Die Krise verändert den Reise-Markt

21. August 2009, 10:26
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Während der Online-Reisemarkt weiter boomt, gehen Buchungen in Reisebüros zurück. Linienflüge und Pauschalreisen sind davon besonders betroffen

Wien - Die Wirtschaftskrise hat den heimischen Reisebüro-Markt heuer stark zurückgeworfen. Im Zeitraum Jänner bis Juli sind in den österreichischen Reisebüros um 9,5 Prozent weniger Linienflüge und um 5,8 Prozent weniger Pauschalreisen gebucht worden. Bei den Flugbuchungen hat sich der Negativtrend im Juli sogar auf ein Minus von 10,8 Prozent verschärft. Im Juni wurde noch ein Rückgang von "nur" 0,9 Prozent erzielt. Bei den Pauschalreisen hingegen hat der Spätbucher-Effekt im Juni (+10,8 Prozent) und Juli (+0,2 Prozent) zu Zuwächsen geführt. Dies geht aus dem Austrian Air Traffic Index (AATIX) und dem Austrian Touristik Index (TOURIX) hervor, die monatlich erhoben werden.

Bis Jahresende dürfte es in beiden Bereichen "keine nennenswerten Rückgänge" mehr im Vergleich zu 2008 geben, meinte Wilfried Kropp, Geschäftsführer der Buchungsplattform Amadeus Austria. Für 2010 rechnet er bereits mit einer leichten Erholung; an das "wirklich gute Jahr 2007" werde man freilich nicht anknüpfen können.

Massive Rückgänge bei Geschäftsreise

Besonders hart trifft die Krise jene Reisebüros, die auf Geschäftsreisen spezialisiert sind. Die Top-Ten der Branche haben im 1. Halbjahr 2009 einen Rückgang von satten 16,2 Prozent hinnehmen müssen, sagte Kropp, ohne Namen zu nennen. Jene Reisebüros, die vorwiegend auf Privatkunden ausgerichtet sind, haben mit ein Minus von 8,6 Prozent einen nicht ganz so hohen Einbruch erlitten.

Anhaltender Online-Boom

Von der Krise nicht betroffen scheint der heimische Online-Markt für Urlaubsreisen zu sein, der sich laut Kropp munter weiterentwickelt. In den ersten sechs Monaten betrug die Steigerung 30 Prozent. Das starke Last-Minute-Geschäft werde zudem dafür sorgen, dass sich die Wachstumsrate bis Jahresende fortsetzen wird.

Im 1. Halbjahr 2009 wurden rund 35.000 Buchungen über Online-Reisebüros oder Reiseveranstalter abgewickelt, die mit Traveltainment, Softwareanbieter für Online-Reisebüros und dieAmadeus-Tochter, arbeiten. Der daraus resultierende Umsatz betrug über 40 Mio. Euro, so Kropp. Bis Ende des Jahres erwartet der Amadeus-Chef rund 68.000 Online-Buchungen mit einem geschätzten Umsatz von 82 Mio. Euro. Addiert man zu den Traveltainment-Buchungen die Zahl der Wettbewerber, kommt man nach Kropp auf eine Gesamtzahl von gut 80.000 Online-Urlaubsbuchungen. Das Volumen des gesamten österreichischen Veranstalter-Marktes wird auf 450.000 Buchungen geschätzt. (APA)

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    Dem Surfen im Urlaub geht mehr und mehr das Surfen im Netz voraus.

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