Zahnmedizin

Neues Studium: Zahnärztekammer kritisiert Akkreditierungsrat

21. August 2009, 15:39

Umstrittene Privatuni in Krems startet im Oktober Zahnmedizin-Studium - Kammer befürchtet "Geschäftemacherei"

„Überrascht und überrumpelt", so fühlten sich die Vertreter der Österreichischen Zahnärztekammer, als sie erfuhren, dass es an der Danube Private University in Krems eine zahnärztliche Ausbildung geben soll - ab Oktober.

Der Studiengang - und die Privatuniversität - war längere Zeit umstritten: Der Akkreditierungsrat des Wissenschaftsministeriums hatte vergangenes Jahr den Antrag der Privatuniversität abgelehnt. Vor wenigen Tagen aber gab es von Seiten des Wissenschaftsministeriums und des Rates grünes Licht für die Ausbildung zum „Dr. dent. med." und anderen, wie etwa zum Medizinjournalisten oder ästhetisch-rekonstruktiven Zahnmediziner. Das Zahnmedizin-Studium soll zwölf Semester dauern.

Studium "Geschäftemacherei"

Die Zahnärztekammer findet, dass so eine Institution zur Versorgung der Österreichischen Bevölkerung „in keiner Weise erforderlich und sinnvoll" sei. Sprecher Erwin Senoner zweifelt an der Qualität der Inhalte und befürchtet dahinter „Geschäftemacherei". Noch dazu seien im Bewilligungsverfahren weder Standes- noch Kammervertreter gewesen.

Rat will keine Diskussionen

Der Akkreditierungsrat will sich mit der Kammer auf keine Diskussionen einlassen: „Das Studium ist absolut vergleichbar mit dem an den öffentlichen Fakultäten", sagt Elisabeth Fiorioli, Geschäftsführerin der Institution. Auch die EU-Kompatibilität sei überprüft und vorhanden. Dass die DPU mehrere Anträge gestellt hatte, hatte keinen Einfluss auf die Entscheidung. Was die Antragsteller beim bewilligten Antrag besser oder anders gemacht haben, kann Fiorioli aus Gründen der Amtsverschwiegenheit nicht beantworten.

Start im Oktober

40 Zahnmedizin-Studenten sollen im Oktober mit dem Studium beginnen. Die meisten Bewerber sind nach Angaben der Privat-Uni aus Deutschland, aber auch aus Österreich - darunter angeblich auch Kinder von Kammerfunktionären - und der Schweiz. Die Studiengebühr pro Jahr beträgt 24.000 Euro. (Marijana Miljkovic, derStandard.at, 21. August 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
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Heavy Heavy Low Low
00
31.8.2009, 18:37
"Geschäftemacherei"

Manchmal frage ich mich, ob einige selbst ernannte Experten und Kommentatoren hinter dem Mond leben. Selbstverständlich ist eine Privatuni - wie jedes andere Unternehmen - vor allem darauf ausgelegt, ein Geschäft, also Gewinn zu machen. Inhaber von Privatunis sind - auch wenn das kaum einer wahr haben will - keine gütigen Samariter, die Bildung umsonst oder mit Verlusten verteilen. Ob man ihnen das aber wirklich übel nehmen kann, ist eine ganz andere Frage.

Regis 1
00
31.8.2009, 18:36
Was die Antragsteller beim bewilligten Antrag besser oder anders gemacht haben, kann Fiorioli aus Gründen der Amtsverschwiegenheit nicht beantworten.

was soll der witz? hier gehts um die gesundheit ...

Amuri
10
28.8.2009, 12:17
ach wie gut,

dass bei Zahnmedizinern im dritten Jahr an der MedUniWien nur die 20 besten weiterkommen, weil es eine Warteliste gibt, aber schön, dass es anscheinend genug Geld für Privatunis gibt :)

leo lander
00
26.8.2009, 10:39
besser die reichen dummies an die Privatuni

als reiche dummies an die öffentlich finanzierten unis.
Hoffentlich passt die ausbildung.

trace route
00
Nein, auch das ist falsch!

Denn wenn reiche Dummis an Privatunis die Titel geschenkt bekommen, dann geht dies letztendlich ZU LASTEN DER GESUNDHEIT DER BEVÖLKERUNG.

Selbst bei anderen Studien bin ich dagegen, dass sich reiche Dummies ihre Titel kaufen dürfen, so nach dem Motto "Auf der Privatuni kann man mangelnde Befähigung mit dem nötigen Kleingeld wett machen."

Denn wohin das führt ist klar: Sobald die reichen Dummies ihren Titel in der Tasche haben, nehmen sie anderen Leuten, die fähiger wären, den Job weg. Und werden womöglich gar auf Chef-Sessel gehievt. Von Papis Gnaden bzw seiner Freunderl natürlich.

Die richtige Karriere für reiche Dummies ist: ab in die Firma von Papi. Die können's dann ja ruinieren, das ist mir egal...

Ganerc-Callibso
01
24.8.2009, 17:56
bei den Preisen

lustig... unsere Ärzte sagen, daß man in Ungarn zB die Inlays nicht machen lassen soll weil unsere viel bessere Qualität haben...

nur lassen unsere Ärzte die Inlays auch in Ungarn herstellen und setzen sie nur hier ein... ;)

Seria
21
24.8.2009, 16:54

die besten Unis der Welt sind immer noch die Privatunis. Da gibt es auch Leistungsbeurteilungen der Lehrer und Aufnahmeprüfungen f. potentielle Studenten.
Nicht zu vergessen: Zahnmedizin ist zu 90% Handwerk und das lernt man in der Praxis (wie bei allen Berufen)

didi111
113
24.8.2009, 15:34
Nau, das schwarzen Hahnministerium..


..wird sicher im schwazren Kernland eine Möglichkeit schafffen, daß die Gschroppen ihrer Klientel auch zum Doktor kommen.

Und das das ein Geld kostet, ist ja der Reiz. Da hat man wenigstens eine soziale Selektion.

Weil wann die Gschroppen schon zum Studieren auf einer öffentlich zugänglich Uni zu deppart sind, kann man sie wenigstens über den Cash zur Promotion treiben.

Schöne, neue Welt a la ÖVP...und dann wundern sich die Blacks, daß der Gegenwind immer aggressiver wird.

Die EINEN müssen Massentests machen mit ziemlich hohen Drop-out-Raten, und die ANDEREN
promovieren nur, weil die Oldies ein Geld haben.

Super..WO ist ein nasser Fetzen?

Weil ALLEINE ein Geld zu haben, ist ja noch per se kein Qualifikationskriterium.

ganimed1
00
31.8.2009, 17:54
saperlot ,genauso ist´s auch beim fußball............

question-mark
 
01
24.8.2009, 13:22
Einfache Erklärung

Trotz Zahnarztpraxis in 3. Generation ist es für Zahnarztkinder wegen der Aufnahmenprüfung oft unmöglich, das Studium zu beginnen.

Da zahlt man dann eventuell gerne eine ordentliche Studiengebühr und bekommt gleichzeitig eine Art "Erfolgsgarantie", wenn man nicht ganz ungeeignet und blöd ist.

Emma G
13
24.8.2009, 12:37

Damit wird die Selbstreproduktion der Reichen wieder einmal sicher gestellt und Chancengleichheit weiter demontiert. Die Vermarktlichung von Bildung geht weiter!

Amanda Brill
30
24.8.2009, 12:51

Wieso das?

Die öffentlichen Unis werden ja nicht abgeschafft.
Die Optionen werden nicht weniger, sondern mehr. Außerdem schafft praktisch jede Privatuni die Möglichkeit von Stipendien, allein schon aus PR Gründen. Wird in diesem Fall nicht anders sein.

Weshalb der Aufschrei, weil eine Handvoll Studenten an einer Uni studieren, deren Qualität ja (siehe unten) angeblich so schlecht ist.

trace route
00
24.8.2009, 15:22
Jaja. Pro Jahr ein oder zwei finanzielle Armutschkerl, die hochintelligent sind, werden zu Werbezwecken mit einem Stipendium ausgestattet kostenlos studieren,...

... damit alle geistigen Armutschkerl für okay finden, dass die Chancengleichheit komplett verloren geht und 95 bis 98 Prozent der Absolventen dort ihren Titel für Geld kaufen.

Sie haben recht: zu Werbezwecken! Damit die Diskriminierung, die dahinter steckt, weniger auffällt... dann kann man ja immer sagen "Es gibt doch eh Stipendien!" Tja, für 2 bis 5 Prozent. Das hat dann aber mit Chancengleichheit nichts zu tun. Denn ein Tropfen auf den heißen Stein, ist noch lange keine Changengleichheit...

Amanda Brill
73
24.8.2009, 12:30

Was genau regt euch eigentlich so auf.

Dass
1) es nun auch Privatunis gibt, die Medizinstudien anbieten?
2) das Studium etwas kostet (tun die an den öffentlichen übrigens auch, nur zahlts halt da die Allgemeinheit)?
3) die Qualität angeblich so schlecht ist (Wo ist euer Problem, gehts halt nicht hin)?
4) sich dieses Angebot nur Reiche leisten können anstatt gefälligst mit allen anderen gemeinsam zu studieren (PS: Diese Möglichkeit gab's bisher auch, jetzt halt auch in Ö.)?

Ich habe das Gefühl gegen Privatunis kommt ein gewisser Reflex auf, der weniger auf rationalen Argumenten beruht. (Oft von Leuten, die ihre Kinder nur allzu gern auf Privatschulen schicken)

ISB
15
24.8.2009, 12:42
Werte Amanda Brill

Sie können es noch so oft posten, ihre Argumente werden nicht besser. Eine Privatuni ist im europäischen Kontext eine Geld-Elite Uni, indirekt werden da Titel verkauft. Bei Fächern wie "Ökonomie" usw. stört mich das nicht. Wer sich den neoliberalen Theoriequatsch reinziehen will, bitte soll es tun. Aber für das Anbohren von Zähnen bedarf es mehr, als aufgeblasenes Elitetum. Das ist das Problem. Das regt auf.

Amanda Brill
21
24.8.2009, 13:07

Na ja Ihre Argumentation läuft ja wohl auch eher unter Behauptung.

Warum sollten Reiche viel Geld nur für einen Titel bezahlen, oder ist reich gleich blöd? Soweit ich weiß schicken diese Leute ihre Kinder eben an die besten Unis eben weil sie es sich leisten können. Ein Titel allein ohne ordentliche Ausbildung bringt ja gar nichts.

In den USA sind übrigens fast die Hälfte aller Unis privat, und zwar die bessere Hälfte.

Ich denke sobald sich das System von privaten Unis bei uns gefestigt hat, und eine ausreichende Anzahl an Stipendien zur Verfügung steht, wird sich auch das mit der Geld-Elite erledigt haben.

Außerdem kann unseren öffentlichen Unis ein wenig Konkurrenz ja nur gut tun.

trace route
01
24.8.2009, 15:52
Klar, in den USA sind gerade die besten Unis privat. Es geht allerdings darum, dass in Europa ein Konsens herrscht, dass auch jemand der arm ist, DIESELBEN CHANCEN auf ein Studium haben sollte. Und genau das ist NICHT der Fall, wenn ein Studium über

144.000 Euro kostet. Da gibt es dann "gleichere" die sich das noch leisten können. Und die haben bessere Chancen, weil auf einer Uni mit 144.000 Euro Studienkosten der WETTBEWERB um die Studienplätze zweifelsfrei geringer sein wird...

In den USA wird übrigens mittlerweile öffentlich darüber geklagt, dass zu wenige Leute studieren. Die USA produzieren vzu wenig Wissenschafter im eigenen Land, können die Forschung nur aufrecht halten durch Einwanderung junge Wissenschafter aus anderen Ländern. Es ist eine direkte Konsequenz der exorbitant hohen Studiengebühren. Ein Teil der jungen Amerikaner kann sich ein Studium einfach nicht mehr leisten, auch wenn sie begabt wären...

na_bravo
00
24.8.2009, 13:52
Privat?

Problem mit den sogenannten Privatunis in Ö ist halt nur, dass sie schlussendlich doch wieder am Steuertropf hängen. Der Campus, auf dem sich die Kremser Privatuni ansiedelt hat die Steuerzahler jedenfalls eine Stange Geld gekostet.

Die Budgests, die aus öffentlich geförderten Forschungsprojekten an diverse (halb)private Unis fließen werden, fehlen den öffentlichen Unis jedenfalls jetzt schon.

P.S.: Dass in USA privat=gut und öffentlich=schlecht gilt, ist auch so ein Märchen. Oder zählen Sie Berkeley (öffentlich) nicht zu den Top-Unis?

Amanda Brill
21
24.8.2009, 14:03

Da stimme ich überein, dass einige (wie auch die jetzt akkreditierte Kremser) so privat nicht ist. Das gehört transparenter gestaltet.
Trifft allerdings auch nicht auf alle Privatunis in Ö zu, da gibt es schon auch einige, die nichts vom Staat kriegen.

PPS. Natürlich sind öffentliche Unis (in den USA und sonstwo) nicht per se schlecht. Aber auch private sind nicht per se schlecht (der Eindruck entsteht hier aber). Oder (um bei ihrer Argumentation zu bleiben) zählen Sie Harvard, Standford, Yale etc nicht zu den Top-Unis?

na_bravo
01
24.8.2009, 14:21

Hier nur ein paar Zahlen zu Stanford: 2008/09 hat Stanford aus öffentlichen Fördertöpfen 850Mio US$ bekommen (=Steuergeld). Pro Student (derzeit ca. 10.000) ist das also US$85.000 an Steuergeldern pro Jahr. Soviel Budget aus öffentlichen Mitteln hat keine österreichische staatliche Uni. Allerdings sind in USA die Regeln transparent, während in dem Dschungel an unkontrollierbaren GmbHs, der im österreichischen Privatuni-Wesen wuchert, keiner mehr einen Durchblick hat.

Und wenn das Ganze noch gewinnbringend sein soll (die Push GmbH in Krems ist sicher keine karitative Organisation) sehe ich da auf lange Sicht eher schwarz (auch im Hinblick auf die vielleicht nicht ganz so optimal versorgten kariösen Gebisse der zukünftigen Patienten).

stefan81
11
24.8.2009, 12:50

was bedarf es denn mehr um zahnarzt zu sein? glauben sie dort bekommt man den titel geschenkt?

ich denke auf einer privatuni muss man genauso viel lernen wie auf einer staatlichen - lediglich die rahmenbedingungen sind um ein vielfaches besser.

trace route
07
24.8.2009, 12:12
Es war zu erwarten, dass sich ein neuer Business-Zweig herausbildet, nämlich dass Leute die über genügend Kohle verfügen, die strengen Aufnahmeprüfungen der Medunis "umgehen" können - indem sie einfach an eine Privatuni gehen. Frei nach dem

Motto: Cash statt Begabung! Für 24.000 Euro pro Jahr kann man in 6 Jahren an der Privatuni Krems Zahnmediziner werden. Das sind immerhin satte 144.000 Euro fürs gesamte Studium! Und für 9500 Euro jährlich wird man an der Privatuni Salzburg in 5 Jahren Arzt, das sind 47500 Euro. Dafür sind die Aufnahmeprüfunge an den Privatunis lockerer, weil es da nicht so viele Bewerber gibt, sodass sich die Reichen nicht mehr mit all den Armen um einen Aufnahmeplatz schlagen müssen...

sehr praktisch!

Die Chancengleichheit geht dabei natürlich komplett flöten. Aber das ist in Österreich ohnehin jedem wurscht. Und die Patienten werden's schon aushalten... notfalls gibt's ja auch in Ungarn (Zahn)ärzte!

stefan81
21
24.8.2009, 12:52

wieso geht die chancengleichheit flöten? die reichen die dann auf der privatuni studieren, studieren ja dann nicht auf der staatlichen uni. diese plätze werden dann also frei. ihre argumentationslinie stimmt also nicht ganz. oder spricht da wiedermal nur der neid auf die, die mehr haben als man selbst?

wenn sich jemand ein studium selbst bezahlen will soll ers doch tun. wem störts? hauptsache die ausbildung ist gut!

trace route
21
24.8.2009, 15:09
Wenn sie mehr hätten im Oberstübchen, dann hätt' ich ja wohl nichts dagegen. Falls die QUALITIFKATION allerdings ausschließlich aus dem Bank-Konto besteht, hab ich sehr wohl was dagegen. Und natürlich ist die Chancengleichheit beeinträchtigt. Denn...

Chancengleichheit heißt, dass ALLE dieselben Chancen haben, und dass EINZIG die BEGABUNG zählt. Wenn allerdings ein Studium 144.000 Euro kostet, dann steht diese Option nur jenen offen, deren Daddys eben diesen Betrag finanzieren können. Oder glauben Sie, dass ein 18jähriger KFZ-Mechaniker Sohn eine solche Summe von der Bank bekommen würde?

Abgesehen ist die Gesamtzahl der Ärzte, welche in Österreich pro Jahr einen Job bekommen, limitiert. Und wer glauben's wird dann Taxi fahren, wenn's zu viele Ärzte gibt? Der Sohn vom KFZ-Mechaniker, der klüger ist und die strenge Aufnahme auf die Staatsuni schaffte, oder der Primar-Sohn, der zwar die Aufnahmeprüfung nicht schaffte aber dessen Papa ihm den Titel auf der Privatuni "kaufte"?

3x raten.

Tubalkain
10
31.8.2009, 22:19
die Argumentation ist leider inhaltlich unrichtig

Lieber trace route, ich verfolge nun Ihre Ausführungen und muss bemerken, daß Sie hier leider nur schwarz/weiss denken. Privat Unis haben auf Grund der limitierten Studierenden mehr Zeit für die Ausbildung. Meine Tochter war auch in Cambridge, dort hat sich die Uni aus 1.500 studienwilligen 15 Studenten ausgesucht. in den 3 Jahren der Ausbildung war man 24/7 auf dem Campus und hat Tag und Nacht gebüffelt. Das Abendessen konnte dann gemeinsam mit Top Professoren und Nobel Preis trägern eingenommen werden, die Jungen konnten Fragen stellen und von den Professoren lernen. Das mein Lieber ist der Vorteil der Privat Universitäten. Die Massenuni´s sind gut und wertvoll, die Privat Unis haben aber ihren Sinn und auch ihren Platz.

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