützung bei der Auswanderung an die Landesselbstverwaltung der Roma (OCÖ) gewandt, wie deren Vorsitzender Orban Kolompar laut Nachrichtenagentur MTI am Dienstag erklärte. Gründe für die drohende Auswanderungswelle seien die "gegen die Volksgruppe gerichteten Attentate und Diskriminierungen".

Die Roma verlangen von der OCÖ eine Bescheinigung darüber, dass sie "politische Verfolgte in Ungarn sind und ständigen Terrorangriffen ausgesetzt sind". Als Zielländer würden Kanada, ebenso wie England, Schweden, Dänemark, Belgien und die USA angegeben. Laut Kolompar könne eine solche Bescheinigung nur mit der Vollmacht der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung ausgestellt werden. Doch das Verlassen des Landes sei "keine Lösung des Problems", so Kolompar.

Laut Andras Bader, einem der Ausreisewilligen, lebt seine Familie in Angst und Schrecken wegen der gegen Roma gerichteten Anschlagserie. Ihre Zukunft sei aussichtslos und das gegenwärtige Leben von zahlreichen ethnischen Diskriminierungen belastet. Die Verhaftung der Verdächtigen in der Roma-Mordserie sei noch keine Garantie dafür, dass es nicht zu neuen Morden oder Bedrohungen der Roma kommen könnte, sagte Bader. Die Ängste der in der Provinz lebenden Roma, dass die Attentäter Nachahmer finden könnten, seien keineswegs unbegründet.

Jozsef Farkas - ein anderer Antragsteller - will nach eigener Aussage deswegen nach Übersee auswandern, weil die extreme Rechte in Ungarn so erstarkt ist, dass die rechtsextreme Ungarische Garde neu gegründet wurde und die Jobbik-Partei mit ihrer radikalen Ideologie den Einzug ins Europaparlament geschafft hat. Aus diesem Grund bitte er und seine Familie die OCÖ um "politische Hilfe".  (Kathrin Lauer aus Budapest/DER STANDARD, Printausgabe, 26.8.2009/APA)

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Pester Lloyd: "Todesbrigade" in U-Haft

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
1 2
Alexander Patjomkin
01
Die Ungarische Polizei macht seine Arbeit super,

In drei Tagen haben sie die Täter gefasst. Die Roma-Mörder von Oberwart sind bis heute nicht gefasst.
In Budapest(grösser als Wien) gibt es weniger Straftat und die Aufklärungsrate ist höher als in Wien.
Nur quatschen, quatschen und quatschen....

Käptn'
41
24.8.2009, 09:41

Bin schon überascht, dass der Täter nicht Orbán himself oder der Jobbik Parteio ist.

globetrottel
10
25.8.2009, 06:55

Wer weiss - vielleicht gibt es noch eine Anzeige wegen (geistiger) Beihilfe ?

Mr. Hyde sen.
14
24.8.2009, 07:33
Bekleidet mit Kapuzen und kugelsicheren Westen wurden die Verdächtigten von einer schwer bewaffneten Kommandoeinheit in U-Haft überstellt.

Täterschutz wird wohl in Ungarn groß geschrieben.

Wohl aber nur, wenn der Täter der braunen Szene entspringt.

Sei nicht so verbohrt
14
24.8.2009, 18:36
Das sind die üblichen Gepflogenheiten in Europa

Auch, dass man dann das braune Mordgesindel mit den linken Kämpfern für Menschenrechte in einen Topf wirft.

@panta rei
07
23.8.2009, 20:04
tragen Tätowierungen mit Nazi-Symbolen

damit man gleich sieht, dass man es mit Idioten zu tun hat :-))))

j0urn3ym4n
00
25.8.2009, 13:48
omar chamra
113
23.8.2009, 16:27
Die Lügen der rechten Medien sind jetzt offenkundig

Magyar Nemzet und Magyar Hirlap behaupteten, die Morde an den Roma währen Familienfehden. Doch jetzt
stellt sich heraus - und die Polizei hat ein Lastauto voller Beweise wie Schrotgewehre und anderes abtransportiert - dass die Morde aus rassistischen Motiven begangen wurden.

G e o r g
08
24.8.2009, 00:57

Das war doch in Österreich 1995 beim Anschlag auf Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon in Oberwart ähnlich: Jörg Haider verleumdete die Opfer und die Roma als Gruppe, indem er die Tat entgegen der offensichtlich rassistischen Motivation ("Roma zurück nach Indien") als Fede im Verbrechermilieu hinstellte. Einige Journalisten sprangen darauf auf. Das Heeresnachrichtenamt war bei beim Ablenken vom rechtsextremen Hintergrund der Attentate auch involviert.

http://www.hagalil.com/archiv/20... 2/mord.htm

globetrottel
64
23.8.2009, 20:35

Achtung ! Die vier sind erst VERDäCHTIGT ! Geben wir doch bitte den Rechten keine Argumente in die Hand.

Cet
13
25.8.2009, 09:48
Sie haben ein wichtiges Wörtchen vergessen

Nicht nur tatverdächtig, sondern DRINGEND tatverdächtig! Es gibt Beweise!

globetrottel
00
25.8.2009, 17:25

Ja, das ist durchaus richtig. ICH halte die Leute auch für sehr wahrscheinlich schuldig. Aber ich bin nicht der Richter, und Sie auch nicht. Massen wir uns also keine Vorverurteilung an.

Ibsen
24
21.8.2009, 20:51
Endlich! Das ist eine gute Nachricht!

Ich hoffe, dass sie ihre Strafen bekommen und keine wahnsinnigen Nachahmer haben werden und es zur Beruhigung kommt!

Warentester
117
22.8.2009, 14:27

Moment mal, bis jetzt sind dir nur mal verdächtig. Der Begriff Unschuldsvermutung sagt Ihnen schon was.

anders and
 
04
23.8.2009, 19:38
sind auch Poster an die Unschuldsvermutung gebunden,

und können sie wegen Verletzung der Unschuldsvermutung zu Schadenersatz verurteilt werden?

globetrottel
74
23.8.2009, 20:37

Ich glaube, gerade linke und liberale Poster sollten sich ganz besonders in einem Akt der freiwilligen Selbstkontrolle an grundlegende Regeln des Rechtsstaates halten. Alles andere wäre unglaubwürdig.

slobodan nikolic1
 
21
24.8.2009, 20:35
freund,

ich weis das du / sie auch links orientiert bist/sind und das wir liberalen und linken poster wie ich und du vorsichtig sein sollen bei verdächtigungen oder vorbeurteilungen ist auch korekt! ist aber nach dem was in letzten paar monaten in ungarn richtung rechtsruck pasiert ist, nicht mehr so leicht! es wurde sehr lange zugeschaut oder sogar verdrengt! daher auch sollchen reaktionen von manchen linksorintierten poster! und was für mich noch schlimmer ist, die rechten in europa werden immer mehr! ist traurug und zum speiben!lg

anders and
 
11
24.8.2009, 13:57
im Inland passe ich ja auf,

aber der Rechtsstaat hat wohl nichts dagegen, wenn ich in Ungarn inhaftierte Ungarn als fast sichere Täter beschreibe.

globetrottel
32
24.8.2009, 18:51

Der Rechtsstaat (leider) sicher nicht. Das müssen Sie schon mit sich selber ausmachen.
Ich hielte es für wünschenswert, dass wir im Net genauso agieren wie im "normalen Leben" - also z.B. rechtlich ehrenrührige Aeusserungen, Verleumdungen etc. unterlassen und nur Dinge von uns geben, für die wir den Wahrheitsbeweis antreten könnten.
Ist vielleicht eine konservative Sicht der Frage, aber ich glaube, dass wir sonst "entgleisen".
Ich stimme mit Ihnen völlig überein, dass die vier SEHR WAHRSCHEINLICH die Täter sind, und dass die Sache SEHR WAHRSCHEINLICH rassistischen Hintergrund hat - bloss es als Tatsache hinstellen sollten wir (noch) nicht, sonst geben wir rechten Demagogen unnötig Argumente an die Hand.

Ibsen
13
22.8.2009, 15:12
Ja klar, aber was wollen Sie uns damit sagen?

paci
44
22.8.2009, 15:37

daß menschenrechte auch für menschen gelten, die einem nicht lieb sind.

Placebo
 
52
23.8.2009, 18:58
Auch für die ermordeten Roma?

paci
32
23.8.2009, 22:13

was ist das für eine frage?

Ibsen
13
22.8.2009, 15:54
Und wer hat das Gegenteil behauptet?

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