Gletscherschmelze führt zu neuer Grenzziehung

20. August 2009, 22:01
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Zwischen der Schweiz und Italien könnte sich die Grenze um bis zu 150 Meter ändern

Genf - Wie berichtet könnten schmelzende Gletscher die Grenzen zwischen der Schweiz und Italien neu ziehen. Die Schweiz will einer Grenzänderung zustimmen: Falls die Klimaveränderungen weiterhin die Topographie des Grenzgebiets in der Nähe des berühmten Matterhorns verschieben sollten, sei man zu diesem Schritt bereit, gab die Schweizer Regierung (Bundesrat) am Mittwoch bekannt. Die Parlamente in Rom und Bern hatten die Frage bereits erörtert.

Die Grenze zwischen den beiden Ländern könnte sich durch Geländeverschiebungen um bis zu 150 Meter ändern. Deswegen wurde bereits eine bilaterale Kommission eingerichtet. Die Entscheidung der Schweizer Bundesregierung vom Mittwoch gibt dieser Kommission nun grünes Licht für konkrete Schritte zur Grenzkorrektur. Rom hatte schon vorher zugestimmt. Die Vereinbarung sehe einen gleichwertigen Flächenaustausch ohne negative Auswirkungen auf die Bevölkerung vor, hieß es. Die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet hingegen von einem Gebietsgewinn für die Schweiz am Furggsattel in der Region Zermatt.

Hintergrund

Der entlang der Staatsgrenze verlaufende Hauptkamm der Alpen ist laut Wissenschaftlern erheblich von Klimaveränderungen betroffen. Auch örtliche Gemeindeverwaltungen hatten einen Rückgang der Gletscher registriert. Im Hochgebirge gilt oft die Wasserscheide als Grenze. Verschiebungen um 10 bis 20 Meter in zumeist unwirtlichem Gelände sind der Normalfall. Vom Normalfall ist nun aber keine Rede. (APA/red)


Link
Neue Zürcher Zeitung: Gletscherschmelze macht Schweiz größer

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