Streit um Konzertsaal

Erhard Busek ist neuer Baumpate am Augartenspitz

21. August 2009, 12:38
  • Artikelbild
    foto: martin juen

    Raja Schwahn-Reichmann vom Josefinischen Erlustigungskomitee und der neue Baumpate Erhard Busek am Augartenspitz.

  • Artikelbild
    vergrößern 700x466
    foto: martin juen

    Der Grünraum des Augartenspitzes, wo der Konzertsaal der neue Wiener Sängerknaben entstehen soll.

Offener Brief der Augarten-Initiativen an Bürgermeister Häupl: "Führen Sie den Augartenspitz aus der Sackgasse"

Wien - Die Gegner des von den Sängerknaben geplanten Konzertsaals am Augartenspitz in Wien-Leopoldstadt haben einen neuen Verbündeten: Erhard Busek, derzeit Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa und Präsident des Forums Alpbach, hat eine Baumpatenschaft übernommen. Busek, einst den "Bunten Vögeln" der Wiener ÖVP zugerechnet und von 1991 bis 1995 Bundesparteiobmann der Volkspartei, gesellt sich damit zu anderen Baumpaten wie den Schriftstellern Doron Rabinovici und Robert Menasse, Viennale-Direktor Hans Hurch und der Regisseurin Barbara Albert. In einem Interview mit Radio Orange erklärte der neue Baumpate, "dass es eine andere Fantasie geben kann, um das Problem zu lösen".

Offener Brief

Die Aktivisten, die zuletzt eine Rückkehr an den Verhandlungstisch forderten, haben indessen einen "Offenen Brief" an Bürgermeister Häupl veröffentlicht, in dem sie "um einen Gesprächstermin für einen 'Runden Tisch' gemeinsam mit den Wiener Sängerknaben" bitten. Bereits 1999 sei es Häupl gewesen, der "den Konflikt um die Planung der Hakoah-Sportanlagen im Augarten durch die weise Entscheidung, einen Alternativstandort anzubieten, zur Zufriedenheit aller Beteiligten lösen konnte". Man hoffe darauf, dass der Bürgermeister "auch diesmal einen Ausweg aus der Sackgasse weisen" werde.

Konzertsaal soll 2011 eröffnet werden

Anfang Juli hatten Aktivisten den Augartenspitz mit einem Zeltlager in unmittelbarer Nähe zum Österreichischen Filmarchiv besetzt, um Probebohrungen für das umstrittene Sängerknaben-Projekt zu verhindern. Das Lager wurde durch einen Einsatz der Polizei-Einheit Wega geräumt. Die Bürger-Initiativen "Josefinisches Erlustigungskomitees" und "Freunde des Augartens" kündigten an, ihren "lustvollen" Protest weiter fortzusetzen. Der rund zwölf Millionen Euro teure Konzertsaalbau der Sängerknaben, finanziert über eine Stiftung des Investors Peter Pühringer, soll 2011 eröffnet werden. (glicka, derStandard.at, 21. August 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 30
1 2
rowa
05
28.8.2009, 17:37
Und warum lässt man die Sofiensäle verrecken

Ist doch paradox, man vernichtet uriges Grünland am Augartenspitz und will anstelle mit Gewalt einen hässliche Bauklotz hinstellen und nahe dem Zentrum verfallen wegen brutaler Bauspekulation die Sofiensäle.

Zukunftsoptimist
00
25.8.2009, 20:13
Bock als Gärtner?

Häupl ist für den Konzertsaal, sein alter Freund Nettig, der Pühhringer und vielleicht noch ein paar Leute, die müssen, auch. Die überwiegende Mehrzahl der Wienerinnen und Wiener ist dagegen (siehe Krone-Umfrage). Dazu fällt Häupl nichts anderes ein, als sich selbst als Mediator anzubieten. Man hat Erfahrung, was dabei herauskommt, wenn ein Bürgermeister, der etwas will, „Mediator“ spielt. Es wäre gescheiter, er würde einmal tief darüber nachdenken, wie er das bevorstehende Wahldebakel begrenzen könnte. Mit einer Augarten-Mediation à la Häupl sicher nicht. Schon eher mit der Einsicht, dass sich das rumpelstilzchenartige Bestehen auf diesem Attentat gegen den Augarten als Rohrkrepierer erweisen könnte.

baumfreund
04
24.8.2009, 22:38
warum lässt herr pühringer die sängerknaben nicht in seinem palais coburg singen?

da wären doch alle probleme gelöst!

cannery row
02
24.8.2009, 19:50
schon sehr bedenklich..

auf der einen seite engagieren sich jetzt leute für den spitz, von denen man, was selten genug ist, sagen kann, dass sie als politiker sozusagen parteiübergreifend glaubwürdig sind/waren. auf der anderen: fpö solidarisiert sich voll mit den bauwerbern und fordert darkonische strafen für die hallengegner/besetzer.
da weiss man doch gleich viel besser, wo man hingehört.

Zukunftsoptimist
01
25.8.2009, 20:27
Ich weiß nicht,

die FP hat doch sonst immer ein Gespür für Mehrheiten. Nur beim Augarten dürften ein paar Bezirksfunktionäre versagen, nur weil die Grünen gegen den Konzertsaal sind, allerdings nicht mit der Absicht, den Augarten zu retten, sondern den Teufel mit Beelzebub (Filmarchiv) auszutreiben? Oder hat das FP-Verhalten etwas mit Anbiederung zu tun?
Fakt ist: Rot-Schwarz biegen das Recht, wo's nur geht, und beim Augarten applaudiert eine FP, der das Hinpecken auf die Grünen allemal mehr wert ist als oppositioneller Kampf für den Rechtsstaat. Da sollte sie doch endlich zugeben, dass diesem Gefahr nicht von einigen Wiesenbesetzern droht, sondern von Politikern, denen ihre eigenen Gesetze und Beschlüsse das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen.

skyrock
00
22.8.2009, 17:33
jedem Tierchen sein Pläsierchen

JetztOderNIe
04
22.8.2009, 14:46
Der letzte aufrechte ÖVP´ler...

... Erhard Busek.

Ein Bildbericht

http://tinyurl.com/mfurwl

Der Ätzer
00
3.10.2009, 07:05
Was meinen Sie mit "aufrecht"? Die anderen schleimen auf allen Vieren?

Aber bitte, ich bin auch der Meinung der Busek sollte patenieren - das kann er sicher.

peace&happiness
00
23.8.2009, 12:23

supersache, dieses wien tv!

Bluestone
61
22.8.2009, 07:01
Wenn der Busek wirklich was hätte tun wollen,

dann hätte er früher aufstehen müssen.

Ein Taferl in den Baum schrauben und schon ist alles in Ordnung? Na echt naiv diese Aktion.

Mit seiner Naivität und der des Kollegen Mock hat man uns ja auch in die EU geführt.

Zukunftsoptimist
03
25.8.2009, 20:29
Naiv ist Busek sicher nicht,

eher ist das Teil einer permanenten "Abrechnung" mit einer ÖVP, die nie seinen Vorstellungen entsprochen hat. Nicht umsonst war Jörg Mauthe ein Freund Buseks und nicht der Nettigs, Bartensteins oder Gehrers.

peace&happiness
01
22.8.2009, 20:12

angeschraubt wird da gar nix in den baum. wir wollen ihm ja nicht wehtun. das schild ist umwickelt.
:-)

torch
 
00
22.8.2009, 12:43

Der werte Herr Mock hat nicht mal mitbekommen wie er eingeseift wurde ... und wurde gefeiert bis zum Abwinken. Ein Vergleich der Beitrittsbedingungen von Österreich zu den der Länder der folgenden Erweiterungen der EU macht sicher was da alles vergurkt wurde ...

multivitamin saft
 
03
23.8.2009, 19:15

und beim eisernen vorhang durchschneiden hat er sich auch verar....n lassen! weil das war gar kein vorhang, sondern stacheldraht! so ein koffer, der mock. da sind wir alle viel gscheiter.

ware wahrheit
 
05
22.8.2009, 00:15
noch ein paar bunte ...

danke Herr Busek.
Wären doch einige seiner Sorte bei den Schwarzen in der "Führungsriege"...
die würden einige Rote leichtfüßig links überholen

Zukunftsoptimist
02
21.8.2009, 22:47
Und wenn es sonst

gar nichts nützt - es ist jedenfalls ein Zeichen, dass nicht alle in der ÖVP den Betonkurs gutheißen, dass es in dieser Partei auch noch Leute gibt, die darauf hinweisen, dass man ohne Bevölkerung keine Wahlen gewinnen kann.
Allerdings hat Häupl immer noch den falschen VP-Berater, da ist wenig Besserung zu erwarten. Die Antwort wird er bekommen.

briang
00
21.8.2009, 21:15
jeder findet seine wichtigkeit.

Recht ist Auslegungssache
214
21.8.2009, 17:11
Busek!

Schade, daß der in der öst. Innenpolitik nicht mehr wirklich mitmischt :(

Das war noch einer von den letzten "Guten".

Die "Jetzigen" sind allesamt eine Katastrophe :(
"Ich bin nicht zuständig", "Das gehört in einer Expertenkommission geprüft (weil ich zu blöd dafür bin)", "da ist wer anderer zuständig", usw.
Mich zipft das nur noch an!

peace&happiness
30
21.8.2009, 14:08

achtung! rotstrichler unterwegs!

leib yggdrasilovic
143
21.8.2009, 17:10
der busek war halt schon lange nicht mehr in medien

und greift daher zu jedem strohhalm, damit wieder über ihn berichtet wird. hat er bei der übernahme der baum-patenschaft auch die kommunistische "internationale" gesungen wie damals bei seinem berüchtigten auftritt im festzelt der spö-genossen ?

torch
 
90
22.8.2009, 09:31

Busek, ein Mann der nichts weiter gebracht hat und nun auf seinem Altenteil queruliert. Ein intellektueller Papiertiger im Gegensatz zu Tatmenschen, die etwas weiter bringen.

KuKi Basser
06
22.8.2009, 17:05

na torch, schraube locker?

Weiter so Erhard Busek, hier gehts nicht um Publicity, sondern um den Stopp einer furchtbaren Privatisierungsaktion, Verhinderung der Schändung eines Wiener Wahrzeichens, ein Auftreten gegen Freunderlwirtschaft. Und Umweltschutz, natürlich!

peace&happiness
03
22.8.2009, 11:49

wie kann man nur so einen schwachsinn zusammenposten?
busek ist ein guter, produktiver und sehr intelligenter. punktum.

torch
 
00
22.8.2009, 20:00

Klar, Busek kam ~1976 als Obmann in Wien ans Ruder, seine "bunten Vögel" sind unvergessen, mag er auch '83 einen bescheidenen Erfolg für seine Partei eingefahren haben.

Die VP fuhr 1973 den Kurs "Diese Stadt ist krank", die Donauinsel wurde 1972-1987 errichtet, die VP war dagegen, dann kam die Erleuchtung "Die Stadt ist gesund, liebenswert, lebenswert" war nun die Parole.

Nach '83 erkannten die Wähler die mangelnde Gestaltungskraft und es ging wieder abwärts mit der VP, da Busek abgehoben von Parteibasis und Bevölkerung agierte, selbstverliebt in seine Wolkenschlösser ...

Auf der Habenseite stehen lediglich die FHs, eine Idee, die allerdings schon längst auf der Schiene war, wenn man den Blick außerhalb des Landes lenkt.

bluebeard's 8th wife.
01
22.8.2009, 22:11

dieser smmer dauert eindeutig schon zu lang!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 30
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.