"Villa wird kommen wie die Feuerwehr"

21. August 2009, 12:07
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Pacult erteilt Patocka nach 1:0-Sieg Sonderlob und sieht Rapid weiter als Außenseiter - Stefan Maier­hofer weiterhin kein Thema

Wien - Auch wenn Rapid Wien mit dem 1:0 gegen Aston Villa gerade einmal einen Etappensieg auf dem Weg zum Einzug in die Gruppenphase der Europa League gefeiert hat - die 17.800 Zuschauer im Hanappi-Stadion wurden am Donnerstag zumindest Zeugen eines kleinen Eintrages in die Geschichtsbücher. Erstmals gewannen die Hütteldorfer ein Pflichtspiel gegen einen englischen Club, erstmals seit fast 49 Jahren geht ein ÖFB-Verein im Kräftemessen mit einem Vertreter von der Insel mit einem Vorsprung in die Retourpartie, und das aufgrund des schnellsten Rapid-Tores in 202 Partien auf internationaler Ebene.

"Wir sind weiterhin Außenseiter"

Der Kopfball-Treffer von Nikica Jelavic nach 16 Sekunden lässt die Wiener vom ganz großen Wurf träumen, nach 14 erfolglosen Versuchen als erster heimischer Vertreter ein K.o.-Duell mit einem englischen Verein für sich zu entscheiden. An der Ausgangsposition hat sich laut Trainer Pacult dennoch nichts Entscheidendes verändert. "Wir sind weiterhin Außenseiter und müssen in Birmingham wieder Flagge zeigen", betonte der 49-jährige Wiener.

Von der besten Rapid-Leistung seit seinem Amtsantritt vor knapp drei Jahren wollte Pacult zwar nicht sprechen, dennoch lobte der Wiener seine Mannschaft in höchsten Tönen. "Wir können sehr stolz auf diesen historischen Sieg sein. Rapid ist im Europacup immer für außergewöhnliche Leistungen gut, das hat man diesmal wieder gesehen."

"Keine einzige gefährliche Chance für Aston Villa"

Nicht nur das Resultat, sondern auch die Art und Weise, wie es zustande kam, ließ Pacult frohlocken. "Wir haben über die gesamte Spielzeit keine einzige gefährliche Chance für Aston Villa zu gelassen und hatten am Ende sogar noch die eine oder andere Chance auf das 2:0", analysierte der Coach.

Pacult weiß aber auch, was sein Team am kommenden Donnerstag im Rückspiel im Villa-Park von Birmingham erwartet. "Da werden sie kommen wie die Feuerwehr und in den ersten 15 Minuten auf Teufel komm' raus stürmen. Aber wenn wir wieder diese Courage und Leidenschaft zeigen, ist auch auswärts etwas drin."

Einzigartiger Patocka

Der Rapid-Trainer ließ es sich nicht nehmen, trotz einer über weite Strecken geschlossen starken Mannschafts-Leistung einen Spieler besonders hervorzuheben. "Jürgen Patocka ist in letzter Zeit oft gescholten worden, aber was er diesmal gespielt hat, war einzigartig." Der Niederösterreicher war gemeinsam mit Milan Jovanovic, der seine bisher beste Leistung im Rapid-Dress bot, dafür verantwortlich, dass die Innenverteidigung zum ersten Mal in dieser Saison echte Sicherheit ausstrahlte.

Deshalb dürfte es für den neu verpflichteten Ragnvald Soma schwieriger als gedacht sein, in die Stammformation zu rutschen. "Er war erst seit drei Trainingseinheiten bei der Mannschaft, da wäre ein Einsatz in diesem Match zu riskant gewesen", sagte Pacult über den Norweger.

Während Soma im Rückspiel eine Option sein könnte, spielt der in der ersten Partie gesperrte Stefan Maierhofer in Pacults Plänen für den Auftritt im Villa-Park offenbar keine wichtige Rolle. "So, wie er sich im Moment präsentiert, nicht", erklärte der Trainer, der seit Wochen schwere Differenzen mit dem Stürmer hat. "Wenn er mit dem Schädel durch die Wand will, braucht er einen harten Schädel", kündigte Pacult an. (APA)

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    Jürgen Patocka bremst Emile Heskey ein.

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