Head rutscht tiefer in die roten Zahlen

21. August 2009, 09:21
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Verlust steigt auf über 17 Millionen Euro an - Tauchsport-Bereich wegen schwachen Tourismus am stärksten von Rezession betroffen

Wien - Bei dem an der Wiener Börse notierten Sportartikelhersteller Head N.V., der auch eine Produktionsstätte in Vorarlberg (Kennelbach) betreibt, hat sich im 1. Halbjahr der Verlust von 9,7 auf 17,1 Mio. Euro erhöht, allerdings hat sich das Minus im 2. Quartal auf 5,3 Mio. Euro abgeschwächt, nach noch -11,8 Mio. Euro im 1. Quartal. Die niederländische Head ist weiter vor von der Rezession betroffen, die den Tauchsportbereich wegen seiner Verknüpfung mit dem Tourismus am stärksten trifft. Der im Frühjahr generell schwache Wintersportsektor verzeichnete Absatzrückgänge, dagegen legten die Umsätze im Racketsport im 2. Quartal zu, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

2009 werde der Umsatz im Gesamtjahr unter 2008 liegen. Zusammen mit dem geringeren Bestand an Barmitteln und kurzfristig veräußerbaren Wertpapieren per 30.6. von 24 Mio. Euro - nach noch 31 Mio. Euro im Vorjahr -, den Zinszahlungen und den Investitionen werde Head gezwungen sein, im 3. und 4. Quartal zusätzliche Kreditlinien zu nutzen.

Umtausch eines Corporate Bonds

Zuletzt hatte sich der Sportartikelkonzern etwas Luft verschafft durch den Umtausch eines Corporate Bonds in eine neue Anleihe. Mit dem Tausch reduzierten sich die Verbindlichkeiten gegenüber den Anleihegläubigern um fast 42 Mio. Euro und der Zinsaufwand um fast 3 Mio. Euro. Zudem würden dem Unternehmen nun, ebenfalls als Resultat des Umtauschs, 10 Mio. Euro für das Working Capital zur Verfügung stehen, das man im 2. Halbjahr nutzen werde.

Der Head-Nettoumsatz sank im 1. Halbjahr nur leicht um 2,9 Prozent auf 114,4 (117,8) Mio. Euro. Auf Basis konstanter Wechselkurse habe der Rückgang aber 6,6 Prozent ausgemacht. Im 2. Quartal gab es unbereinigt sogar ein leichtes Plus von 1,9 Prozent auf 57,3 (56,2) Mio. Euro, bei konstanten Wechselkursen minus 1,8 Prozent.

Nach Segmenten stiegen die Erlöse im Hauptbereich Racketsport von 63,2 auf 67,1 Mio. Euro, im Tauch-Segment sanken sie von 31,9 auf 26,7 Mio. und im Wintersport-Bereich von 23,3 auf 20,4 Mio. Euro.

Der Betriebsverlust erhöhte sich im Halbjahr von 10,1 auf 13,9 Mio. Euro, allerdings verbesserte sich im 2. Quartal das Betriebsergebnis um 3,2 Mio. Euro auf einen Verlust von nur noch 3,8 Mio. Euro nach einem Minus von 7,0 Mio. im 2. Quartal 2008. (APA)

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