Mehr als zwanzig Tote bei mutmaßlichem US-Raketenangriff

22. August 2009, 19:05
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Auch sechs Kinder unter den Opfern - Angriff einer unbemannten US-Drohne in Nord-Waziristans an der Grenze zu Afghanistan

Islamabad - Einen Tag nach einem mutmaßlichen US-Raketenangriff im Nordwesten Pakistans sind weitere Leichen aus den Trümmern geborgen worden. Die Gesamtzahl der Toten erhöhte sich bis Samstagmittag auf 21, wie die Behörden mitteilten. Örtlichen Stammesführern zufolge befanden sich unter den Opfern auch sechs Kinder. Der Angriff ereignete sich am Freitag in der Ortschaft Dande Darpa Khel in Nord-Waziristan nahe der Grenze zu Afghanistan. Er galt offensichtlich dem afghanischen Taliban-Führer Siradsch Hakkani, der dort seine Hochburg hat.

Ob Hakkani getroffen wurde, blieb unklar. Er wird für zahlreiche Anschläge in Afghanistan verantwortlich gemacht. Sein Vater Dschalaludin Hakkani, ein ranghoher Taliban der ersten Stunde, soll enge Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida haben. Die USA werden für mehr als 40 Luftangriffe seit Jahresbeginn in den nordwestlichen pakistanischen Stammesgebieten verantwortlich gemacht. Bei einem solchen Angriff am 5. August wurde allem Anschein nach der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsud getötet.

Französischer Tourist wieder frei

Ein im Mai im Süden Pakistans entführter französischer Tourist ist unterdessen wieder freigekommen. Der 41-Jährige sei am Freitag den Behörden übergeben worden, sagten pakistanische Sicherheitskräfte. Er halte sich an einem sicheren Ort in der südwestlichen Provinz Baluchistan auf, wo er auch verschleppt wurde. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy drückte in einer Erklärung dazu seine "große Erleichterung" aus und dankte den pakistanischen Behörden für ihre Hilfe.

Der Tourist war am 23. Mai verschleppt worden, als er mit einem Freund, zwei Frauen und zwei kleinen Kindern auf dem Weg von der Provinzhauptstadt Quetta in den Iran war. Nach Angaben pakistanischer Sicherheitskräften handelte es sich bei den Entführern jedoch nicht um islamistische Kämpfer, sondern um "örtliche Kriminelle". (APA/AFP)

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