Berlin: Hochhuths "Sommer 14 - Totentanz" bleibt im Urania-Zentrum

20. August 2009, 21:33
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Verzicht auf weiteren Gerichtsstreit mit Peymann

Berlin - Alle Aufführungen von Rolf Hochhuths Inszenierung seines Stückes "Sommer 14 - Totentanz" finden im Berliner Veranstaltungszentrum Urania statt. Sein Anwalt sagte am Donnerstag, eine ursprünglich geplante Berufungsverhandlung vor dem Berliner Kammergericht, mit der Hochhuth Aufführungen seines Stückes im Berliner Ensemble erreichen wollte, werde nicht stattfinden.

Es sei dem Theaterpublikum in der Kürze der Zeit nicht mehr zu vermitteln, was nun wo eigentlich stattfinde, es bleibe jetzt bei dem Aufführungsort Urania. Bedauerlich bleibe die "von manchen Kritikern auch als kleinkariert und niederträchtig bezeichnete Haltung" des BE-Intendanten Claus Peymann gegenüber einem verdienten Theatermann wie Hochhuth.

Die öffentliche Generalprobe für "Sommer 14" über die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs ist am Samstag, Premierentag ist Sonntag, 23. August, weitere Vorstellungen gibt es vom 24. bis 26. August.

In einem letzten demonstrativen Akt hatte sich Hochhuth ebenfalls  am Donnerstag gegen den Widerstand einiger Angestellter Zugang in "sein Haus", das noch im Sommerschlaf befindliche Theater am Schiffbauerdamm, verschafft.

Der 78-jährige Dramatiker stürmte die Treppen zum oberen Theaterfoyer hoch, wo er neben dem Brecht-Zimmer mit Peymann, der noch im Urlaub ist, und der Berliner Kulturpolitik lautstark abrechnete.

Danach stellte sich Hochhuth demonstrativ den Kameras und Fotografen auf dem Balkon des Berliner Ensembles über dem Bertolt-Brecht-Platz, bevor er wieder zu Theaterproben in das Veranstaltungszentrum Urania fuhr. (APA/dpa)

 

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