Bruder Basescus machte Geschäfte mit Waffenproduzenten
Bukarest - Der rumänische Staatspräsident Traian Basescu
ist wegen der geschäftlichen Aktivitäten seines Bruders, Mircea
Basescu, unter Druck geraten. "Wenn mein Bruder sich noch einmal an
einer so dubiosen Firma beteiligt, kann es sein, dass ich nicht
wieder kandidiere", sagte Basescu am Freitag nach Angaben der
rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax. "Vor Feinden kann man sich
schützen, vor dem eigenen Bruder ist das sehr schwer", fügte der
Präsident hinzu.
Zuvor war publik geworden, dass Basescus Bruder Teilhaber einer
Firma ist, die Geschäfte mit Waffenproduzenten macht. Gegenüber der
Agentur Agerpress erklärte Mircea Basescu am Freitag, dass er alle
Anteile an der Firma aufgegeben habe. In diesem Herbst stehen in
Rumänien Präsidentenwahlen bevor. Basescu hat bisher mehrfach gesagt,
dass er sich noch nicht entschieden habe, ob er für die Wiederwahl
kandidiert. Zuletzt hatte er diese Entscheidung davon abhängig
gemacht, in welchem Tempo sich Rumänien von den Folgen der globalen
Finanzkrise erholt.
Basescu betonte, dass er erst Donnerstagabend erfahren habe, dass
sein Bruder zu 30 Prozent Teilhaber der Firma Defense, Security and
Intelligence CO - Desintco SRL ist. Der Präsident habe seinen Bruder
aufgefordert, sich aus dieser Firma zurückzuziehen. Die übrigen
Teilhaber sind ein früherer Direktor des staatlichen rumänischen
Waffenproduzenten Romarm und dessen Verwandte. Desintco SRL
produziere keine Waffen, sondern vermittle Handel mit Militärtechnik,
hieß es seitens der Firma. (APA/dpa)