Offener Brief der Augarten-Initiativen an Bürgermeister Häupl: "Führen Sie den Augartenspitz aus der Sackgasse"
Wien - Die Gegner des von den Sängerknaben geplanten Konzertsaals am Augartenspitz in Wien-Leopoldstadt haben einen neuen Verbündeten: Erhard Busek, derzeit Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa und Präsident des Forums Alpbach, hat eine Baumpatenschaft übernommen. Busek, einst den "Bunten Vögeln" der Wiener ÖVP zugerechnet und von 1991 bis 1995 Bundesparteiobmann
der Volkspartei, gesellt sich damit zu anderen Baumpaten wie den Schriftstellern Doron Rabinovici und Robert Menasse, Viennale-Direktor Hans Hurch und der Regisseurin Barbara Albert. In einem Interview mit Radio Orange erklärte der neue Baumpate, "dass es eine andere Fantasie geben kann, um das Problem zu lösen".
Offener Brief
Die Aktivisten, die zuletzt eine Rückkehr an den Verhandlungstisch forderten, haben indessen einen "Offenen Brief" an Bürgermeister Häupl veröffentlicht, in dem sie "um einen Gesprächstermin für einen 'Runden Tisch' gemeinsam mit den Wiener Sängerknaben" bitten. Bereits 1999 sei es Häupl gewesen, der "den Konflikt um die Planung der Hakoah-Sportanlagen im Augarten durch
die weise Entscheidung, einen Alternativstandort anzubieten, zur
Zufriedenheit aller Beteiligten lösen konnte". Man hoffe darauf, dass der Bürgermeister "auch diesmal einen Ausweg aus der Sackgasse weisen" werde.
Konzertsaal soll 2011 eröffnet werden
Anfang Juli hatten Aktivisten den Augartenspitz mit einem Zeltlager in unmittelbarer Nähe zum Österreichischen Filmarchiv besetzt, um Probebohrungen für das umstrittene Sängerknaben-Projekt zu verhindern. Das Lager wurde durch einen Einsatz der Polizei-Einheit Wega geräumt. Die Bürger-Initiativen "Josefinisches Erlustigungskomitees" und "Freunde des Augartens" kündigten an, ihren "lustvollen" Protest weiter fortzusetzen. Der rund zwölf Millionen Euro teure Konzertsaalbau der Sängerknaben, finanziert über eine Stiftung des Investors Peter Pühringer, soll 2011 eröffnet werden. (glicka, derStandard.at, 21. August 2009)