Zwischen der Schweiz und Italien könnte sich die Grenze um bis zu 150 Meter ändern
Genf - Wie berichtet könnten schmelzende Gletscher die Grenzen zwischen der Schweiz und Italien neu ziehen. Die Schweiz will einer Grenzänderung zustimmen: Falls die
Klimaveränderungen weiterhin die Topographie des Grenzgebiets in der Nähe des
berühmten Matterhorns verschieben sollten, sei man zu diesem Schritt bereit, gab
die Schweizer Regierung (Bundesrat) am Mittwoch bekannt. Die Parlamente in Rom
und Bern hatten die Frage bereits erörtert.
Die Grenze zwischen den beiden Ländern könnte sich durch
Geländeverschiebungen um bis zu 150 Meter ändern. Deswegen wurde bereits eine
bilaterale Kommission eingerichtet. Die Entscheidung der Schweizer
Bundesregierung vom Mittwoch gibt dieser Kommission nun grünes Licht für
konkrete Schritte zur Grenzkorrektur. Rom hatte schon vorher zugestimmt. Die
Vereinbarung sehe einen gleichwertigen Flächenaustausch ohne negative
Auswirkungen auf die Bevölkerung vor, hieß es. Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet hingegen von einem Gebietsgewinn für die Schweiz am Furggsattel in der Region Zermatt.
Hintergrund
Der entlang der Staatsgrenze verlaufende Hauptkamm der Alpen ist laut
Wissenschaftlern erheblich von Klimaveränderungen betroffen. Auch örtliche
Gemeindeverwaltungen hatten einen Rückgang der Gletscher registriert. Im Hochgebirge gilt oft die Wasserscheide als Grenze. Verschiebungen um 10 bis
20 Meter in zumeist unwirtlichem Gelände sind der Normalfall. Vom Normalfall ist nun aber keine Rede. (APA/red)