Wie geht es den geheilten Patienten?

21. August 2009, 14:02
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Das 3. Magdeburger Psychoonkologische Kolloquium am 28. August zeigt neue Perspektiven der Psychoonkologie

Magdeburg - Die Psychoonkologie hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten zu einer eigenständigen Disziplin entwickelt und ist in der ganzheitlichen Betreuung von Tumorpatienten unverzichtbar geworden. Sie widmet sich insbesondere den psychischen und sozialen Faktoren, die für die Betroffenen und auch deren Angehörigen mit einer Krebserkrankung zusammenhängen können. Durch ihren interdisziplinären Charakter ist die Psychoonkologie ein Paradebeispiel für die zunehmende Spezialisierung innerhalb der Onkologie und der damit verbundenen Notwendigkeit fachübergreifender Zusammenarbeit. Neben Aspekten der Krankheitsbewältigung von Krebspatienten, wird sich mit seelischen Prozessen auf der somatischen, emotionalen, behavioralen, kognitiven, sozialen und immunologischen Ebene befasst. Psychoonkologen sind beteiligt an der stationären und ambulanten Patientenversorgung, der Durchführung von klinisch-psychoonkologischen Weiterbildungen und bei der am klinischen Bedarf ausgerichteten Gestaltung von Forschungsprojekten.

Lebensqualität und Fatigue

Das diesjährige Magdeburger Psychoonkologische Kolloquium bietet im ersten Teil mit zwei Hauptreferaten eine aktuelle Auseinandersetzung zur Frage "Wie geht es den geheilten Patienten?". Hans-Henning Flechtner (Sprecher der AG Psychoonkologie Magdeburg) wird als langjähriger internationaler Experte für Lebensqualität und Fatigue bei Krebspatienten einen komprimierten thematischen Überblick geben können anhand von Daten und Beispielen aus den klinischen Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe. Im Anschluss wird Dorle Messerer-Schmid (LMU München) zum Einfluss verschiedener Behandlungsstrategien (post-remission therapy, "Konsolidierungstherapie") auf die Lebensqualität von Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie (AML) referieren. Messerer-Schmid ist seit vielen Jahren im Kompetenznetz Leukämie tätig und stellt auf dem Kolloquium eine 5-Jahres-follow-up Studie der German AML-Intergroup vor. Die German AML Intergroup ist eine Kooperation von fünf AML-Studiengruppen im Rahmen des Kompetenznetzes "Akute und chronische Leukämien". Die aktuellen Studien dieser fünf Gruppen befassen sich mit Therapieeffekten und prognostischen Faktoren bei AML-Patienten.

Im zweiten Teil werden zwei aktuelle durch die Deutsche Krebshilfe e.V. finanzierte Projekte dem Fachpublikum vorgestellt werden können: Das Modellprojekt "Kinder krebskranker Eltern" wurde durch Prof. Flechtner initiiert und bietet seit Mai diesen Jahres psychologische Hilfe an für Kinder und Jugendliche, deren Eltern an Krebs erkrankt sind. Es ist das erste und bislang einzige professionelle Angebot dieser Art in Sachsen-Anhalt. (red)

 

 

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