Gehen und Schwaigen im östlichsten Urgestein

    21. August 2009, 16:57
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    Eine Almwanderung über den Hochwechsel bietet geologische Ein- und gigantische Ausblicke

    Der ausgedehnte Gebirgsstock des Hochwechsels bildet den östlichsten Teil der Zentralalpen, der fast zur Gänze aus Urgestein (Silikatgestein) besteht. Die weiter östlich liegenden Ausläufer - wie etwa das Leithagebirge - weisen eine Kalkdecke auf. Das Massiv unterscheidet sich daher im Landschaftscharakter signifikant von den benachbarten Wiener Hausbergen wie Schneeberg und Rax und ist geprägt von weiten, meist sanften Hängen und Matten mit vielen bewirtschafteten Almen, den sogenannten Schwaigen.

    Eine Wanderung in dieser Region sollte unter dem Motto "Gehen und Schauen" stehen, denn sobald man die Baumgrenze erreicht hat, bietet sich einem eine umfassende Sicht nach allen Seiten.

    Slowakei bis Slowenien

    Die Aussicht vom höchsten Punkt, wo auch das Wetterkoglerhaus steht, reicht von den Kleinen Karpaten der Slowakei bis zum Triglav in Slowenien, von der Ungarischen Tiefebene - mit dem Plattensee - bis zu den Niederen Tauern und zum Grimming. Man überblickt einen erheblichen Teil der Kalkalpen und des Wienerwalds. Schneeberg, Rax und die "Zauberberge" des Semmering zeigen sich von ihrer schönsten Seite.

    Der Hochwechsel erfreut sich daher besonderer Beliebtheit bei den Wanderern, auf der Sonnseite allerdings hält sich der Andrang in Grenzen; nicht zuletzt, weil die Entfernungen doch beträchtlich sind. Wechsel-Wanderungen sind im Allgemeinen nicht steil, eine Ausnahme bildet die Steinerne Stiege oberhalb des Hallerhauses. Am unteren Ende dieser Stiege gibt es derzeit eine grausliche Baustelle für den Skizirkus, welche den Infotafeln Hohn spricht, die Region sei ein Europaschutzgebiet.

    Die Wege sind jedenfalls nicht schwierig, bestens markiert und beschildert. Vorsicht ist nur bei unsicherem Wetter geboten.
    Die Route: Von der Mönichkirchner Schwaig, die man am besten mit der Sesselbahn erreicht, geht es auf der blauen Markierung zum Studentenkreuz und von dort auf blau und rot gekennzeichnetem Weg zur Vorauer Schwaig. Gehzeit 2 Stunden. Der Richtung weiter folgend gelangt man auf einen Höhenrücken und im leichten Anstieg zum Wetterkoglerhaus auf dem Gipfel. Die Gehzeit ab Vorauer Schwaig beträgt 1½ Stunden.

    Nun auf der Anstiegsroute ein Stück zurück und dann geradeaus weiter auf der roten Markierung, die zum Niederwechsel führt. Dann beginnt ein längerer sanfter Abstieg. Nach mäßiger Gegensteigung gelangt man zur Steinernen Stiege, über die es steil hinab zum Hallerhaus geht. Ab Wetterkoglerhaus 2½ Stunden. Auf der Skipiste kehrt man in einer halben Stunde zum Ausgangspunkt zurück. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/22.8.2009)

    Gesamtgehzeit 6½ Stunden, Höhendifferenz rund 700 m. Vorauer Schwaig (während der Almsaison offen), Wetterkoglerhaus (bis 2. November offen) und Hallerhaus (Freitag Ruhetag). ÖK25V Blatt 4218-Ost (Vorau), Maßstab 1:25.000

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      Blick vom Hochwechsel.

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      grafik: der standard
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