Österreicher wollen Gesundheitsreform

21. August 2009, 12:35
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Zweifel an Umsetzung

Wien  - Die Österreicher halten Kassenpaket und Gesundheitsreform für dringend nötig. Aber sie hegen zunehmend Zweifel, dass diese Regierungsvorhaben tatsächlich umgesetzt werden. Dies ergab eine vorliegende Studie von Oekonsult. Die große Mehrheit der Befragten zeigte kein Verständnis für die "Bremsmanöver" von Finanzminister Pröll.

92 Prozent der Befragten hielten die Sanierung der finanziell angeschlagenen Krankenkassen für außerordentlich wichtig. 80 Prozent erachteten das im Juni von Gesundheitsminister Stöger, Ärztekammer und Hauptverband vorgelegte Paket für ein positives Signal. 88 Prozent drängten darauf, danach endlich die große Gesundheitsreform anzupacken.

Dass diese Wünsche auch erfüllt werden, bezweifeln die Österreicher aber zunehmend: 52 Prozent - und damit die knappe Mehrheit - befürchteten in der August-Umfrage, dass Gesundheitsreform und Kassenpaket scheitern werden. Das waren deutlich mehr als bei einer Erststudie im Juni, wo "nur" 40 Prozent skeptisch waren.

Taktik oder Budgetverantwortung

Dieses Skepsis ist offenbar zu einem guten Teil auch auf die Zurückweisung des Kassenpakets durch Pröll zurückzuführen. Dafür zeigten in der Umfrage nur 22 Prozent Verständnis, 77 Prozent lehnten das Vorgehen des Finanzministers ab. 76 Prozent zeigten sich überzeugt, dass sein Beweggrund "parteipolitische Taktik" war, nur 24 Prozent attestierten ihm, aus "Budgetverantwortung" gehandelt zu haben.

85 Prozent der Befragten wollen, dass das Regierungsmotto "Genug gestritten" auch bei Gesundheitsreform und Kassenpaket gilt. 89 Prozent wollen, dass das Kassenpaket ehestens umgesetzt wird. (APA)

 

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