Gedämpfte Fluglust trifft Reisebüros hart

20. August 2009, 17:52
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Elf Prozent weniger Flugbuchungen im Juli - Online-Portale gewinnen Marktanteile

Wien - Österreichs Reisebüros kommen immer stärker unter Druck. Weil die Reiselust krisenbedingt abnimmt und Unternehmen bei den Reisespesen auf die Bremse treten, ist die Zahl der über Reisebüros abgewickelten Flugbuchungen im Juli-Vergleich um 10,8 Prozent geschrumpft. "Das tut allen weh", sagte Wilfried Kropp, Österreich-Geschäftsführer von Amadeus, Marktführer bei Buchungsplattformen in Österreich.

Von Jänner bis Juli liegt die Zahl der Flugbuchungen, verglichen mit 2008, kumuliert um 9,5 Prozent zurück. Das geht aus dem Austrian Air Travel Index hervor, der von Amadeus monatlich auf Basis von Daten errechnet wird, die von 400 Reisebürofilialen kommen. Erste Daten von August zeigten, dass es mit der Talfahrt weitergeht. Erst 2010 sei wieder mit einer leichten Erholung zu rechnen.

Besonders hart getroffen waren im ersten Halbjahr Reisebüros mit starkem Businesseinschlag: Die Top Ten der auf Geschäftsreisende spezialisierten Büros hatten mit einem Rückgang von 16,2 Prozent zu kämpfen. Den Top Ten der Reisebüros, die hauptsächlich von Privatkunden frequentiert werden, ging es mit minus 8,6 Prozent etwas weniger schlecht.

Eindeutige Gewinner in der Krise seien Online-Portale. In den ersten sechs Monaten 2009 wurden nach Angaben von Kropp mehr als 35.000 Buchungen in Österreich über Online-Reisebüros oder Reiseveranstalter abgewickelt, die mit einer Technologie der Amadeus-Tochtergesellschaft Traveltainment arbeiten. Das sei ein Plus von 30 Prozent gewesen.

Wenn der Trend so weitergehe, werde der Anteil online gebuchter Reisen am Jahresende bereits bei knapp 18 Prozent liegen. (stro, DER STANDARD, Printausgabe, 21.8.2009)

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