Rapid triumphiert nach Blitztor

20. August 2009, 23:16
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Nikica Jelavic fixierte im Hinspiel gegen den Premier-Ligisten bereits in der ersten Minute den Endstand von 1:0 - Rückspiel in Birmingham am kommenden Donnerstag

Wien - Rapid hat mit einer sehr starken Leistung im Hanappi-Stadion Aston Villa mit 1:0 besiegt und damit gute Chancen, im 15. Versuch als erste österreichische Mannschaft in einem Duell mit einem englischen Team zu bestehen. Nikica Jelavic sorgte am Donnerstag im Hinspiel der vierten Qualifikationsrunde für die Europa League mit dem schnellsten Tor in Rapids Europacupgeschichte schon nach 16 Sekunden für den Endstand. Österreichs Vizemeister reist damit mit guten Chancen zum Rückspiel am kommenden Donnerstag nach Birmingham.

Die erste Überraschung hatte Villa-Coach Martin O'Neill schon vor Anpfiff zu bieten: Sowohl Stammgoalie Brad Friedel, als auch Stürmerstar Gabriel Agbonlahor sowie Mittelfeldmotor Stiliyan Petrov nahmen zunächst nur auf der Ersatzbank Platz, John Carew schien krankheitsbedingt gar nicht im Kader auf. Emile Heskey war die einzige Spitze. Peter Pacult beendete Spekulationen über eine Solospitze und vertraute dem klassischen 4-4-2-System mit Jelavic und Konrad im Angriff.

Das Match begann für die Wiener wie gemalt.  Einen weiten Abschlag von Jürgen Patocka brachte Mario Konrad zu Christopher Drazan, der mit einer Flanke von links Jelavic ideal bediente. Dessen Gegenspieler Curtis Davies rutschte aus und der Kroate köpfelte unbedrängt ein. (Marek Kincl hatte 2005 gegen Club Brügge in der Champions League nach 25 Sekunden getroffen.) Die 17.800 im ausverkauften Hanappi-Stadion waren auf Betriebstemperatur.

Die Engländer versuchten in der Folge das Spiel an sich zu ziehen, die Rapid-Abwehr hatte aber die gelobte Offensivabteilung - das Prunkstück der Gäste - stets im Griff. Villa hatte viel Ballbesitz, aber kaum Chancen. Lediglich ein Freistoß von Nigel Reo-Coker (3.) und ein Schuss von Heskey (38.) strichen knapp an der Stange vorbei. Dazu musste in der 29. Minute Markus Katzer vor Milner klären, der nach einem Querpass von Nicky Shorey einschussbereit zu Stelle gewesen wäre.

Rapid stand gut gestaffelt und wartete erst einmal ab. Kapitän Steffen Hofmann prüfte nach Doppelpass mit Jelavic in Minute 32 Gäste-Keeper Bradley Guzan. Der Deutsche startete den ein oder anderen dynamischen Ansturm, auch Drazan war an der linken Seite sehr agil. Beide konnten mehrmals nur durch Fouls gestoppt werden.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste energischer, der Ausgleich schien nun nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Die Rapidler schienen müde zu werden. Shorey traf in der 57. Minute mit einem abgefälschten Schuss nur das Außennetz, ein Kopfball von Davies (63.) und ein Schuss vom Young (65.), dem besten Engländer, verfehlten ebenfalls ihr Ziel. Mit der Einwechslung von Christopher Trimmel für Mario Konrad und der taktischen Umstellung auf ein 4-5-1-System waren die Wiener aber plötzlich wieder hellwach.

Bei zwei Chancen von Drazan lag das 2:0 in der Luft. Zunächst zeichnete sich Guzan mit einer Fußabwehr aus (68.), danach rettete Davies vor der Linie für seinen bereits geschlagenen Schlussmann. Der Endpunkt einer feinen Kombination über Trimmel und dem starken Pehlivan, der mehrmals seine Übersicht bewies. Der eingewechselte Boskovic zögerte bei einer Gelegenheit zu lange und in der 94. Minute flutschte ein Schuss von Hofmann knapp am Tor vorbei. Rapid hatte dem Spiel das letzte Ausrufezeichen verpasst. (red/APA)

Viertrunden-Hinspiel in der Qualifikation zur Fußball-Europa-League:

SK Rapid Wien - Aston Villa 1:0 (1:0). Wien, Hanappi-Stadion, 17.800 (ausverkauft), SR Alexandru Dan Tudor/ROM

Tor: 1:0 (1.) Jelavic

Rapid: Payer - Dober, Jovanovic, Patocka, Katzer (83. Boskovic)- Hofmann, Heikkinen, Pehlivan, Drazan - Konrad (62. Trimmel), Jelavic

Aston Villa: Guzan - Beye, Cuellar, Davies (81. Lowry), Shorey - Reo-Coker - Milner, Gardner (56. Agbonlahor), Sidwell, A. Young - Heskey

Gelbe Karten: Dober bzw. Sidwell

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    In der ersten Minute war auch schon der Endstand besiegelt.

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    In der Folge hatten die Rapidler ihren Gegner zumeist gut unter Kontrolle, wie Jürgen Patocka gegen Emile Heskey vorbildlich demonstiert.

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    Link: "Fearing we are the new Tottenham" - Im Villa-Forum "Villa Talk" war die Stimmung nach dem 0:1 eher gedrückt.

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