Was aus der Krise (noch) nicht gelernt wurde

20. August 2009, 17:42
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    Stephan Schulmeister: "Das darf (ja) nicht wahr sein."

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    Im Kasino beim Roulettetisch, vormals bekannt als Finanzmarkt: Die Kugel folgt hier allerdings keinem Zufallsprinzip - das wissen Profis auf ihre Weise zu nützen.

Die Wirtschaftskrise als Tragödie in drei Akten: Nur wenn die Eliten aufgeben, auf das Walten einer unsichtbaren Hand zu hoffen, vermag sich am Ende ein Läuterungseffekt einzustellen - Von Stephan Schulmeister

Im April demonstrierten die Mächtigen dieser Welt noch ihre Lernbereitschaft. Der G-20-Gipfel setzte sich zum Ziel: "Regulation and oversight to all systemically important financial institutions, instruments and markets" sowie "tough new principles on pay and compensation".

Seither lassen die Finanzalchemisten ihr Geld (aufgestockt von Staat und Notenbank) wieder arbeiten: Die Aktienkurse sind weltweit um mehr als 50 Prozent gestiegen (der ATX um fast 70 Prozent), der Erdölpreis hat sich nahezu verdoppelt, Händler von Rohstoffderivaten - eben noch gefeuert - werden durch Sonderboni geködert, die Gewinne der Spekulationsbanken wie Deutsche Bank und Goldman Sachs sprudeln und daher auch die Bonuszahlungen (das Jahres-Durchschnittseinkommen aller Goldman-Beschäftigten erreicht bereits eine Mrd. Dollar - Sekretärinnen und Chauffeure inkl.).

Der jüngste Boom von Aktienkursen und Rohstoffpreisen baut schon wieder ein "Absturzpotenzial" auf, es wird sich in einem neuerlichen Kurs- und damit Vermögensverfall entladen und so die Krise weiter nähren. Am vorläufigen Tiefpunkt der Realwirtschaft kehren jene Entwicklungen wieder, die das Krisenpotenzial ursprünglich aufgebaut hatten (Krise in der Krise, quasi nach Art russischer Holzpuppen): Das Ausmaß der Entwertung von Immobilien-, Aktien- und Rohstoffvermögen ab 2007 war ja nur durch ihre Aufwertung in den vorangegangenen Booms möglich geworden.

Zur nächstgrößeren Puppe: Die Abfolge von "bull markets" und "bear markets" charakterisiert generell die Dynamik von Aktienkursen, Rohstoffpreisen, Wechselkursen und Immobilienpreisen. Ihre "manisch-depressiven" Schwankungen haben die Realwirtschaft seit Anfang der 1970er-Jahre "strukturell" beeinträchtigt. Der ökonomische Schaden, den der Neoliberalismus durch die Ent-Fesselung des Finanzkapitals (auch) für die Unternehmer angerichtet hat, ist mittlerweile viel größer geworden als sein politischer Nutzen durch Schwächung von Gewerkschaften und Sozialstaat.

"Bull markets" und "bear markets" ergeben sich aus der Akkumulation von Preisschüben ("runs") auf Basis von Minuten- oder Stundendaten. Solche "runs" sind primär Folge kurzfristiger Spekulation, insbesondere auf Basis von Modellen der "technischen Analyse". Diese folgen dem jeweiligen "run". Umgekehrt werden die Preisschübe durch den massenhaften Einsatz solcher "trading systems" verstärkt.

Gleichzeitig steigt die Rendite mit der Stärke der Trends (egal ob steigend oder fallend, man muss nur auf die richtige Richtung gesetzt haben). Beispiel: Als die Kurse in der zweiten Hälfte 2008 abstürzten, waren die Profite der "trend-following hedge funds" viermal so hoch wie im langjährigen Durchschnitt. Allerdings hat die Spekulation auf fallende Kurse wesentlich zur Entwertung des Pensionskapitals von Millionen Menschen beigetragen.

Fazit: Die gegenwärtige Krise ist das "Endprodukt" von "business as usual" auf den "freien" Finanzmärkten (nach seiner Blüte erbringt der Neoliberalismus nun reiche Frucht). Überdies sind die größten Märkte, die Derivatbörsen, bis ins kleinste Detail reguliert. Damit wird klar, warum die Eliten aus der Krise nicht gründlich lernen können. Dazu müssten sie folgende "kognitive Dissonanz" ertragen: Ausgerechnet die theoretisch "optimalen" Märkte erzeugen "manisch-depressive" Schwankungen und damit systematisch falsche Preissignale. Das darf (ja) nicht wahr sein.

Also suchen neoliberale Ökonomen die Ursachen der Krise bei emotionellen, moralischen oder intellektuellen Defekten von Bankern und Rating-Agenturen (von Gier bis zu Realitätsverlust), am liebsten aber beim Staat (zu niedrige Zinsen, soziale Ziele in der Wohnungspolitik etc.). Auch setzen die Eliten auf das Prinzip Hoffnung: Kleine Verbesserungen in der Realwirtschaft werden zu Zeichen der Wende hochstilisiert, und die Erholung der Börsen sowieso. Ginge es wieder aufwärts, bräuchte man sich nicht mit den eigenen Irrtümern beschäftigen.

Damit die Eliten aus der Krise lernen, wird sie sich also verschärfen müssen. Nach dem ersten Akt des Dramas ("Krach und Schreck") stehen wir im zweiten Akt ("Wir machen weiter wie früher"). Nach dessen Scheitern herrschen im dritten Akt "Heulen, Zähneknirschen und Verstörung" , die Vorraussetzung für eine Katharsis am Schluss.

Was aber wäre zu lernen in einem Läuterungsprozess? Den (meisten) Ökonomen täte es gut, eine konkrete Welt-Anschauung zu entwickeln, statt eine "Welt als Wille und Vorstellung" zu konstruieren und aus dem Luftschloss der (allgemeinen) Gleichgewichtstheorie Empfehlungen für den Boden der Realität abzuleiten, von der Senkung des Arbeitslosengelds und der Reallöhne bis zur vollständigen Liberalisierung der Finanzmärkte.

Eine konkrete Welt-Anschauung würde die Interessengebundenheit solch wissenschaftlicher Empfehlung einsichtig machen sowie das Ver-Lernen des Alten erleichtern. Dies aber ist Voraussetzung für das Entwickeln von Neuem (ein Tag in einem "trading room" und 95 Prozent der Finanzmarktliteratur können entsorgt werden ...).

Freilich: Auch der religiöse Charakter der Ökonomie ginge verloren, den festen Glauben an das Walten einer unsichtbaren Hand wird es nach der Aufklärung nicht mehr geben. Dafür hat man den Kopf frei, das Verhalten auf verschiedenen Märkten durch konkrete Feldforschung zu untersuchen, insbesondere auf den Finanzmärkten. Im Vertrauen auf das Walten der unsichtbaren Hand wurde dies verabsäumt.

  • Eine Aufarbeitung der Krise durch konkretes Nach-Denken und ergänzende (Feld-)Forschung wird nützliche Einsichten erbringen:
  • Finanzmärkte haben sich zu Kasinos entwickelt, doch folgt die Kugel keinem Zufallsprozess. Dies nützen Profis für eine stete Umverteilung zulasten der Amateure (einschließlich vieler Pensionsfonds).
  • Die Akteure des Finanzsektors müssen wieder zu "Dienern der Realwirtschaft" werden, statt die wichtigsten Preise durch Spekulation zu destabilisieren.
  • Investmentbanker sind als "Krisenberater" der Politik nicht die beste Wahl.
  • Der Neoliberalismus ist nicht die Ideologie im Interesse des Realkapitals, sondern des Finanzkapitals.
  • Eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung nach der Krise braucht ein neues Interessenbündnis zwischen Arbeit und Realkapital, ähnlich wie in der ersten Hälfte der Nachkriegszeit. Allerdings: Da die Eliten selbst als "Zauberlehrling" agierten, werden wir die Geister, die sie riefen, nicht so schnell los. (Stephan Schulmeister, DER STANDARD, Printausgabe, 21.8.2009)

Zur Person

Stephan Schulmeister ist Wirtschaftsforscher in Wien

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    Posting 1 bis 25 von 127
    1 2 3 4
    otto67
    11
    21.8.2009, 20:28
    "schaffendes" gegen "raffendes" Kapital

    Der alte Schulmeister, Otto, hätte das vom jungen Schulmeister, Stephan, geforderte "neue Interessenbündnis zwischen Arbeit und Realkapital" noch mühelos aus dem Gegensatz von "raffendem" Kapital (Finanzkapital und Handelskapital) und "schaffendem" Kapital (Gewerbe- und Agrarkapital) benennen können. Das pöse internationale, "jüdische" Finanzkapital bereicherte sich auf Kosten der Volksgemeinschaft, während das brave arische Realkapital Volk und Vaterland "diente", wörtlich. Auch jetzt "müssen...die Akteure des Finanzsektors wieder zu "Dienern der Realwirtschaft"werden". "Ostküste", "Plutokratie", "Spekulanten".., wir sind wieder in den 1930er Jahren, in Mentalität und Stimmung. Nicht zuletzt Dank generationenübergreifender Schulmeisterei.

    more ideas
     
    00
    21.8.2009, 17:51
    der bischof im anderen thema

    hat es erkannt;
    nur geistige selbstheuchelung der mitlaeufer,

    Es gibt (grossteils ) ein zu onaistisches Selbsterlebnis der Typen, die Nachplapperer
    sind noch schlimmer.

    Gilt fuer "quasi" alle, die glauben
    den anderen ( Politik,Kunst,Heer,recht,Religion,..)

    helfen zu muessen

    pace e bene
    00
    21.8.2009, 16:23
    Negative Zinsen auf Spareinlagen

    Gut gesteuerte, zeitlich begrenzte, negative Zinsen auf Spareinlagen ... würde die Wirtschaft ankurbeln.
    Mehr Details und Lösungsvorschläge auf
    http://www.wirtschaft.wikispaces.comEG

    Global Change 2009
    Negative Zinsen auf Spareinlagen
    http://www.globalchange2009.de

    Phil Decker
    00
    21.8.2009, 16:13
    Bessere Formulierung:

    Statt Wirtschaftskrise als "Tragödie in 3 Akten" Wirtschaftskrise als "Tragödie in vielen Aktien": Als Aktienbesitzer fühlt man sich jetzt nackt wie in einem Akt...

    John Galt17
    103
    21.8.2009, 15:58
    und täglich grüßt die geschützte wektstatt...

    schulmeister selbst ist das beste beispiel, wie wichtig ein freier markt - auch in seinem bereich, der wirtschaftsforschung - wäre. seit bald 3 jahrzehnten in der geschützten werkstätte wifo sitzend, finanziert von den zwangsmitgliedbeiträgen der sozialpartner, schreibt schulmeister immer den selben ideologisch verzerrten inhaltsleeren sermon in sprachlich leicht abgewandelter form...
    am freien markt wären schulmeister und das wifo-institut aufgrund ihrer äußerst bescheidenen und irrelevanten "forschungsergebnisse" (und schwachen wirtschaftsprognosen) längst verschwunden: kein wunder, das er diesen freien markt nicht mag.

    wuzzelbaer
    02
    22.8.2009, 14:24
    "DIE GESCHÜTZTE WERKSTATT"


    Auch so ein neoliberales Feindbild. Wer sie abschaffen will, ist allerdings in Beweisnot: Es kann nicht gezeigt werden, dass die Eliminierung der geschützten Werkstätten langfristig makroökonomischen Nutzen bringt.

    Darüber hinaus gibt es gerade für Wirtsxchaftswissenschaftler längst keinen freien Markt mehr. Außerhalb der Staatsuniversitäten beschränken sich die Arbeitsmöglichkeiten für Nationalökonomen auf eine Art gesellschaftspolitische Kriegspropaganda für quasi totalittär gleichgeschaltete Interessensmonopole der herrschenden Klasse.

    also dann ...
    11
    21.8.2009, 21:52
    nix wissen - nix verstehen - aber posten, gelle . . .

    und - ihre sachlichen gründe ?

    oder kommt da eh nix mehr . . .

    Michael B
    13
    21.8.2009, 18:12
    Gerade Schulmeister hat aber DIESE Krise ziemlich detailliert vorhergesagt.

    WELCHE sind also diese von Ihnen benannten "irrelevanten" Forschungsergebnisse??

    John Galt17
    00
    24.8.2009, 14:17
    tolle vorhersage von schulmeister

    "Gerade Schulmeister hat aber DIESE Krise ziemlich detailliert vorhergesagt." zum beispiel im interview mit der presse:
    auf die frage “wie konnte es soweit kommen” sagt schulmeister: “...Die Leute haben eben keinen Hausverstand mehr. Ich war einer der wenigen, die bereits 2002 gesagt haben: Das geht übel aus, es kann der ATX nicht so groteske Zuwachsraten haben.“

    vielleicht sollte man herrn schulmeister einen chart weiterleiten, der zeigt, dass der atx seit seinem start jänner 1991 bis ende 2002 eine performance von in summe doch +10,7 prozent in 12 jahren erwirtschaftet hat. das entspricht einer performance von knapp über 0,8% per anno. aber als „einer der wenigen“ sieht schulmeister sofort: eine spekulationsblase reinster sorte!

    Michael B
    00
    27.8.2009, 09:50
    Es ging aber nicht um den ATX von 1991 - 2002, sondern um den ATX von 2000-2002

    nämlich nach der dot. - Blase.

    also dann ...
    00
    24.8.2009, 15:00
    ein tipp - sie "gscheiterl" : alleine wenn sie sich die geldmengen -

    steigerung von 2002 - 08 = + 91 %
    (zum vergleich : 1920-29 + 61 %)
    ansehen und - vielleicht - auch noch die
    schulden-explosion der haushalte von mehr als 140 % (des verfügbaren einkommens) in den USA, GB
    usw
    usw
    dann weiss jeder, der 1 sem. in vwl. "abgesessen"...
    hat - was dies bedeutet.

    so what ?

    John Galt17
    00
    24.8.2009, 16:28
    nochmals die vereinfachte kurzversion für vwl-stundenten mit nur einem semester:

    1991-2001: längste seitwärtphase des atx in seiner geschichte. dazu schulmeister: "das geht übel aus, es kann der atx nicht so groteske zuwachsraten haben".

    ihr off-topic geldmengen-wachstums-ausflug ist zwar irgendwie herzig, aber geht völlig am thema vorbei, das da eben war: atx ist 11 jahre fast flat und schulmeister spricht von "grotesken zuwachsraten".

    es wäre aber beste schulmeisterliche tradition, das er - kaum ist der unsinn aufgedeckt, den er von sich gegeben hat - sich in wahllos verstreute volkswirtschaftlichen kennzahlen flüchtet, idealerweise mit dem kryptischen zusatz versehen: "jeder weiß, was das bedeutet". sind sie vielleicht gar sein assistent (obwohl: 1 semester vwl wäre fürs wifo fast schon überqualifiziert).

    also dann ...
    00
    24.8.2009, 17:34
    naja - nix verstanden ! der atx ist ein "pimperl - nebenschauplatz" . . . das ist nicht das thema ! die internat. finanzkrise ...

    sah schulmeister...
    (eben mit den auswüchsen des finanzsektors + der
    immensen verschuldung der priv. haushalte etc.)
    neben anderen wie u.a. krugman, stieglitz ...
    voraus.

    die ursachen...
    waren/sind NICHT die niedrigen zinsen oder die subprimes (sie sind nur auswüchse !)
    sondern
    - die immense geldmengenausweitung ( + 91 %) der geschäfts- und schattenbanken (MONEY AS DEBT !)
    - die ungleichgewichte im welthandel
    (seit 2000 - china finanziert die schulden der usa !)
    - und das WACHSTUM AUF PUMP... der USA, GB z.b.
    (vor allem der priv. haushalte).

    nochmals :
    lernen sie die grundzüge der PAPIER-geld-schöpfung mal nach - dann klappts auch mit dem verständnis.

    also dann...

    Toni Meister
    02
    21.8.2009, 17:35
    Der freie Markt funktioniert nicht immer und überall

    US-Ökonomen erteilen freien Märkten dort eine Abfuhr, wo Märkte einfach nicht funktionieren: «Gesundheitsdienstleistungen können nicht wie Brot oder TV-Geräte über Märkte gehandelt werden», führt Nobelpreisträger Paul Krugman aus. Die Ökonomen haben Marktversagen in diesem Bereich schon vor Jahrzehnten benannt.Potenzielle Patienten können sich schwere Operationen nur in Ausnahmefällen selber leisten und können diese meist nicht planen. Allein dies erfordert Ver-sicherungen. Die Versicherungen wollen alle potenziellen Kranken allerdings am liebsten ausschliessen. Wissenschaftliche Institute am freien Markt halten sich nur, wenn sie willfährig diesem kritiklos als Thinktank ergeben zuarbeiten.Es ist gut dass wir das WIFO haben.So wie es ist.

    wuzzelbaer
    02
    21.8.2009, 17:43
    Und wenn es den US-amerikanischen Pharmafirmen gelingt


    die Gesundheitsreform zu Fall zu bringen, sollten hierzulande Ärzte diese Pharmafirmen boykottieren!

    Herr Lulli Pulli, seltsamer Attraktor
     
    17
    21.8.2009, 17:02
    Ein komplexer Artikel, den muss

    nicht jeder verstehen ...

    Grantscherben
    11
    21.8.2009, 15:08
    Die Geldverteilung von unten nach oben geht munter weiter

    Kann mich noch gut an den verdutzten Blick vom Börsevorstand Michael Buhl erinnern wie er an einem Runden Tisch Anfang dieses Jahres mit den Schulmeister-Thesen konfrontiert wurde. Als Antwort folgte wie immer das Aktien ja eh alle anderen Anlageformen auf lange Sicht outperformen.
    Naja, imho werden die meisten Amateure mehr verlieren als sie verdienen und haben auf Dauer keine Chance gegen die hochtechnisierte Börsenindustrie.

    Toni Meister
    00
    21.8.2009, 15:07
    Abkassieren vor der nächsten Katastrophe

    http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/fi... 4901/text/

    Walter SB
    01
    21.8.2009, 14:45
    Profi versus Amateur

    Der Spekulationsprofi weiß meistens, wann er von der sich auftürmenden Welle abspringen muss. So wie manche hochsensible Tiere auf ein kommendes Erdbeben oder einen Vulkanausbruch zu reagieren vermögen.
    Die Feldforschung des Herrn Schulmeister wird eher eine Forschung ex posterior bleiben müssen.
    Und hat man etwa aus der Tulpenzwiebel-Spekulation gelernt ?

    Scala2
    53
    21.8.2009, 12:14
    Was Schulmeister übersieht, ist dass sich die Wirtschaft in den letzten 20 Jahren in einer geschichtlich einzigartigen Umbauturbolenz befindet

    Und dass es nicht stärkere negative Auswirkungen auf die "normalen" Menschen gegeben hat verdanken wir vor allem auch der von ihm so kritisierten Noeklassischen Theorie.

    Das Arbeitskräfte Angebot der globalen Wirtschaft hat sich durch den Fall der Mauer und der Öffnung der Brik-States verdreifacht. Ca 2 Mrd neue Arbeitskräfte muss man einmal integrieren ohne, dass es zu nennenswerten Reallohneinbußen oder Arbeitlosenzahlen in den alten Industrieländern kommt.

    Und das verdanken wir vor allem auch den gut ausgebauten Finanzmärkten weil nur durch sie war es Greenspan/Clinton möglich, die nominal Kapitalisierung annährend mit dem Arbeitskräfteangebot mitwachsen zu lassen und die Turbolenzen so auf vglw kleine Finanz-Schocks aufzuteilen.

    also dann ...
    20
    21.8.2009, 21:56
    welch ein quatsch : zur finanzierung der r e a l -wirtschaft bedarf es keiner internat. finanzmärkte

    mit all den vehikeln, MBS, ABS, CP, CDS und ausserbilanzieller gesellschaften usw...
    - und zwar aus einem einfachen grund :

    die papier - geldschöpfung...
    passiet durch eine einfach bilanzverlängerung bei den geschäftsbanken !

    (mit) denken... ist nicht ihre stärke - stimmt !

    Gerald R.
    00
    22.8.2009, 21:40

    das niveau in den standard foren wird wirklich immer schlimmer. es geht hier um ein komplexes thema das man zu recht kontroversiell diskutieren sollte. zb. die Explosion derivativer Finanzinstrumente, wird zu Recht als Problem gesehen. aber wenn es nicht zu mehr reicht als zu untergriffen und "welch ein quatsch" - das ist ja kindergarten. und thema bilanzverlängerung nochmal bei wiki nachlesen, dann klingt es viell. eher so als hätten sie eine ahnung.

    also dann ...
    00
    23.8.2009, 10:59
    gerne gebe ich ihnen das kompliment ...kindergarten... zurück, denn auch sie

    dürften nicht mal wissen..., wie das geldsystem funktioniert und wie PAPIER-geld...geschöpft wird.
    d a s ...
    hauptproblem liegt im ZINS-basierten geldsystem...
    und nicht bei derivaten !
    (sie sind ja nur eine dumme ausprägung)

    lesen sie mal nach...
    bildung tut ja nicht weh !

    Deadly Dust
    00
    21.8.2009, 15:38
    Ja, das stimmt !

    Die Arbeitswelt in der Bundesrepublik hat sich in den vergangenen Jahren einer Studie zufolge deutlich verändert - und zwar zum Nachteil der Beschäftigten. Unternehmen nutzen Leiharbeit demnach zunehmend als strategisches Instrument der Profitsteigerung - und nicht mehr, um kurzfristig Überkapazitäten abzubauen.


    http://www.ftd.de/politik/d... 55574.html

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