Außerirdische und Sonnenflecken

21. August 2009, 13:20
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Die Science Lounge in Wien widmete sich dem Thema "Der Griff nach den Sternen"

Wien - Die Frage nach außerirdischem Leben und die derzeit merkwürdig ruhige, sonnenfleckenfreie Sonne waren Schwerpunkte der Zuschauerfragen bei der Science Lounge mit dem Thema "Der Griff nach den Sternen" am Donnerstagabend in der Strandbar Herrmann in Wien-Innere Stadt. Über mangelndes Interesse konnten sich die Veranstalter bei der zweiten Veranstaltung der Reihe nicht beklagen, das Zelt war mit rund 250 Besuchern mehr als voll.

Die anwesenden Astronominnen - Sabine Schindler (Uni Innsbruck) und Katrien Kolenberg (Uni Wien) - mussten die Zuschauer dann doch enttäuschen: Es gibt bis dato auch nicht die geringsten Anzeichen für Leben außerhalb unseres Planeten. Sehr wohl sind Wissenschafter weltweit auf der Suche nach solchen Anzeichen.

Planetensuche

Besondere Fortschritte haben Astronomen und Astrophysiker bei der Suche nach Planeten außerhalb des Sonnensystems gemacht. Rund 400 derartige Himmelskörper wurden bisher aufgespürt. Mit dem neuen NASA-Weltraumteleskop "Kepler" könnten nun auch erdähnliche Planeten gefunden werden. Bisher konnten die Wissenschafter nur sehr große und wahrscheinlich unbewohnbare Sternbegleiter detektieren, sagte Kolenberg. Möglicherweise sei mit dem seit Mai in Betrieb befindlichen "Kepler" der Durchbruch schon geglückt, aber noch nicht veröffentlicht, so die Astronomin.

Schindler geht jedenfalls davon aus, dass die Zahl der gefundenen Planeten schon bald drastisch ansteigt. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen Planeten mit für Leben günstigen Bedingungen entdecken - und damit schlussendlich vielleicht auch außerirdisches Leben. In unserem Sonnensystem sind es mehrere Faktoren, welche die Erde bewohnbar machen. So schützt uns der große Jupiter vor einem guten Teil an kosmischen Bombardement, indem er Asteroiden anzieht. Auch unser vergleichsweise großer Mond stabilisiert das Klima auf der Erde, indem er die Erdachse zur Sonne weitgehend konstant hält, so Schindler.

An intelligentes Leben irgendwo im Weltall will Österreichs erster und bisher einziger Kosmonaut Franz Viehböck nicht so recht glauben. "Möglicherweise gibt es aber primitives Leben und das vielleicht näher als wir glauben", sagte Viehböck.

Sonnenflecken

Dass es derzeit keine Sonnenflecken zu sehen gibt, ist auch für die Sternenforscherin Kolenberg "erstaunlich". Abweichungen vom elfjährigen Aktivitätszyklus der Sonne habe es immer gegeben, teils mit Auswirkungen auf die Erde. So werde die sogenannte Kleine Eiszeit im Mittelalter auf ein derartiges Aktivitätsminimum zurückgeführt. Aber egal, wie sich die Situation auf der Sonne entwickelt, der vom Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgase habe einen weit größeren Einfluss auf das Klima, ist die Expertin überzeugt. (APA/red)

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    Teleskopblick in den Weltraum (Spitzer und Chandra)

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