Goebbels in der Taborstraße

20. August 2009, 18:46
18 Postings

Regisseur Oskar Roehler verfilmt derzeit die Entstehungsgeschichte des den Nazi-Propagandafilms "Jud Süß"

"Ein antisemitischer Film, wie wir ihn uns nur wünschen können", urteilte Joseph Goebbels 1940 über den Nazi-Propagandafilm "Jud Süß".

Regisseur Oskar Roehler (Agnes und seine Brüder) verfilmt derzeit in einer österreichisch-deutschen Koproduktion die Entstehungsgeschichte des Machwerks. Das Drehbuch stammt von Klaus Richter (Comedian Harmonists), Moritz Bleibtreu spielt Goebbels, Tobias Moretti den Schauspieler Ferdinand Marian, der die Hauptrolle im Originalfilm spielte. Jud Süß - Film ohne Gewissen lautet der Arbeitstitel. Der Kinostart ist für 2010 geplant.

Seit 23. Juli ist die Crew in Wien unterwegs. Die alte Getreidebörse in der Taborstraße 10 wird für die Dreharbeiten zum Propagandaministerium in Berlin. Hier bietet Goebbels Schauspieler Marian die Titelrolle in Jud Süß an. Der lehnt anfangs ab, erliegt dann aber der Versuchung einer schnellen Karriere.

Neben Wien wurde in Köln, München und Venedig gedreht. In der Lagunenstadt hatte Jud Süß 1940 seine Premiere. (tob, DER STANDARD - Printausgabe, 21. August 2009)

  • Moritz Bleibtreu als Goebbels und Tobias Moretti als Marian (v. l.) am Set von "Jud Süß - Film ohne Gewissen" in Wien.
    foto: standard/robert newald

    Moritz Bleibtreu als Goebbels und Tobias Moretti als Marian (v. l.) am Set von "Jud Süß - Film ohne Gewissen" in Wien.

Share if you care.