"Schule entlässt passive, geduckte Menschen"

27. August 2009 12:35
  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at/miljkovic

    Matthias Horx über die Vor- und Nachteile von Sprachlaboren: "Für uns Schüler war diese Erfindung wunderbar, weil wir in Ruhe unsere Jimi-Hendrix-Kassetten hören konnten."

  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at/miljkovic

    Theater in den Schulklassen gibt es auch jetzt schon. "Das blöde ist nur, dass es meistens nur einen langweiligen Rollendarsteller gibt - nämlich den Lehrer", sagt Horx.

  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at/miljkovic

    Die Geisteswissenschaften an den Universitäten werden in Zukunft nicht aussterben. "Universalistische Bildung ist ungeheuer wichtig."

  • Artikelbild
    Foto: derstandard.at/miljkovic

    Schulnoten seien zwar mitunter wichtig für den innnergesellschaftlichen Diskurs. Allerdings: "Wovon wir uns verabschieden müssen, ist, dass Maturanoten oder gewisse Abschlüsse, ein Urteil über spätere Berufswege sind."

Zukunftsforscher Horx über Bauern mit Marketing-Examen, frontalen Unterricht, der an das Militär erinnert und die aussterbenden "einfachen" Jobs

Ganztagsschulen, die Auflösung des frontalen Unterrichts und eine bessere Lehrerfortbildung. Diese drei Dinge sind notwendig für eine Pädagogik der Zukunft, wenn es nach Matthias Horx geht. "Das Problem unseres Schulsystems derzeit ist, dass es passive, geduckte Menschen entlässt, die es gelernt haben, auswendig zu lernen", sagt Horx über den Status quo. Im derStandard.at-Interview spricht er über die Überbewertung von Schulnoten und darüber, warum sich ein Schul-Unterricht über Videokonferenzen nicht durchsetzen wird. Die Fragen stellte Teresa Eder.

***

derStandard.at: Herr Horx, derzeit wird hierzulande hitzig über die Schulverwaltung gestritten, dasselbe Theater gab es zuvor bei der Einführung der Neuen Mittelschule. Wird es bildungspolitisch so weitergehen?

Horx: Was wir bei allen Bildungs-Debatten verstehen müssen, ist, wie unser Bildungssystem entstanden ist, nämlich in der Klassengesellschaft des späten 19. Jahrhunderts. Damals hat es die Funktion gehabt, die Menschen in die drei entscheidenden Schichten der Gesellschaft zu sortieren. In die Akademiker und Staatsbeamten - bis vor einem halben Jahrhundert sind mehr als 50 Prozent der universitären Abgänger in den Staatsdienst gegangen, heute sind es noch ungefähr 25 Prozent.

Die Kinder der Händler und Handwerker haben in der sogenannten Mittelschule oder Realschule ihren Bildungsweg beschritten. Die Volksschulen waren für das Proletariat. Und jetzt, Anfang des 21. Jahrhunderts, fällt uns langsam auf, - in Österreich und Deutschland viel zu spät - dass dieses System veraltet ist. Das Modell der Neuen Mittelschule versucht das Bildungssystem durchlässiger zu machen, das muss man anerkennen. Ich glaube aber nicht, dass das das Endprodukt sein wird.

derStandard.at: Derzeit wehren sich beispielsweise viele AHS-Lehrer noch vehement gegen die Neue Mittelschule. Wird sich die Durchlässigkeit im Bildungssystem über kurz oder lang durchsetzen?

Horx: Gewisse Gesellschaften in Europa, die sich auf einen konsequenteren Weg in die Wissensökonomie bewegen als Österreich und Deutschland haben jetzt schon sehr hohe Bildungsquoten. 90 Prozent der 20-Jährigen in Finnland haben eine Matura oder einen Hochschulberechtigungs-Abschluss. Ungefähr 70 Prozent der gesamten jungen Alterskohorte machen dann einen universitären Abschluss. Man kommt dort schon ganz stark in Richtung Hochbildungsgesellschaft. Und das muss man auch, weil uns der Strukturwandel der Globalisierung dazu zwingt, immer hochwertigere Jobs und bessere Qualifikationen zu schaffen. Mit anderen Worten: die einfachen Jobs sterben aus.

derStandard.at: Es könnte sich auf lange Sicht gesehen, rächen, wenn die derzeitigen Reformen blockiert werden.

Horx: Das System in Österreich funktioniert derzeit noch ganz gut. Aber für eine echte Zukunfts-Orientierung müsste auf drei Dinge gesetzt werden. Das erste sind die Ganztagsschulen. Die werden in einer Gesellschaft, in der die Frauen immer besser gebildet sind, notwendig sein. Außerdem kann man ohne Ganztagsschule keine kreative Bildungslandschaft gestalten. Der derzeitige Verschulungseffekt erinnert ans Militär: Sie marschieren eine Stunde lang in einem Fach, dann wird gepfiffen. Dann kommt das nächste Fach und das ist natürlich tödlich für die Lust am Lernen. Weil der Unterricht in einer Art und Weise formalisiert und frontal abläuft, haben die Kinder keine Lust mehr am Lernen. Das kann man nur aufbrechen durch eine Ganztagsschule, in der eine ganz andere Lebenswelt entsteht. Eine, in der die Kinder zu mittags mit den Lehrern essen und Freiräume haben, um sich auch körperlich auszutoben zu können.

Zweitens muss die Frontalität im Unterricht zunehmend aufgelöst werden. Man muss eine Pädagogik entwickeln, in der der Lehrer nicht immer nur alles weiß und die Schüler alles auswendig lernen. Es geht um Selbstlernen, um die Entwicklung von Kreativität. Die Frage der neuen Pädagogik läuft ja darauf hinaus, wie man Neugier als Motiv in den Schulen verankern kann.

Drittens brauchen wir eine Lehrerfortbildung, die deutlich anders ist, als das bis jetzt der Fall ist. Da gibt es wunderbare Beispiele aus anderen Ländern, vor allen Dingen in Kanada. Dort gibt es keinen Lehrer, der seinen Unterricht nicht innerhalb kürzester Zeit wieder neu erfindet und versucht zu verändern. Hierzulande ist es oft noch so: Man hat einen pädagogischen Abschluss und dann zieht man das, was man während des Studiums gelernt hat - oder eben nicht gelernt hat - den Rest der Berufspraxis, durch. Das kann nicht funktionieren. Kein Unternehmen arbeitet heute so. Schulen und Lehrer müssen selbst ebenso weiterlernen wie die Schüler.

derStandard.at: Sie beklagen einen zu stark formalisierten Unterricht. Jetzt wurde dieses Jahr eine Zentralmatura für die wichtigsten Fächer eingeführt, Bildungsstandards sollen überprüfen, inwieweit die Schulen ein gewisses Niveau einhalten. Wird durch Messlatten und einer Standardisierung der individuellen Bildung, die in die Tiefe gehen kann, der Raum genommen? Oder kann beides nebeneinander existieren?

Horx: Meiner Meinung nach widerspricht sich das nicht. Eine standardisierte Überprüfung gibt es ja beispielsweise auch in skandinavischen Ländern. Wie und auf welchem Weg jede Schule solche Ziele erfüllen will, das sollte freigestellt sein, damit Diversität entsteht.

Ich glaube, dass Gesellschaften diese Bildungsstandards brauchen, aber dass wir natürlich gleichzeitig eine starke individuelle Komponente brauchen. Wir brauchen Leistungsschulen, die auf das Individuum zugeschnitten sind. Die Basis-Ressource, um die sich alles dreht, ist das individuelle Talent. Es gibt kein Kind, das kein Talent hat.

Unsere pädagogische Denken ist ja stark negativ, ausgrenzend, geprägt: Das sind die Doofen, die tun wir auf irgendwelche Sonderschulen oder auf die Hauptschule. Und dann gibt's die Klugen, die fördern wir nach oben. Das ist eben ein altes, autoritäres Modell, das so nicht mehr funktioniert, denn in der Wissensgesellschaft gibt es keine Arbeit mehr, für die man nicht bestimmte kognitive und kommunikative Vorussetzungen braucht. Es können sich ja Menschen auch durch handwerkliche Fähigkeiten hochbilden lassen. In Neuseeland haben 60 Prozent aller Bauern ein Marketing-Examen. Die beruflichen Prägungen sind dort kein Ausschlusskriterium für Hochbildung. Wir brauchen eine Erweiterung des Hochbildungsbegriffs.

Wovon wir uns verabschieden müssen, ist, dass Maturanoten oder gewisse Abschlüsse, ein endgültiges Urteil über spätere Berufswege sind. Jeder, der in einem Unternehmen arbeitet, weiß, dass diese klassischen Noten sehr wenig bedeuten. Sie sind eine ungefähre Orientierung, man braucht sie auch für den innergesellschaftlichen Diskurs über Ziele. Aber um zu verstehen, welche Talente ein Mensch hat, sind sie nur begrenzt aussagefähig. Einstein hatte eine 3 in Mathe.

derStandard.at: Die Lehrer beklagen derzeit, dass soziale Fähigkeiten bei den Schülern immer mehr zu Wünschen übrig lassen. Kämpft die Schule hier auf verlorenem Boden? Kann oder muss sie sich in die Erziehung einmischen?

Horx: Erfolgreiche Schulen stellen sich diesem Problem auf neue Weise, indem sie sich mit ihrem sozialen Umfeld aktiv auseinandersetzen. In Skandinavien sind Schulen im jeweiligen Stadtteil und bei der Elternschaft stark verankert. Es gibt dort in praktisch jeder Klasse Laienlehrer, die den professionellen Pädagogen, der dort übrigens sehr viel besser bezahlt wird, unterstützen. Ich als Zukunftsforscher könnte dort zum Beispiel Kurse über Zukunftsforschung geben. Außerdem wird das Engagement der Eltern eingefordert.

Gerade in sozialen Brennpunkten müssen wir natürlich ganz besonders aufpassen, dass die Eltern sich nicht aus der Erziehungsarbeit zurückziehen. Dafür müssen wir in einer Migrationsgesellschaft auch anders mit Sprachen umgehen. Ein neues europäisches Modell, das auf EU-Ebene entwickelt wird, sieht zum Beispiel vor, dass mindestens zwei bis drei Sprachen als Basis in der frühkindlichen Erziehung verankert werden. Ein türkisches Kind wäre dann gut in Türkisch, Deutsch UND Englisch. Das heißt unter Umständen, dass die heute Benachteiligten dann Vorteile haben. Das heißt aber bisweilen auch, dass man eine gewisse Distanz zwischen die Kinder und ihre sozial nicht-funktionalen Elternhäuser bringen muss.

derStandard.at: Welche technischen Entwicklungen werden in die Klassenzimmer von morgen einziehen? Wird der Unterricht irgendwann nur mehr über Videokonferenzen stattfinden?

Horx: Das glaube ich nicht, nach den Erfahrungen, die wir bisher mit elektronischem Lernen haben. Ich selber habe in meiner Schulzeit noch die Sprachlabore miterlebt, wo wir in kleinen Eierkartonboxen saßen und vor uns ein Tonbandsystem hatten, auf dem monoton verlesene lateinische Vokabeln liefen. Dahinter stand die Idee, dass man Schüler durch Elektronik zum Auswendiglernen konditionieren kann. Für uns Schüler war diese Erfindung wunderbar, weil wir in Ruhe unsere Jimi-Hendrix-Kassetten hören konnten. Der Lehrer saß vorne, rauchte, hatte abgeschaltet und es ging ihn alles gewissermaßen nichts mehr an.

Menschen lernen nur gut in aktiven, kommunikativen und aufgeregten Situationen. Dann, wenn soziale Spannung entsteht, wenn unser „mind" hellwach und neugirerig ist, sind unsere Synapsen offen. Ich bin natürlich dafür, dass jeder Schüler einen Laptop hat. Das ist überhaupt nicht die Frage. Aber das erkennende Lernen selbst kann nur sozial verlaufen. Die Wissens-Akkumulation kann dann durch den Laptop erfolgen.

Ins Zentrum einer jeden Schule gehört ein Theater. Ich glaube, das Theater ist die beste Metapher dafür, was in modernen Schulen am Notwendigsten ist. Nämlich die Selbstentäußerung der Schüler. Das Problem unseres Schulsystems ist, dass es passive, geduckte Menschen entlässt, die gelernt haben, auswendig zu lernen und eine Prüfung zu überleben. Aber keine Menschen, die sich ausdrücken können vor einem Auditorium, die ein gutes Selbstwertgefühl entwickeln. Die kreativen Schulen, die ich kenne, haben alle eine Bühne in der Mitte des Gebäudes. Im Grunde genommen ist ja jede Schulklasse eine Art Theater. Das blöde ist nur, dass es meistens nur einen langweiligen Rollendarsteller gibt - den Lehrer.

derStandard.at: Sie sprechen von Hochbildungsgesellschaften, in denen fast jeder hochqualifiziert in seinem Job ist. Warum werden sich diese entwickeln?

Horx: Das ist das Wesen unseres Wirtschaftsprozesses: Die einfachen Arbeiten werden immer mehr maschinisiert oder sie wandern aus. Aus traditionellen Berufen, in denen man das Wissen über Generationen weitergab, werden völlig neue Berufsbilder mit hohen Wandelgeschwindigkeiten. Alle Zahlen zeigen, dass Menchen mit geringen Bildungsabschlüssen die höchste Arbeitslosenquote haben. Alle Erfahrungen zeigen auch, dass, sobald das Bildungsniveau der Bevölkerung massiv steigt, auch eine sehr viel mobilere, attraktivere Arbeitswelt entsteht, in der die Menschen ihren Beruf sehr viel mehr als Teil ihrer Lebensverwirklichung sehen können. Das heißt auch, dass der Druck auf die Billiglöhne steigt. In Helsinki hat McDonalds zum Beispiel Schwierigkeiten, 6,50 Euro-Jobber zu bekommen.

derStandard.at: Derzeit gibt es den Trend zum "Schnell-Studieren", der gewissermaßen auch ein Effekt des Bologna-Prozesses ist. Es gibt kritische Stimmen, die die Etablierung von Bachelor- und Masterstudien gerne rückgängig machen würden. Wird das schnelle, zweckorientierte Studieren wieder verschwinden oder zum Normalfall werden?

Horx: Unser großes Problem ist, dass wir viel zu lange Studienzeiten haben und die Leute dann in einem Alter in den Arbeitsmarkt einsteigen, wo sie im Grunde genommen nicht mehr flexibel genug sind.

Ich glaube, dass die Bildungslandschaft der Zukunft eher so ist, dass man schnelle, kurze Bildungsmodule in den gesamten Lebensverlauf integriert. Dann geht man vielleicht 15 Jahre in den Beruf und danach wieder auf die Uni, um eine weitere Ausbildung zu machen. Das Argument, "wir dürfen solange studieren, wie wir wollen", kann sich eine Gesellschaft nicht mehr leisten. Gerade wenn wir mehr Menschen in die Hochbildung bringen wollen, brauchen wir Geld. Und der Staat hat nicht unendlich viel Geld.

derStandard.at: Von manchen Wissenschaftern kommt Ihnen gegenüber Kritik, Sie würden mit unwissenschaftlichen Methoden arbeiten. Wie definieren Sie denn für sich selbst den Begriff Wissenschaft?

Horx: Wir verstehen Trend- und Zukunftsforschung als eine Erkenntnisweise, in der wir versuchen, Erkenntnisse der einzelnen Teilwissenschaften zu einer Systemwissenschaft zu bündeln, um gewisse Aussagen über Zukunftsentwicklung machen zu können. Wir kombinieren Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften mit System- und Spieltheorie, mit Kognitionswissenschaft und Anthropologie und neuen Ansätzen der Verhaltensökonomie. Man kann nicht alle Einzelheiten und „events" voraussagen, aber man kann Evolutionsprozesse innerhalb gesellschaftlicher Systeme besser verstehen lernen.

Das Problem ist, dass dieser universalistische Ansatz natürlich immer den Spezialisten der einzelnen Teil-Wissenschaften auf die Nerven geht, die sich in ihrer Deutungshoheit und Exclusivität angegriffen fühlen. Damit muss man leben. Im Grunde versuchen wir, den Dialog zwischen den verschiedenen Disziplinen in Gang zu bringen, und das in einer Sprache, die man leichter verstehen kann als das Akademische. Ein solcher Versuch wird immer skandalumwoben bleiben, aber davon leben wir. (Teresa Eder/derStandard.at, 27.08.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 634
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
Konfuzius
23.11.2009 15:13
Das Stopfen mit Abfall dient der Schädigung der Kreativität!

Eine Parteidiktatur kann keine Freigeister gebrauchen, sondern willfährige Sklaven - mag plakativ, aber tatsachengerecht sein.

Funktionäre die das wissen, schicken ihre Kinder auf Privatschulen, wo nicht Unterdrückung die Maxime ist.

Frei in Projekten seine Talente erkennen und frei seine Zukunft erfinden - das ist in öffentlichen Schulen schwierig - das Budget wird von egoistischen, selbstbereicherndem Lehrkörper aufgebraucht. Ohne Rücksicht auf fremde Kinder.

helm.helm
26.10.2009 12:01
"schulen bilden stumme menschen, die sich selbst nicht reflektieren."

dieser satz stammt allerdings nicht von herrn horx, er hat ihn sich lediglich wo angelesen. ich hab ihn vor jahren in einer ö1-sendung zum thema aufgeschnappt.

andere brauchen nicht einmal das, denen reicht die verwendung ihres hausverstandes, um zum selben - wenn auch vielleicht nicht so geschliffen formulierten - ergebnis zu kommen.

warum diesem menschen dermaßen viel raum gegeben wird, versteh ich auch nicht. es ist ja doch nur die immer wieder gleiche heiße luft, die dieser mensch von sich gibt. das einzige, was er wirklich kann, ist sich selbst zu vermarkten. dass allerdings in bewundernswerter weise...

G. Lavant
12.10.2009 19:44
Ich habe den Namen des Interviewten schlampig als Hoax gelesen.

Am Ende des Interwiews war ich der Überzeugung, dass ich doch richtig gelesen habe.

mountaineer
05.10.2009 12:15

Frage 1: Kann man die Zukunft erforschen? Nein, denn zum Zeitpunkt x, an dem die Forschung angestellt wird, ist sie noch nicht positiv gegeben, kann deshalb auch nicht erforscht werden.
Frage 2: Gibt es einen Lehrstuhl für "Zukunftsforschung" o. ä. Ich denke nicht.
Frage 3: Welcher seriöse Wissenschafter würde sich in die Niederungen des Boulevards begeben, um mit Horx auf Augenhöhe diskutieren zu können? Ich denke, diese sind an den Fingern der Hand eines Tischlers, der dreißig Jahre vorwiegend mit einer Kreissäge hantiert hat, abzuzählen.

mountaineer
05.10.2009 12:12

Horx braucht diese passiven, geduckten Menschen, denn nur diese glauben den eingeweidelesenden Holler, den er verzapft.

Ruben Vrticka
 
08.09.2009 18:48
Lieber Matthias Horx,

Ist es nicht besser,wenn man den Stoff versteht und nicht auswendig lernt???

el ostio
03.09.2009 23:29

Auch wenn viele Poster das anders sehen so muss ich ihm doch in den meisten Punkten rechtgeben. Das mit Einstein ist natürlich peinlich, ich wünschte er hätte diese Aussage nicht getätigt.

exhale
01.09.2009 15:25

eigentlich egal, wie die schule reformiert wird. solange vorn in der klasse ein völlig unreifer mensch steht, wird nix gscheits rauskommen.

Alfred Moosbrugger
03.09.2009 15:42

Was hat das mit dem Nonsens, den Horx von sich gibt, zu tun?

Hansi müller3
31.08.2009 11:47

"Und das muss man auch, weil uns der Strukturwandel der Globalisierung dazu zwingt, immer hochwertigere Jobs und bessere Qualifikationen zu schaffen. Mit anderen Worten: die einfachen Jobs sterben aus."

Dies ist ein Märchen dass auch nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. China Indien Russland und bald auch Afrika bilden mehr Ingenieure pro Jahr aus, als Österreich und die Schweiz an Einwohner hat.

Die sind noch dazu billiger und die Produktionsstätten liegen in Niedriglohnländern. Was das heißt sieht der österreichische Industriearbeiter Tag für Tag. Ohne Subventionen wären schon alle Unternehmen weg.

Silvio Lackner
30.08.2009 22:33
Hä?

Und wer in dem Theater der beste Selbstdarsteller und Schaumschläger ist, der kriegt die besten Noten?

Die einfachen Arbeiten werden nicht alle wegmaschinisert.

Nur bewerben sich für den Job der bisherigen gerlernten Buchhalterin halt 300 BWL - Magistras. Und für den bisherigen Sachbearbeiter und HAK-Absolventen im Magistrat 500 Jungjuristen.

Die Trauben - auch in Form "einfacher" Jobs - hängen bloß höher.

Wer ist der Duckmauser - der Rekordzeitstudent - oder der, der das System der immer höher hängenden Trauben hinterfrägt?

JosefinK
30.08.2009 22:22
ob horx seriös ist oder nicht, wir in österreich sind

negativ allem neuen gegenüber. in den meisten schulen läuft alles völlig in die falsche richtung. recht hat er auch damit, dass man nur mit vergnügen erfolgreich lernt. frontalunterricht funktioniert auch nicht, versuchen sie`s mal und setzen sie sich in ein mehrtägiges seminar. nach zwei tagen ist man k.o. und will sich nur mehr bewegen. also egal, was man von ihm hält, in vielen punkten hat er ohne zweifel recht.

Alfred Moosbrugger
03.09.2009 15:40

Oh, welch ein Bildungsexperte, dieser Horx!

Man lernt nur mit Vergnügen erfolgreich! - Hört, hört!

su1963
03.09.2009 10:03
Als ob Management by Vergnügen im Arbeitsleben üblich wäre!

Was Kreativität, Selbstbestimmung und Menschenwürde angeht, schaut's in vielen Lebensbereichen (leider!!) für viele Menschen um einiges trauriger aus als in der Schule...

mountaineer
29.08.2009 11:16
Horx lebt hinterm Mond

Das Schulsystem produziert schon seit Jahrzehnten keine angepassten Duckmauser mehr sondern schon viel eher faule und bornierte Konsumenten mit einem Selbstbewusstsein wie eine "Steigen voll Affen" ohne die entsprechende Leistung drauf zu haben. (Leute wie Horx halt, Schreier wie ihn gibt es ohnehin viel zu viele)
Das mit den Duckmausern - selten so gelacht! Horx sollte einmal in einer durchschnittlichen Hauptschulklasse in einer mittelgroßen österreichischen Stadt unterrichten müssen...

José Atento
31.08.2009 19:00

Mit Duckmäuser ist auch gemeint, dass diese nach oben hin sich nicht trauen selbstbewusst aufzutreten, aber nach unten treten. Auch Lehrer haben manches Mal keine Autorität mehr und da wird eben nach unten getreten.

ride my pimp
29.08.2009 11:08
Horx unseriös

"Zukunftsforscher" Horx attestiere ich ebenfalls Unseriosität aufgrund seiner Methoden:

Er verkündet zu einem Zeitpunkt "A" zig "Megatrends", um sich dann zu einem Zeitpunkt "A+x" einzelne seiner unzähligen Prognosen, die zufällig eingetroffen sind, herauszupicken und dann sagen zu können: "Ich hab's euch ja gesagt"...

Widerwärtiger Typ!

ride my pimp
29.08.2009 11:05

Dass der Horx zu Bildungsthemen im Standard zu Wort kommt, lässt höchstens Rückschlüsse auf die Seriosität der Zeitung zu, weniger auf das Bildungssystem.

Michael K77
29.08.2009 10:22
Falls Herr Horx sich noch ein bisserl bilden will:

Abgangsnoten, Aargau Kantonsschule:

Maturitätszeugnis

Albert Einstein

Aarau, den 5. Sept. 1896


Deutsch 5
Französisch 3
Englisch -
Italienisch 5
Geschichte 6
Geographie 4
Algebra 6
Geometrie 6
Darstellende Geometrie 6
Physik 6
Chemie 5
Naturgeschichte 5
Kunstzeichnen 4
Technisches Zeichnen 4

Noten: 6 = sehr gut, 5 = gut, 4 = genügend, 3 = schwach, 2 = sehr schwach, 1 = unbrauchbar

(War übrigens nicht schwer zu finden. In jeder Einstein-Biografie wird übrigens darauf hingewiesen, dass er ein schwieriger, aber ausgesprochen begabter Schüler war.)

Management Quatscher
29.08.2009 00:50
Der hochqualifizierte Horx.

Ein Experte für Zukunft, Bildung, Frauen und Trends, als so ziemlich alles. Der hochqualifizierte Horx verfügt über ein abgebrochenes Soziologiestudium und hat enorme Erfahrung als "Journalist" bei einem schon lange eingestellten Zeitgeistmagazin der 1980iger Jahre. Tempo war der Name dieses hochqualifizierten Revolverblattes, welches für besten Journalismus weltweit bekannt war.

Wo sind die von Horx vor 3 Jahren prognostizierten hochqualifzierten 200.000 Jobs in der "Wellnessindustrie".

Vielleicht sollte man in den Qualitätsmedien nur einmal (bitte einmal würde genügen) die Horx´schen Schwachsinnsprognosen mit der Realität vergleichen. Nach diesem Vergleich würde er nie wieder ein Artikelchen schreiben dürfen.

Silvio Lackner
30.08.2009 23:29

Wenn man den Wellness-Schinken und die Wellness-Salami dazu zählt und das Wellness-Joghurt könnts hinkommen.

Loxoceles
29.08.2009 14:24

"Wo sind die von Horx vor 3 Jahren prognostizierten hochqualifzierten 200.000 Jobs in der Wellnessindustrie."

Antwort: Die Anzahl der auf Insolvenzverfahren spezialisierten Anwälte, Anwaltsanwärter, Richter, Richteramtsanwärter und Amtshelfer ist doch eh gestiegen. :)

Phil Decker
28.08.2009 21:13
Übrigens...

Einstein war ein Mathe-Genie, der bereits mit 17 Jahren an der ETH zu studieren begann.Seine Matura -Noten (mit 17 Jahren): Algebra 6, Geometrie 6, darstellende Geometrie 6, Physik 6...(entmommen: Abraham Pais: "Raffiniert ist der Herrgott..,", Albert Einstein).Wenn Herr Horx
auf allen Gebieten so genau recheriert hat wie über A.Einsteins Mathe-Noten, dann kann man seinen Beitrag getrost im elektronischen Papierkorb endlagern

Nick Tameer
29.08.2009 10:50

Einstein musste sicher ein ziemlich guter Mathematiker sein, aber ein mathematisches Genie im strengen Sinn war er nicht. Seine Genialität lag auf etwas anderem Gebiet.

GWS
 
29.08.2009 10:32

"Wenn Herr Horx
auf allen Gebieten so genau recheriert hat wie über A.Einsteins Mathe-Noten, dann kann man seinen Beitrag getrost im elektronischen Papierkorb endlagern" - Herr Horx ist primär ein Dampfplauderer, vieles was er so "publiziert" ist schlecht recherchiert und voll von Phrasen und "In-Formulierungen". Das Dampfplaudern kann er allerdings recht gut, und Geld verdient er damit wohl nicht wenig. Insofern muss man ihm eine gewisse (durchtriebene) Intelligenz zubilligen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 634
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.