Neues Material für Chips im Nanomaßstab

22. August 2009, 16:39
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Organische Nanodrähte könnten eine Alternative zu Silizium sein

Kopenhagen - Eine chinesisch-dänische Forschungskooperation hat gezeigt, dass organische Leitungen im Nanobereich Silizium in Computerchips ersetzen könnten, geben die Forscher im Journal "Advanced Materials" bekannt. "Uns ist es gelungen, mehrere Transistoren aus Nanodrähten auf einem Nanogerät zu vereinen", so Thomas Bjørnholm, Leiter des Nano-Science Center an der Universität Kopenhagen. Dabei wurden zwei gängige kupferbasierte organische Halbleitermaterialien genutzt, so Wenping Hu, Professor an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Die organischen Nanodrähte wurden mit solchen aus Zinnoxid zu einem Hybridsystem verbunden. Dazu wurden die Drähte aus den unterschiedlichen Materialien ähnlich wie Mikadostäbe gekreuzt und mehrere Kontakte durch nanomechanische Manipulation zu einem Stromkreis verbunden.

Die so entstandenen Nanogeräte kommen den Wissenschaftlern zufolge mit einem niedrigen Betriebsstrom aus und bieten eine hohe Stabilität, was eine notwendige Voraussetzung dafür sei, dass der Materialansatz mit klassischem Silizium wirklich konkurrieren kann. Er eröffne die Möglichkeit, Computer auf ganz andere Art als bisher zu realisieren. Langfristig könnte es damit möglich werden, Transistoren und Schaltkreise kleiner zu machen, als das auf Silizium-Basis möglich ist. Allerdings stehe man noch am Anfang der Forschung, so Hu. Ehe der Ansatz so weit perfektioniert ist, um mit Silizium-Chips in aktueller 45-Nanometer-Technologie konkurrieren zu können, sei es noch ein weiter Weg. "Damit die Technik praktisch anwendbar wird, bedarf es einer besseren Reproduzierbarkeit der Nanomanipulation", so der Forscher. (pte/red)

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