Ermittlungen gegen Ex-Porsche-Chef Wiedeking

20. August 2009, 19:20
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Die Staatsanwaltschaft durch­suchte die Porsche-Firmenzen­trale in Stuttgart, das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück

Stuttgart - Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist ins Visier der Justiz geraten. Gegen den Top-Manager werde wegen Verdachts auf Manipulation von Börsenkursen und der Weitergabe von Insider-Informationen ermittelt, sagte ein Porsche-Sprecher am Donnerstag in Stuttgart. In dem Zusammenhang habe die Staatsanwaltschaft Stuttgart auch die Firmenzentrale des Sportwagenherstellers in Zuffenhausen Donnerstagfrüh durchsucht.

Der Sportwagenhersteller steht nach eigenen Angaben ebenfalls unter anderem im Verdacht der Börsenmanipulation. Bei der Durchsuchung der Geschäftsräume hätten die Ermittler auch Unterlagen beschlagnahmt, teilte Porsche mit. Das Unternehmen weise jedoch die Vorwürfe zurück. Der Sportwagenhersteller arbeite mit den Beamten zusammen und wolle "zu einer schnellen Aufklärung" beitragen.

Neben Wiedeking stehe unter anderem auch der ehemalige Finanzvorstand Holger Härter unter dem Verdacht der Marktmanipulation und unerlaubten Weitergabe von Firmeninformationen, sagte der Porsche-Sprecher. Einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagsausgabe) zufolge gehen die Ermittlungen auf eine Anzeige der Finanzaufsicht BaFin zurück. Die Behörde habe nach einer formellen Prüfung der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und Volkswagen Anfang August Anzeige erstattet.

Der Übernahmekampf zwischen Porsche und VW war erst kürzlich beigelegt worden. Die beiden Konzerne verständigten sich auf eine Übernahme von Porsche durch VW. Zuvor war der deutlich kleinere Sportwagenhersteller mit seinem Plan gescheitert, VW zu schlucken. Porsche hatte sich in den vergangenen Jahren über komplizierte Finanzgeschäfte den Zugriff auf immer mehr VW-Aktien gesichert. Dies lief für lange Zeit gut. Die Finanzkrise ließ die Strategie jedoch scheitern.

Für die Börsengeschäfte waren Finanzvorstand Härter und Vorstandschef Wiedeking verantwortlich. Die Geschäfte hatten unter anderem im Oktober vergangenen Jahres zu einem Kurssprung der Volkswagen-Aktie auf über 1.000 Euro geführt und den Autobauer für kurze Zeit zum wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht. (APA)

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